Silvesterfeuerwerk Meldung

Jedes Jahr, kurz vor Silvester, mahnen Hilfsorganisationen zum Verzicht und die Feuerwehr zur Vorsicht. Trotzdem verpulvern die Deutschen in der Silvesternacht über 100 Millionen Euro. Viele werden sich dabei verletzen. Alkohol, Leichtsinn und Unwissen machen aus harmlosem Feuerwerk gefährliche Silvesterspiele. Wer falsch und fahrlässig zündelt, gefährdet sich und andere. Gerade Kinder schätzen Knaller und Raketen falsch ein. test.de gibt Tipps für den richtigen Umgang mit dem Feuer.

Zeichen der Zulassung

Eigentlich ist ein Silvesterfeuerwerk sicher. Vorausgesetzt die gekauften Feuerwerkskörper sind zugelassen und sie werden nach Vorschrift verwendet. Dabei ist mehr zu beachten als viele am Jahreswechsel wahr haben wollen. Beispiel Zulassung: Alle Feuerwerkskörper, die Händler in Deutschland verkaufen, müssen von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zugelassen sein. Käufer erkennen das am Zulassungszeichen. Es besteht aus der Zeichenfolge „BAM - PI/II - xxxx“.

Gefahr aus Nachbarländern

Silvesterfeuerwerk Meldung

Gefahr durch Brennen und Glimmen

Wer nicht zugelassene Feuerwerkskörper verkauft oder verwendet, macht sich strafbar. Die Produkte kommen meist aus Polen und Tchechien und haben eine bis zu 50 Mal größere Sprengwirkung als von der BAM zugelassene Waren. Bei einer Explosion in der Hand können mehrere Finger oder gar die ganze Hand zerfetzt werden. Bei zugelassenen Böllern und Raketen gibt es zwei Klassen von Feuerwerkskörpern: P I und P II. Produkte der ersten Klasse sind weniger gefährlich. Jugendliche ab zwölf dürfen sie kaufen und abbrennen. Klasse I-Feuerwerk darf ganzjährig eingesetzt werden. Feuerwerkskörper der Klasse II dürfen nur Erwachsene kaufen und nur die dürfen sie auch abbrennen - und zwar ausschließlich in der Silvesternacht. Diese Böller haben eine größere Sprengkraft.

Abstand halten

Silvesterfeuerwerk Meldung

Die richtige Haltung beim Abfeuern von Munition

Wer sicher knallen will, sollte auf jeden Fall weit genug vom Böller oder der Rakete entfernt stehen. Aber auch die richtige „Abschussstation“ für Raketen oder der ebene Stand von so genannten Feuerwerksbatterien sind unerlässlich. Batterien erreichen eine Abschusshöhe von 30 bis 60 Meter. Fällt das Ganze um, so schießen mehrere Raketen in kurzer Zeit nacheinander zur Seite weg. Genauso hoch fliegen Raketen, die mit Schreckschusswaffen abgeschossen werden. Die Munition wird in die Luft geschossen und explodiert dort. Allerdings dürfen „Pistolenraketen“ nur auf Privatgrundstücken abgeschossen werden. Wer eine Schreckschusswaffe benutzt, braucht einen „kleinen“ Waffenschein. Ansonsten macht er sich strafbar.

Tipps

  • Nehmen Sie sich die Zeit und lesen Sie sich die Gebrauchanleitung der Feuerwerkskörper durch. Und befolgen Sie sie anschließend genau.
  • Überprüfen Sie beim Kauf die Böller und Raketen nach dem Zulassungszeichen der BAM.
  • Finger weg von nicht zugelassenen Feuerwerksprodukten! Sie gefährden damit sich selbst und andere. Außerdem machen Sie sich strafbar.
  • Sie dürfen die P II-Böller auch dann nicht ihren Kinder überlassen, wenn Sie sie im Laden gekauft haben. Die Knaller dürfen nur von ihnen gezündet werden.
  • Nehmen sie mindestens 8 Meter Abstand von gezündeten Knallern, Böllern und Raketen. Zünden Sie Böller, die nicht funktioniert haben nicht noch einmal an. Stellen Sie Feuerwerksbatterien auf eine ebene Fläche, sodass sie nicht umkippen können.
  • Bei Raketen und Munition von Schreckschusspistolen sollten Sie darauf achten, dass diese auch in offene Fenster oder auf Balkons fliegen können.
  • Fast jeder, der in der Silvesternacht knallt und schießt, hat Alkohol getrunken. Dies fördert leichtsinniges Verhalten im Umgang mit den Feuerwerkskörpern. Denken Sie daran.
  • Achten Sie darauf, dass die Schreckschusswaffe nicht geladen und nicht frei zugänglich herumliegt. Die Pistole mit der Raketenmunition könnte von anderen schnell und gezielt auf Menschen gerichtet werden.

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