Silvester Meldung

Auch wenn viele es für selbstverständlich halten: Raketen auf der Straße abzuschießen, wenn Zuschauer in der Nähe sind, verstößt gegen die Sorgfaltspflicht. Weil Defekte und Querschläger ab und zu vorkommen, werden hohe Anforderungen an den Sicherheitsabstand gestellt.

Das gilt auch für Zuschauer. Wer nur fünf Meter Distanz hält, trägt bei Unfällen Mitschuld. Auch 10 Meter reichen nicht, 25 Meter aber schon. (AG Berlin-Mitte, Az. 25 C 177/01. OLG Nürnberg, Az. 6 U 949/95. BGH, Az. VI ZR 71/84).

Trotz bester Sektlaune sollte man sich überzeugen, dass alle Böller ausgebrannt sind. So musste ein Mann zwei Drittel des Schadens tragen, weil eine seiner Raketen Stunden später das Haus in Brand gesetzt hatte. Das übrige Drittel ging an die Gastgeber, die auch nicht kontrolliert hatten (OLG Köln, Az. 11 U 126/99).

Eltern dürfen ihre Kinder nicht aus den Augen lassen. Einen 7-Jährigen selbstständig zündeln zu lassen, verstößt gegen die Aufsichtspflicht (OLG Schleswig, Az. 5 U 123/97). Auch Autofahrer müssen vorsichtig sein und mit Betrunkenen rechnen. Treffen Knaller den Wagen, ohne dass der Täter gefunden wird, zahlt die Teilkasko Brand-, Explosions- und Glasschäden. Beulen und Schrammen übernimmt nur die Vollkasko.

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