Sicher­heits-Apps Test

Anders als ein PC braucht ein Android-Handy nicht zwingend eine Schutz-Software. Doch wenn sie gut gemacht ist, kann sie die Sicherheit erhöhen. Wer Apps aus anderen Quellen als dem Google Play Store lädt, sollte unbe­dingt eine Sicher­heits-App nutzen. Die Stiftung Warentest hat 13 Sicher­heits­programme für Android-Smartphones getestet – fünf davon erhielten die Note gut, viermal mussten die Tester ein Mangelhaft vergeben.

Kompletten Artikel freischalten

TestSicher­heits-Appstest 02/2016
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 6 Seiten).

Gefahr durch Trojaner mit versteckter Schad­funk­tion

Tatsäch­lich ist für Android-Smartphones Schadsoftware im Umlauf. Sie kann zum Beispiel teure Premium-SMS versenden oder den Nutzer aus seinem Gerät aussperren, um ein Lösegeld zu erpressen. Doch so dramatisch wie beim Wind­ows-PC ist die Bedrohungs­lage bei Android nicht. Anders als für den PC gibt es für Smartphones keine „Viren“, die sich quasi von selbst am Nutzer vorbei aufs Handy laden, etwa weil er auf einer „verseuchten“ Website surft. Statt­dessen versuchen Hacker, Smartphone-Nutzer mit allerlei Tricks dazu zu bringen, die Schädlinge selbst zu installieren. Sie tarnen diese beispiels­weise als Spiel oder Video­player und stellen sie zum Gratis-Download bereit. Solche Apps mit versteckter Schad­funk­tion wurden in Anlehnung an die grie­chische Mythologie zunächst als „troja­nische Pferde“ betitelt. Heute spricht man häufiger von „Trojanern“.

Nur 5 von 13 Sicher­heits-Apps schützen zuver­lässig

Um solche Trojaner aufzuspüren, gleichen Sicher­heits-Apps die auf dem Handy gespeicherten Apps mit Listen bekannter Schad­programme ab. Das bedeutet: Ihre Qualität steht und fällt mit der Aktualität und Voll­ständig­keit dieser Liste. Die Stiftung Warentest hat 13 Sicher­heits­programme auf den Schutz vor Schadsoftware geprüft. Ebenfalls untersucht haben die Tester, wie gut die Apps vor Online­betrügereien („Phishing“) schützen, und wie hilf­reich sie sind, wenn das Handy verloren­geht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Lediglich fünf Apps machen ihre Sache insgesamt gut, vier fallen ganz durch.

Zusätzliche Sicherheit ist nicht umsonst zu haben

Alle geprüften Apps lassen sich zunächst kostenlos im Play Store laden. Doch wer in den Genuss des vollen Funk­tions­umfangs kommen will, muss bei vielen dann doch Geld ausgeben. Die Preise für eine einjährige Nutzungs­lizenz liegen bei den fünf guten Sicher­heits-Apps bei rund 10 bis 30 Euro. Die drei Sicher­heits-Apps, die dauer­haft umsonst zu haben sind, erhielten alle­samt das test-Qualitäts­urteil mangelhaft.

Handy aus der Ferne per SMS sperren

Die meisten Sicher­heits-Apps bieten bei Handy­verlust mehr als der stan­dard­mäßig vorinstallierte „Android Geräte-Manager“. Sie können das Handy nicht nur online orten, sperren und löschen, sondern auch per SMS. Das klappt auch dann, wenn das Smartphone keine Internet­verbindung hat, aber im Mobil­funk­netz einge­loggt ist, etwa im Ausland. Entfernt der Dieb allerdings die Sim-Karte, läuft das ebenfalls ins Leere. Vier Apps können das Handy gegen die Verwendung einer fremden Sim-Karte sperren.

Vier Apps senden Daten unver­schlüsselt an Dritte

Sicher­heits-Apps brauchen sehr weit­gehende Zugriffs­rechte auf das Smartphone, beispiels­weise die Ortungs­funk­tion oder das Adress­buch. Theoretisch könnten sie den Nutzer detailliert ausforschen. Bei der Messung der Daten­ströme entdeckten die Prüfer der Stiftung Warentest, dass einige Sicher­heits-Apps persönliche Daten unver­schlüsselt an Dritte versenden. Bei vier Apps bewerteten die Tester das Daten­sende­verhalten deshalb als „sehr kritisch“.

iPhones brauchen keine Sicher­heits-Apps

Das Apple-System ist geschlossener als Android – und damit sicherer. Apps gibt‘s nur in Apples App Store. Apple über­prüft sämtliche Apps, bevor diese in den App Store gelangen. Bisher haben es erst sehr wenige Trojaner in den App Store geschafft. Sie wurden schnell entdeckt und entfernt.

Jetzt freischalten

TestSicher­heits-Appstest 02/2016
1,00 €
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 6 Seiten).

Wie möchten Sie bezahlen?

  • Unser Tipp
    test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7 € pro Monat oder 50 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben

  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen
  • Diesen Artikel per Handy kaufen
  • Gutschein einlösen
Preise inkl. MwSt.
  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur rund 11 Prozent ihrer Erträge als öffentlichen Zuschuss.

Dieser Artikel ist hilfreich. 105 Nutzer finden das hilfreich.