Silvester Meldung

Böller, Batterien und Raketen. Inner­halb von vier Tagen, in diesem Jahr vom 28. bis 31. Dezember, wird voraus­sicht­lich wieder für mehr als 130 Millionen Euro Silvesterfeuer­werk verkauft, selbst wenn der eine oder andere inzwischen aus Umwelt­schutz­gründen Abstand von der alljähr­lichen Knallerei nimmt. Weil die Gefahr von Verletzungen und Schäden durch Feuer­werk groß ist, sollte zumindest nur geprüftes Feuer­werk verwendet werden. test.de gibt Tipps für das Spiel mit dem Feuer und sagt, welche Versicherung im Fall der Fälle zahlt.

Schäden in Millionenhöhe

Hilfs­organisationen rufen zum Verzicht auf, Feuerwehr und die Bundes­anstalt für Material­forschung (BAM) mahnen beim Silvesterfeuer­werk zur Vorsicht. Denn das Spiel mit dem Feuer ist gefähr­lich: Hörschäden, Augen­verletzungen und verbrannte Finger – für viele Menschen endet die Silvester­nacht in der Notaufnahme. Grund: Unvor­sichtiger Umgang mit Feuer­werk. Dazu kommen Sach­schäden in Millionenhöhe. Zum Jahres­ende registrieren Hausrat- und Wohn­gebäude­versicherer regel­mäßig rund 50 Prozent mehr Brand­schäden als im Früh­jahr oder Herbst. test.de sagt, welche Versicherung für welche Silvesterschäden aufkommt.

Böller und Brot

Der Verband der pyro­tech­nischen Industrie (VPI) rechnet auch in diesem Jahr mit 137 Millionen Euro Silvester­umsatz. Eine Summe, von der Hilfs­organisationen nur träumen können. Über 60 Millionen Brote könnten die Helfer dafür organisieren. Brot, das den Armen der Welt heute fehlt. Wer richtig knallen will, der kauft Feuer­werk und Brot: Spenden Sie den gleichen Betrag, den Sie für Knaller ausgeben, an eine Hilfs­organisation Ihrer Wahl. Tipps zum sinn­vollen Spenden finden Sie in unserem Spezial zu Spendenbündnissen. Welche Spenden­organisationen vertrauens­würdig sind, können Sie außerdem mithilfe der Spenderberatung des Deutschen Zentral­instituts für soziale Fragen (DZI) heraus­finden.

Ab wann kann man Böller kaufen?

In Deutsch­land ist der Verkauf von Feuer­werk nur an den letzten drei Werk­tagen des Jahres erlaubt. Das heißt für dieses Jahr: ab Freitag, den 28. Dezember bis Montag, den 31. Dezember 2018.

Welche Feuer­werks­körper sind erlaubt?

Kaufen Sie nur zugelassenes Feuer­werk und beachten Sie die Sicher­heits­hinweise. Feuer­werks­körper werden in zwei Kategorien einge­teilt. Knall­körper mit dem Kürzel F 2 dürfen nur von Personen ab 18 Jahren gezündet werden. Geprüftes Feuer­werk erkennen Sie an der Registrier­nummer und dem CE-Zeichen in Verbindung mit der Kenn­nummer der Prüf­stelle, die die Qualitäts­sicherung beim Hersteller über­wacht – wie zum Beispiel die deutsche Bundes­anstalt für Material­forschung und -prüfung (BAM). Die BAM hat die europaweit gültige Kenn­nummer 0589. Neben der BAM gibt es noch 14 weitere unabhängige Organisationen in der EU, die Feuer­werks­körper prüfen. Detaillierte Infos finden Sie auf der Website der BAM.

Feuer­werks-Kategorien

F1: In diese Kategorie gehören etwa Knall­erbsen und -bonbons, Party­knaller, Tischfeuer­werk und Wunderkerzen.

F2: In diese Kategorie gehören etwa Batterien, Knall­körper, Raketen, römische Lichter und Verbundfeuer­werk.

Gefahr durch Mons­terknaller

Wer nicht zugelassene Feuer­werks­körper verkauft oder verwendet, macht sich strafbar. Gefähr­lich ist das Zeug oben­drein. Knaller aus Polen oder Tschechien haben eine bis zu 50 Mal größere Spreng­wirkung als von der BAM zugelassenes Feuer­werk. Bei einer Explosion in der Hand können die Böller mehrere Finger oder die ganze Hand zerfetzen. Feuer­werk mit Zulassung ist weniger explosiv, aber trotzdem gefähr­lich. Feuer­werks­batterien und Raketen erreichen eine Abschuss­höhe von 20 bis 60 Metern. Ebenso weit fliegen Leucht­kugeln, die mit Schreck­schuss­waffen abge­schossen werden. Für Böller, Kanonen­schläge und Raketen gilt: Nicht in der Hand abbrennen, Abstand halten und nie auf Personen zielen. So knallen Sie sicher

Eltern verantwort­lich

Eltern müssen Feuer­werk sicher aufbewahren. Als ein 13-Jähriger zu Hause Böller fand, sie zündete und einem Kind nach­warf, musste die Mutter 1 000 Euro Schmerzens­geld zahlen. Das entschied das Land­gericht München (Az. 31 S 23681/00). Eltern, die ihrem Siebenjäh­rigen Knaller gaben, die er nach dem Zünden sofort wegwerfen sollte, mussten 10 000 Euro zahlen, weil er einen Jungen ins Auge traf (Ober­landes­gericht Kiel, Az. 5 U 123/97).

Zum Jahres­wechsel darf's etwas lauter sein

  • Lärm. Eine Beschwerde wegen Lärms bringt an Silvester nichts. Die Knallerei ist Tradition und hat aus Juristensicht Vorrang vor der Nacht­ruhe.
  • Verbote. Böller sind nur an Silvester und Neujahr erlaubt, in vielen Städten nur von 18 bis 7 Uhr. Oft gibt es Verbote für die Altstadt. Nicht erlaubt ist Feuer­werk neben Kirchen, Alters­heimen, Kliniken, Reet- und Fach­werk­häusern. Wenn etwas passiert, haftet der Verursacher. Seine Privathaftpflichtversicherung springt auch bei grober Fahr­lässig­keit ein – nur nicht bei Vorsatz, etwa wenn er Böller in Briefkästen geworfen hat.

Dieses Special ist erst­mals im Dezember 2013 erschienen und wurde seitdem mehr­fach aktualisiert, zuletzt im Dezember 2018.

Dieser Artikel ist hilfreich. 32 Nutzer finden das hilfreich.