Erreichbarkeit hat ihren Preis. Wer mit dem Handy ins Ausland fährt, zahlt dort selbst für ankommende Anrufe und Nachrichten auf der Mailbox. Hintergrund: Der Anrufer trägt nur die Kosten bis zur deutschen Grenze. Den Rest zahlt der Angerufene. Auch Handygespräche aus dem Ausland nach Deutschland sind teuer. Bis zu drei Euro je Minute berechnen die Netzbetreiber hier. Zu viel fand die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding und drohte den Unternehmen die Streichung der Roaming-Gebühren an. Inzwischen bieten die großen Netzbetreiber Sonderoptionen und haben niedrigere Preise für Gespräche im Ausland angekündigt. Doch ob sich die EU-Kommissarin damit zufrieden gibt, bleibt offen. test.de sagt, wer schon in diesem Sommer weniger zahlt.

Roamingpreise

Handy im Ausland: Datenbank Roamingpreise

Vodafone

Den Anfang machte Vodafone. Im Mai kündigte das Unternehmen an, seinen europäischen Partnern niedrigere Großhandelspreise anzubieten. Im Schnitt will das Unternehmen die Minutenpreise für Gespräche im oder aus dem Ausland um 40 Prozent senken - ab April 2007. In der Zwischenzeit bleibt Prepaid- und Vertragskunden nur das „Vodafone-ReiseVersprechen“. Nach einmaliger Anmeldung unter der Kurzwahl 12 225 oder im Vodafone-Shop zahlen sie die gleichen Minutenpreise wie zu Hause und zusätzlich 75 Cent je Anruf. Für ankommende Gespräche gilt das Gleiche. Nachteil: Das Angebot gilt nur in Europa sowie in Ägypten, Australien, Japan und Neuseeland.

T-Mobile

Die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom einigte sich in dieser Woche mit ihren europäischen Kooperationspartnern ebenfalls auf niedrigere Roaming-Preise. Doch auch hier sinken die Preise erst nach der diesjährigen Hauptreisezeit: In einem ersten Schritt im Oktober 2006 und dann noch einmal im Oktober 2007. Insgesamt will das Unternehmen die Auslands-Preise bis dahin um die Hälfte senken. Auch bei T-Mobile können Vertragskunden bereits in diesem Sommer sparen: Seit gestern, 1. Juni, bietet das Unternehmen die Option „Relax Holiday“. Für 10 Euro gibt es hier 30 Minuten für ankommende oder abgehende Anrufe innerhalb der EU und Kroatiens. Das sind rund 33 Cent pro Minute - weniger als die bis Oktober 2007 angekündigte Halbierung des Preises. Die Freischaltung erfolgt durch den Kundenservice unter der Kurzwahl 2202. Haken: Nicht genutztes Guthaben verfällt vier Wochen nach Buchung und Prepaid-Kunden zahlen die vollen Roaming-Gebühren.

E-Plus

Auch die Vertragskunden von E-Plus sparen schon in diesem Sommer. Vom 3. Juli bis 30. September telefonieren sie im europäischen Ausland für 49 statt 79 Cent pro Minute nach Deutschland. Für die Anmeldung reicht ein Anruf unter der Kurzwahl 22 003. Allerdings: Das „Holiday Special“ gilt nur für Anrufe zwischen 20 und 24 Uhr Ortszeit aus den bevorzugten E-Plus Roaming-Partnernetzen. Bucht sich das Handy in das Netz eines anderen Roaming-Partners ein, kosten Telefonate in Europa wie gewohnt 99 Cent je Minute. Tipp: Sie können mit Ihrem Handy nach einem anderen Roaming-Partner suchen. Doch nach einiger Zeit bucht sich das Handy in der Regel wieder in das Netz mit den stärkeren Signalen ein. Für Prepaid-Kunden gibt es bei E-Plus ebenfalls keine günstigeren Optionen für Telefonate im Ausland.

O2

Vom 1. Juli bis 16. September können alle Prepaid- und Vertragskunden von O2 die kostenlose Sommer-Option „My Europe“ buchen. So steht es in der Pressemitteilung. Auf die Homepage hingegen sind Prepaidkunden nicht erwähnt. Urlauber telefonieren damit für 59 Cent je Minute nach Deutschland oder innerhalb des besuchten Landes. Der Preis gilt unabhängig vom genutzten Mobilfunknetz in allen EU-Ländern sowie in Andorra, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und der Türkei. Interessenten melden sich für diese Option im O2-Shop oder im Internet an.

Fazit

Bis die allgemeinen Roaming-Gebühren sinken, wird noch einige Zeit vergehen. Doch bereits jetzt gibt es in allen Netzen Sonderoptionen für Gespräche im europäischen Ausland. Voraussetzung ist aber jeweils eine vorherige Anmeldung. Wer ohne diese Anmeldung in den Urlaub fährt, zahlt die normalen hohen Preise.

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