Sicher­heits-Apps im Test

Android-Handys sicher nutzen

Wer die Bedrohungen kennt und die wichtigsten Schutz­regeln befolgt, braucht fürs Android-Handy nicht zwingend eine Sicher­heits-Software. Auch wer auf zusätzlichen Schutz per App baut, sollte diese Regeln beherzigen, denn hundert­prozentigen Schutz kann keine App leisten.

Sicher­heits-Apps im Test Testergebnisse für 18 Sicher­heits-Apps für Android 01/2019

Inhalt

Bedrohung: Schadsoftware

Schad­programme für Android verbreiten, sich nicht von selbst. Statt­dessen bringen Hacker Handy-Nutzer mit Tricks dazu, verseuchte Apps selbst zu installieren.

Schutz: Apps nur von Google. Installieren Sie Apps nur direkt aus dem Google Play Store – und nur solche, die dort schon einige Wochen verfügbar sind. Lassen Sie in den Sicher­heits­einstel­lungen des Handys die Option, „Apps aus unbe­kannten Quellen“ zu installieren, ausgeschaltet.

Bedrohung: Mobil­funk-Abzocke

Über Schadsoftware oder durch Ankli­cken von Werbebannern – Abzo­cker schröpfen ihre Opfer auch mit Abo-Fallen und SMS-Diensten, die über die Mobil­funk­rechnung abge­rechnet werden.

Schutz: Dritt­anbieter­sperre. Lassen Sie für Ihren Handy­anschluss eine Dritt­anbieter­sperre einrichten. Dies geht zum Beispiel über die Telefon-Hotline Ihres Mobil­funkanbieters.

Bedrohung: Phishing

Über gefälschte Webseiten, die aussehen wie die von großen Onlinehänd­lern, Mail- oder Bezahl­diensten, gelangen Hacker an Zugangs­daten argloser Nutzer. Meist geraten die Opfer über Links in gefälschten E-Mails auf solche Betrüger-Seiten.

Schutz: Nie über Links anmelden. Miss­trauen Sie E-Mails – sie können gefälscht sein. Loggen Sie sich bei Online­diensten nie über einen Link aus einer E-Mail ein. Tippen Sie statt­dessen im Internet­browser von Hand die Web-Adresse des jeweiligen Anbieters ein und melden sich dann dort an.

Bedrohung: Diebstahl

Zusätzlicher Schaden kann entstehen, wenn ein Dieb Ihr Handy entsperren und so auf Ihre Kosten telefonieren oder Zugang zu Ihrem E-Mail-Konto erlangen kann.

Schutz:Sperre und Fern­ortung. Sichern Sie Ihr Handy mit einer persönlichen Identifikations­nummer (Pin). Ist Ihr Handy weg, können Sie es über die Google-Website aus der Ferne orten und sperren. Melden Sie sich dafür mit Ihrem Google-Konto unter google.de an und nutzen Sie dort die Funk­tion „Smartphone suchen“. Fürs Orten muss am Handy die Ortungs­funk­tion aktiv sein.

Mehr zum Thema

  • Handy­verlust So orten Sie Ihr Handy und schützen Ihre Daten

    - Das Smartphone ist weg – der Albtraum jedes Nutzers. Erste Maßnahme: das vermisste Handy mit einem anderen Telefon anrufen. Ist kein Klingeln oder Vibrieren zu hören, ist...

  • Online-Ausweis­funk­tion So nutzen Sie den digitalen Ausweis

    - Dank der Online-Ausweis­funk­tion lassen sich von Kfz-Zulassung bis Bafög-Antrag bereits einige Dinge online erledigen. Das funk­tioniert auch mit dem Smartphone.

  • Android-Smartphones Unsichere Handys im Handel

    - Händler müssen nicht auf Sicher­heits­lücken von Smartphones hinweisen. Das hat nun ein Kölner Gericht entschieden. Kunden können die Risiken aber immerhin mindern. Hier...

41 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

MS2010 am 18.02.2021 um 20:16 Uhr
Wird Smartworld ohne Goolge und Playstore möglich?

Sehr geehrtes Test-Team,
Sie raten in 2019, androide Apps ausschließlich aus dem Playstore zu laden.
Ist denn inzwischen ein sicherer Download (ohne Schadsoftware) und ohne dem großen G möglich?
Ein Internet-Test riet im vergangenem Jahr zu F-Droid, und beschrieb viele weitere interessante Aspekte / Hinterfragungen, die Ihrem Beitrag widersprechen. Darf ich ihn hier benennen? Kenne jedoch weder ihn, noch seinen empfohlenen Anbieter.
Ich freue mich auf das Jahr, in dem es endlich umfassende Europäische Digital- und Techniksysteme gibt - abseits großer Weltkonzerne oder diktatorischer Staaten, versteht sich. Vielen Dank.

LeniAddi am 10.07.2019 um 07:25 Uhr
Das wusste ich gar nicht

Ich wusste noch gar nicht, dass Schutzsoftware auch für das Smartphone notwendig ist. Ich dachte, dass nur Computer davon betroffen wären. Vielen Dank für den Hinweis.

Profilbild Stiftung_Warentest am 22.01.2019 um 15:10 Uhr
Google-Richtlinie: Testbericht hinfällig?

@columbo: Die Änderung der Google-Richtlinie hinsichtlich der SMS-Befehle z.B. beim Diebstahlschutz sowie der Anruf-Filterung betrifft alle Apps, die diesen Service anbieten. Wir planen, eine Meldung dazu zu bringen. Der Diebstahlschutz kann aber auch über ein Webinterface gesteuert werden.
Dass wir einen Test mit nicht gerouteten Geräten durchführen, beschreiben wir im „So haben wir getestet“ und ist unserer Meinung eigentlich auch selbstverständlich: Wir testen immer in der Situation, die ein Anwender am häufigsten vorfindet.
Die Dual-SIM-Funktion aber haben wir jetzt bei allen Programmen nachgetestet. Die Funktion entspricht unseren Erwartungen und den Ergebnissen des Tests. Bei allen Apps (auch bei Eset) hat die Anti-Theft-Funktion ohne Einschränkungen funktioniert. Möglich wäre, dass dies vom Dual-Sim-Handy abhängig ist - wir haben mit einem Samsung S9 getestet. (Bu)

fußballer499 am 18.01.2019 um 10:16 Uhr
Freeware- Sicherheits-Apps

...man sollte schon sehr leidensfähig und werberesistenz sein um sich diese Freeware ( egal welche ) auf sein Smartphone zu installieren.

columbo am 14.01.2019 um 21:02 Uhr
Testbericht hinfällig

Laut der aktuellen User Bewertungen musste Testsieger Eset aufgrund geänderter Google Richtlinien die Funktionen Anruf- und SMS-Filter, Anti-Theft und App Sperre gänzlich einstellen. Eset hat dies in seiner Antwort bestätigt.
Auf der Eset Homepage ist ferner zu lesen, dass die Eset Android App weder gerootete Geräte unterstützt, noch solche mit Dual-SIM Funktion. Dieser Hinweis fehlt ihm Testbericht, wäre aber wichtig gewesen, weil inzwischen alle Hersteller (auch von Premium Smartphones) Dual-fähige Geräte produzieren.