Skandalöse Provisionen bei Fonds

Fonds­vermittler im Internet: Wer Provisionen zurück­zahlt

14.04.2015
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Fonds­vermittler im Internet sind für Käufer aktiv gemanagter Fonds attraktiv, denn in der Regel sparen sie hier den Ausgabe­aufschlag. Bestands­provisionen gehören bei den Vermitt­lern allerdings zum Geschäfts­modell. Die regel­mäßigen Zahlungen von Fonds­gesell­schaften sind für sie eine wichtige Einnahme­quelle.

Einige Anbieter geben zumindest einen Teil der Provision zurück. Finanztest hat erst­mals systematisch untersucht, wie viel sie ihren Kunden erstatten. Dabei ist uns aufgefallen, dass die Vermittler für gleiche Fonds mitunter abweichende Bestands­provisionen erhalten.

Beim Vermittler Profinance-direkt.de aus Berlin gibt es nach Depotvolumina gestaffelte Boni und Prämien, die laut Anbieter einer Erstattung von 60 bis 96 Prozent der haus­eigenen Bestands­provision entsprechen. Wie bei den meisten Vermitt­lern ist die Provision für jeden einzelnen Fonds nied­riger als der in der Daten­bank der Honorarberater angegebenen Wert (Tabelle: So hoch ist die Bestandsprovision). Der Grund: Fonds­vermittler erhalten die Provisionen, die von Fonds­gesell­schaften ausgezahlt werden, nicht komplett. Ein Teil bleibt bei Fonds­banken und sogenannten Maklerpools hängen. Diese Pools kann man mit Einkaufs­genossenschaften im Handel vergleichen. Sie bündeln die Aufträge vieler kleiner Vermittler und haben dadurch bei Fondsanbietern eine bessere Verhand­lungs­position.

Der Vermittler AAV gibt unter Alpha-tarif.de 80 Prozent der Provisionen zurück. Fonds-for-less.de erstattet seinen Kunden je nach Depotsumme zwischen 50 und 90 Prozent der Provision, bei Fondsdiscountbroker.de sind es 50 Prozent für Depots ab 50 000 Euro, 75 Prozent für Depots ab 500 000 Euro. Die Platt­form Fonds4you.de lockt sogar mit voll­ständiger Erstattung. Allerdings zahlen ihre Kunden in der billigsten Depot­variante mindestens 50 Euro pro Jahr.

Das Finanzportal Moneymeets.de bietet die Rück­zahlung von mindestens 25 Prozent seiner Provision, es sind aber auch bis zu 66 Prozent möglich. Wie viel es ist, hängt vor allem davon ab, wie aktiv Anleger in diesem sozialen Netz­werk für Finanz­themen sind.

14.04.2015
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