Tipps für den Spiel­zeugkauf

Vor dem Kauf

  • Fragen. Sehen Sie sich das Spielzeug vor dem Kauf in Ruhe an. Welche Funk­tionen hat es? Ist mein Kind in der Lage, damit zu spielen? Entspricht es seinem Typ? Orientieren Sie sich an den Warnhin­weisen und pädagogischen Alters­empfehlungen der Hersteller. Lassen Sie sich beraten.
  • Prüfsiegel. Achten Sie auf Prüfsiegel. Das CE-Zeichen allein sagt wenig aus. Es ist in der EU Pflicht. Der Hersteller erklärt damit, dass er sich an die gesetzlichen Vorschriften hält. Besser sind unabhängige Prüfsiegel, die Hersteller freiwil­lig beantragen können. Zum Beispiel das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit oder Siegel von Prüf­instituten.
  • Kontakt. Achten Sie darauf, dass der Hersteller mit Namen und Kontakt­adresse auf dem Spielzeug steht. In den vergangenen Jahren fielen eher so genannte No-Name- und Billig-Spielzeuge durch schlampige Verarbeitung und hohe Schad­stoff­belastung auf. Marken­spielzeug bietet aber keine Garantie für Schad­stoff­freiheit.
  • Schnuppern. Prüfen Sie mit allen Sinnen. Schnuppern, reiben, ziehen und wackeln Sie am Spielzeug. Riecht es unangenehm, fallen Teile ab, lösen sich Nähte oder Farben – lassen Sie die Ware besser im Laden liegen. Intensiver untypischer Geruch kann auf Schad­stoffe hinweisen. Geruchloses Spielzeug garan­tiert aber keine Schad­stoff­freiheit. Achten Sie auch auf scharfe Ecken und Kanten.
  • Duft­stoffe. Mitt­lerweile gibt es den Trend Spielzeug zu beduften. Fragen Sie sich, ob Sie Duft­stoffe für Ihr Kind möchten. Möglicher­weise können sie Allergien auslösen oder unangenehme Materialgerüche über­decken.
  • Kunst­stoff­spielzeug. Bevor­zugen Sie Spielzeug aus hartem Kunststoff, etwa aus Poly­propylen (PP) oder Poly­ethylen (PE). Bestimmte gesund­heits­schädliche Phthalat-Weichmacher können etwa in Weich-PVC (Poly­vinyl­chlorid) enthalten sein. PVC erkennen Sie am Recycling­dreieck mit der Ziffer 03 und der Kenn­zeichnung PVC.
  • Holz­spielzeug. Bevor­zugen Sie Spielzeug aus unla­ckiertem Voll­holz. Die Schad­stoffe befinden sich oft im Lack. Sperr­holz und Spanplatten können zudem formaldehydhaltige Binde­mittel enthalten.

Nach dem Kauf

  • Zurück­schi­cken. Grund­sätzlich gilt: Haben Sie ein Produkt online, per Post oder am Telefon bestellt, können Sie es nach Erhalt der Ware inner­halb von zwei Wochen zurück­schi­cken – ohne Angabe von Gründen.
  • Zurück­geben. Viele Unternehmen nehmen Ware freiwil­lig zurück. Lassen Sie sich das Umtauschrecht beim Kauf schriftlich bestätigen. Wirbt ein Unternehmen wie viele Discounter mit einem solchen Umtauschrecht, ist es verbindlich.
  • Mängel. Intensiver unangenehmer Geruch, Kleinteile, die sich lösen oder Schad­stoffe, die per Gesetz nicht im Spielzeug enthalten sein dürfen, sind Mängel. Als Käufer haben Sie das Recht auf ein mangelfreies Produkt. Dafür hat der Verkäufer der Ware zwei Jahre lang einzustehen. Ab Kauf wird ein halbes Jahr lang vermutet, dass etwaige Mängel von Anfang an vorlagen. Danach müssen Sie das im Streitfall beweisen.
  • Produkthaftung. Ist ein Produkt fehler­haft und Ihr Kind erleidet dadurch einen Gesund­heits­schaden, können Sie vom Hersteller Schaden­ersatz und ein angemessenes Schmerzens­geld verlangen. Ein Verschulden müssen Sie dem Hersteller nicht nach­weisen. Es muss nur klar sein, dass Verletzungen oder Gesund­heits­schäden auf dem Produkt­fehler beruhen.

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