Skibrillen Test

Sie sollen auch bei Nebel und Schneegestöber für eine gute Sicht auf der Piste sorgen. Doch nur 3 von 16 Schlechtwetterskibrillen, die von der österreichischen Verbraucherorganisation VKI getestet wurden, sind empfehlenswert.

Besonders schön sind sie nicht, die enganliegenden großen Skibrillen. Zumindest im Vergleich zu den coolen Sonnenbrillen, mit denen stilbewusste Skifahrer bei schönem Wetter unterwegs sind. Wenn es aber stürmt und schneit und man trotzdem auf die Piste will, müssen ästhetische Kriterien in den Hintergrund treten.

Die Schlechtwetterbrillen in diesem Test sollen auch bei widrigen Verhältnissen für guten Durchblick sorgen und die Augen vor UV-Strahlen schützen. Gut sitzen müssen sie natürlich ebenfalls, und zwar auch auf einem Helm. Die österreichischen Tester haben nur Brillen ausgewählt, die helmtauglich sein sollen.

Ungenügender UV-Schutz

Skibrillen Test

Die besten Ski-Brillen im Test (von oben nach unten):
Adidas Yodai (sehr gut), Carrera Chameleon (gut), Scott 89 Xi (gut)

UV-Strahlen dringen auch bei Nebel und Schneefall durch, die Belastung kann durch Reflexionen sogar stärker sein als bei blauem Himmel. Einen optimalen Schutz bieten Brillen, die das für die Augen schädliche UV-Licht bis zu einer Wellenlänge von 400 Nano­metern komplett ausfiltern. Fast ein Drittel der getesteten Modelle schafft das jedoch nicht vollständig.

Das sichtbare Licht sollen die Brillengläser dagegen möglichst ungehindert durchlassen. Die Messungen zeigen hier enorme Unterschiede. Hat die Oakley A-Frame Snow eine Lichtdurchlässigkeit von immerhin 84 Prozent, lässt die Smith Anthem gerade mal 13 Prozent durch.

Wichtiger ist aber das subjektive Empfinden. So zeigte der Praxistest im nebligen Hochgebirge, dass man selbst mit einigen Brillen, die bei den Messungen nur mittelmäßig abschneiden, Konturen besser erkennen kann als mit bloßem Auge. Denn die Tönung der Gläser wirkt oft aufhellend und kontrastverstärkend.

Doppelscheiben schützen

Für den Test wurden nur Brillen mit Doppel­scheiben ausgewählt. Bei der Schlagprüfung zeigte sich die Überlegenheit dieses Systems: Die meisten Brillen überstanden sie unbeschadet. Selbst wenn die Außen­scheiben zu Bruch gingen, wie bei Cébé G-Land und den beiden Alpina-Modellen, blieben die Innenscheiben intakt. Das heißt, im Ernstfall wäre das Auge unversehrt geblieben, beispielsweise wenn bei einem Sturz ein anderer Skifahrer gegen die Brille gefahren wäre. Mit einer Einscheibenbrille könnte dies dagegen ziemlich böse ins Auge gehen.

Damit sie nicht so schnell beschlagen, haben alle getesteten Brillen auf der Innenseite der Scheiben eine Anti-Fog-Beschichtung. Eine falsche Behandlung dieser empfindlichen Schicht kann deren Wirkung aber schnell zunichte machen. Leider weisen nicht alle Hersteller in den Gebrauchsanleitungen darauf hin.

Tipp: Wenn bei einem Sturz Schnee in die Brille gekommen ist, auf keinen Fall mit bloßem Finger oder Handschuhen darin herumwischen. Am besten den Schnee herausklopfen und anschließend die Brille an der Luft trocknen lassen.

Aber auch eine intakte Beschichtung bietet keinen vollständigen Schutz gegen das Beschlagen. Bei größeren Temperaturwechseln, etwa von der kalten Piste in die wärmere Gondel, oder wenn der Skifahrer stark schwitzt, sind die Scheiben schnell dicht. Raschen Durchblick verschaffen Brillen mit eingebautem Ventilator, zum Beispiel die getestete Smith Prodigy Turbo Fan für 160 Euro. Empfehlen können wir dieses Modell allerdings nicht.

Schadstoffe im Schaumstoff

Zum einen, weil es nicht gut sitzt, vor allem mit Helm, zum andern enthält es den Schadstoff Tris-Dichlorpropylphosphat (TDCPP) im Schaumstoff. TDCPP ist ein Flammschutzmittel, das im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen.

Das zweite Modell von Smith enthält diesen Schadstoff ebenfalls. Und bei der Alpina E-Rotic wurde Phenol nachgewiesen, ein keimtötender Stoff, der ebenfalls unter Krebsverdacht steht und in Skibrillen nichts zu suchen hat. Phenol verrät sich durch einen scharfen, stechenden Geruch. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Schaumstoff geruchlos ist.

Guter Sitz ist selten

Einen perfekten Sitz bietet nur der Testsieger, Adidas Yodai für stolze 155 Euro. Bei vielen anderen Brillen gibt es, zumindest mit Helm, Passprobleme. So haben einige Modelle Fleeceauflagen auf dem Schaumstoff. Der ist zwar angenehm auf der Haut, hält aber nicht am Helm, sodass die Brille immer nach hinten wegrutscht.

Je weniger das Blickfeld durch Brille und Helm eingeschränkt wird, desto sicherer fühlt sich der Skifahrer. Sie können das beim Kauf selbst beurteilen.

Tipp: Öffnen Sie die nach vorn gestreckten Arme langsam. Bis zu einem Winkel von rund 160 Grad sollten Ihre Arme zu sehen sein. Achten Sie auf störende Ränder oder Wülste im Nasenbereich.

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