Ski- und Snowboardhelme Test

Der Testsieger Casco Powder ist schon ab 80 Euro zu bekommen. Die fünf anderen „guten“ Helme kosten bis zu 150 Euro.

Skihelm statt Pudelmütze: Die Profis unter den Abfahrtsläufern tragen ihn selbstverständlich. Auch die Kinder in den Skischulen sieht man praktisch nicht mehr ohne Helm. Selbst Snowboarder finden die Hartschalen dank trendiger Designs nicht uncool. Da mit zunehmendem Gedränge auf den Pisten der Skiregionen Stürze und Kollisionen an der Tagesordnung sind, hilft ein guter Helm jedem Ski- und Snowboardfahrer, Kopfverletzungen zu vermeiden.

Unsere österreichische Partnerorganisation VKI, Verein für Konsumenteninformation, prüfte 15 Ski- und Snowboardhelme. Zwei davon, der R.E.D. Frequency und der Sinner Vanquish, sind in Deutschland nicht im Handel. Da man sie aber zum Beispiel vor Ort in den österreichischen Wintersportgebieten kaufen kann, sind auch ihre Testergebnisse interessant. Einziger Vollschalenhelm im Test ist der Atomic; er umschließt also auch die Ohren. Alle anderen sind Halbschalenhelme mit separaten Ohrpolstern. Alpina und Scott verfügen über Hartschalen-Ohrabdeckungen, die dem Tragegefühl eines Vollschalenhelms recht ähnlich sind.

Stoßdämpfung, Durchstichfestigkeit

Ski- und Snowboardhelme Test

Im Labor mussten die Helme ihre Sicherheit und Haltbarkeit beweisen. Erfreulich: Mit Ausnahme des K2 wurde die Stoßdämpfung bei allen mit „gut“ bewertet. Noch besser ist die Durchstichfestigkeit. Trifft man beim Sturz auf einen spitzen Stein oder Skistock, ist der Kopf unter der Helmschale „sehr gut“ geschützt.

Eine dichte Schale ist somit von Vorteil, kann aber die Geräuschwahrnehmung beeinträchtigen. Fünf Modelle, auch der Testsieger Casco Powder, sind hier nur „durchschnittlich“. Einige Hersteller bieten Ohrpolster mit Ohrhörern für die Musikbeschallung als Zubehör an. Je nach Lautstärke der Musik nimmt der Helmträger Umgebungsgeräusche damit freilich noch weniger wahr.

Wichtig ist die Notöffnung des Kinnriemens. Sein Verschluss muss den Helm so fest am Kopf halten, dass er sich beim Sturz nicht löst. Andererseits muss er sich öffnen, wenn man hängen bleibt und der Helm nach hinten gezogen wird. Um Kehlkopfverletzungen durch den Kinnriemen zu vermeiden, sollte sich das Gurtsystem deshalb bei Belastung über 100 Kilogramm lösen. Zehn Helme erfüllten diese Anforderung „weniger zufriedenstellend“ und wurden deshalb abgewertet.

Vier Männer und zwei Frauen, allesamt erfahrene Skiläufer, beurteilten die Skihelme auf der Piste. Anhand der Gebrauchsanleitungen wurden die Helme optimal auf die Träger eingestellt. Das verstellbare Kopfband einiger Helme (siehe Tabelle) dient nur der Feineinstellung der Passform und nicht dazu, einen zu großen Helm an einen kleinen Kopf anzupassen. Günstig ist also, wenn viele verschiedene Größen angeboten werden, um den passenden Helm zu finden.

Alle Helme haben hinten eine Befestigung für das Elastikband der Skibrille. Praktisch ist eine Lasche, die sich zum Beispiel mit einem Druckknopf schließen lässt. Bei Atomic, Cebe und R.E.D. wird das Band unter festen Bügeln durchgeführt. Problematisch ist es, wenn die Verstellschnalle des Brillenbandes genau an der Stelle liegt. Ist die Helmschale im Bereich der Stirn weit vorgezogen, kann sie die Skibrille auf die Nase drücken.

Tipp: Kaufen Sie Brille und Helm passend zueinander. Oder nehmen Sie eine vorhandene Skibrille zum Helmkauf mit und probieren Sie Befestigung und Sitz aus.

Der Kinnriemen wird entweder mit einem Schnappschloss oder einem Rasterschloss befestigt. Die Rasterschlösser bieten den Vorteil der einfacheren Längenanpassung. Die Verschlüsse sollten sich auch mit Handschuhen bedienen lassen.

Der Tragekomfort hängt auch vom Gewicht des Helms und der Belüftung ab. Der Unterschied zwischen den 420 Gramm des Casco und den 680 Gramm des Scott ist schon spürbar. Beim einzigen Vollschalenhelm im Test, dem Atomic, ist die Belüftung etwas schlechter als bei den meisten Halbschalen. Sehr einfach lassen sich die Belüftungsöffnungen bei einigen von außen mit einem Schieber öffnen und schließen. Andere Skihelme haben herausnehmbare Einlagen, mit denen die Öffnungen verschlossen werden. Die Lösung ist ebenso wirksam, bei häufigem Wechsel aber nicht ganz so praktisch. Die Belüftungsöffnungen bei Briko, Carrera, Casco, Cebe und K2 lassen sich nicht verschließen. Wer die Belüftung verbessert, indem er die Ohrpolster entfernt, verschlechtert die Schutzwirkung des Helms.

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