Skater Meldung

Kaum zu glauben: Weil eine gesetzliche Regelung fehlt, müssen Skater den Gehweg benutzen – und dort Rücksicht auf Fußgänger nehmen.

Skater gelten verkehrs­rechtlich als Fußgänger.

Ob Inlineskater auf die Straße gehören, ob sie den Radweg oder den Gehweg benutzen müssen – noch immer fehlt eine klare gesetzliche Regelung dafür. Umso öfter müssen Gerichte entscheiden. Und die orientieren sich im Zweifel am Bundesgerichtshof. Der legte für Skater dieselben Regeln zugrunde wie für Fußgänger: Gehweg statt Radweg und strikte Rücksichtnahme, denn Gehwege sind schließlich vorrangig für Fußgänger da.

Wo es keinen Gehweg gibt, müssen Skater – wie Fußgän­ger – die linke Straßenseite be­­nutzen, auch außerorts. Nur wo das nicht zumutbar ist, zum Beispiel wegen Schlag­löchern, dürfen sie auf die rechte Seite (BGH, Az. VI ZR 333/00). Wo es kombi­nierte Fuß- und Radwege gibt, müssen sie diese benutzen. Und das auch, wenn der Kombi­weg so mit Laub verschmutzt ist, dass darunter liegende Scherben gar nicht zu erkennen sind. Stürzt der Skater, gibt es keinen Schadenersatz. Denn Skater dürfen keine bessere Bodenbe­schaffenheit erwarten als Fuß­gänger oder Radler. Dasselbe gilt auch für Bodenun­eben­hei­ten (Oberlandesgericht Koblenz, Az. 1 U 1100/02 und 1 U 881/99).

Der Fußgängerstatus hat aber auch Vorteile: Skater brauchen keine Beleuchtung. Und Autofahrer müssen beson­dere Rücksicht nehmen und Schritt­geschwindigkeit fahren, wenn ein Skater am Zebrastreifen steht. Andererseits müssen auch Skater an solchen Stellen Schritttempo fahren (Oberlandesgericht Karlsruhe, Az. 10 U 60/98).

Zu guter Letzt: Inlineskating ist keine gefährliche Sportart. Skater haben daher nach einem Unfall Anspruch auf Lohnfortzahlung (LAG Saarland, Az. 2 Sa 147/02).

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