Sicherheit von Spielzeug

Kritische Funde: Diese Schad­stoffe haben wir gefunden

11.11.2011

Sicherheit von Spielzeug

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  • Testergebnisse für 11 Puppen 11/2011Anzeigen
  • Testergebnisse für 11 Kunststofffiguren 11/2011Anzeigen
Inhalt

Nickel. Kann Allergien auslösen. Etwa 10 Prozent aller Kinder sind bereits gegen­über Nickel sensibilisiert. Nach der Bedarfs­gegen­stände­ver­ordnung dürfen Gegen­stände mit längerem Haut­kontakt maximal 0,5 Mikrogramm Nickel pro Quadratzenti­meter und Woche freisetzen. Dieser Grenz­wert sollte generell für Spielzeug gelten, da unklar ist, ab welcher Kontakt­zeit Nickel eine Sensibilisierung auslösen kann.

Nonylphenol. Es dient als Zusatz für Kunststoffe und der Herstellung von Nonylphenoleth­oxylaten (NPE). NPE werden als Tenside in der Textilherstellung sowie in der Farben- und Lack­produktion einge­setzt. Die Stoffe sind für Wasser­organismen giftig. Gelangen NPE über Abwässer in die Umwelt, bauen sie sich zu Nonylphenol ab. Nonylphenol beein­flusst das Hormon­system. Es schädigt vermutlich die Fort­pflan­zungs­fähig­keit und das Kind im Mutterleib. Zur Vorsorge sollte es nicht in Spielzeug enthalten sein.

Phthalate. Diese Weichmacher machen vor allem PVC elastisch. Phthalate dünsten mit der Zeit aus, können auswaschen oder sich durch Reibung lösen. In der Umwelt sind sie fast über­all nach­zuweisen, beim Menschen oft im Blut und Urin. Bestimmte Phthalate beein­trächtigen die Fort­pflan­zungs­fähig­keit. Sie sind in Spielzeug verboten. Wir fanden Diisobutylph­thalat (DIBP) im Test. DIBP kann wie das in Spielzeug verbotene DEHP die Fort­pflan­zungs­fähig­keit gefährden.

PAK, poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe. PAK gelangen ins Spielzeug meist über Weichmacheröle, die Kunststoff griffig machen, und über Ruße in Farb­mischungen. Einige PAK können Krebs erzeugen, das Erbgut verändern oder der Fort­pflan­zungs­fähig­keit schaden. Derzeit wird in der EU diskutiert, den Grenz­wert von acht krebs­erzeugenden PAK auf 0,2 Milligramm pro Kilogramm zu beschränken. Ab 2013 würde die neue Spielzeug-Richt­linie 1 000 Milligramm dieser PAK pro Kilogramm erlauben.

Schwer­metalle. Sie kommen in Farben und Kunststoffen vor. Kadmium schädigt die Nieren, reichert sich im Körper an. Blei kann schon in geringen Mengen die Intelligenz mindern und aufs Hormon­system wirken. In der neuen Spielzeug-Richt­linie liegt der Blei-Grenz­wert höher als in der alten. Die Welt­gesund­heits­organisation fordert ein Verbot von Blei in Spielzeug.

Zinn­organische Verbindungen. Sie stabilisieren PVC. Dibutyl- (DBT) und Dioctylzinn­verbindungen (DOT) erhöhen die Licht- und Hitze­beständig­keit. DOT und DBT können das Immun­system schädigen. Einige DBT-Verbindungen können die Fort­pflan­zungs­fähig­keit beein­trächtigen und das Kind im Mutterleib schädigen. Ab 2012 soll ein Grenz­wert von 1 000 Milligramm Zinn pro Kilogramm gelten. Prüfsiegel wie Ökotex Stan­dard 100, LGA tested oder Blauer Engel für textiles Spielzeug fordern für DBT nur 0,05 bis 2 mg/kg.

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