ETF-Anleger: Auf Haupt­versamm­lungen vertreten

ETF-Anbieter besitzen teils große Anteile an Firmen. Black­rock zum Beispiel, Anbieter der iShares-ETF, ist bei einigen Firmen aus dem Aktien­index Dax, wie der Deutschen Bank, Bayer oder der Allianz größter Einzel­aktionär. Fonds­gesell­schaften nehmen als Treuhänder der Anleger die Stimm­rechte für diese wahr. Je mehr Geld in Fonds steckt, desto mehr Mitbestimmungs­macht haben sie.

ETF-Anbieter nehmen ihre Stimm­rechte durch­aus wahr

Doch während manche Kritiker den ETF-Anbietern aufgrund der Macht­verhält­nisse einen zu großen Einfluss unterstellen, werfen andere ihnen vor, die Mitbestimmungs­rechte der Aktionäre nicht wahr­zunehmen. Das stimmt allerdings nicht. Black­rock, Xtra­ckers und viele andere ETF-Anbieter lassen ihre Stimm­rechte nicht verfallen. Sie üben sie aus und winken dabei durch­aus nicht alle Abstimmungs­vorlagen durch, wie das Fonds­analysehaus Mornings­tar fest­gestellt hat.

Eigene Teams kümmern sich

Die DWS übt die Stimm­rechte sowohl für ihre aktiv gemanagten Fonds als auch für die ETF von Xtra­ckers aus. Nicht einzelne Fonds­manager kümmern sich um die Interes­senvertretung, das macht ein dafür abge­stelltes Team. 2017 stimmte die Fonds­gesell­schaft bei 750 Unternehmen ab, was 70 Prozent des verwalteten Aktien­vermögens entspricht. Die DWS nutzt die Dienste von Stimm­rechts­beratern. „Aber die Abstimmungs­entscheidung bleibt voll­ständig bei uns“, sagt DWS-Sprecher Claus Gruber.

Auf vielen Haupt­versamm­lungen vertreten

Black­rock verfügt bereits seit den späten acht­ziger Jahren über ein Team, das die Stimm­rechts­vertretung für aktive Fonds und für Indexfonds wahr­nimmt. Sie waren 2017 auf 17 309 Haupt­versamm­lungen vertreten. Lyxor ist seit 2015 dabei. 2017 hat der französische ETF-Anbieter bei 158 Haupt­versamm­lungen welt­weit abge­stimmt. „Bis zum Ende dieses Jahres werden wir diese Zahl erheblich gesteigert haben“, sagt Heike Fürpaß-Peter, Leiterin Lyxor ETF Deutsch­land.

Vier-Augen-Gespräche

Als große Anteils­eigner stehen Fonds­gesell­schaften auch mit Unternehmen in Kontakt und sprechen zum Beispiel über Miss­stände, allerdings in der Regel hinter verschlossenen Türen. Anleger können wählen, welche ETF sie kaufen und auf diese Weise steuern, wer sie vertreten soll. Wer Wert auf Mitbestimmung legt, braucht physische ETF. Bei Swap-ETF (Glossar) werden Anleger nicht vertreten.

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