Bis zu 3 000 Fremdkörper vergessen Operateure in Deutschland jedes Jahr in Patientenkörpern. „Unbeabsichtigt belassen“, wie es im Fachjargon heißt, werden nach Operationen zum Beispiel Gefäßklemmen, Tupfer oder Spatel. Eine Arbeitsgruppe des Aktionsbündnisses Patientensicherheit hat Empfehlungen für Krankenhausleitungen, Ärzte und Pflegende veröffentlicht – unter dem Titel „Jeder Tupfer zählt“. Krankenhäuser sollen Regeln für Zählkontrollen und eine Dokumentation bei OP-Instrumenten festlegen und die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter schärfen – vor allem bei Notfalleingriffen und hohen Blutverlusten. Falls nach einer Operation Zweifel auftreten, gelte „Der Patient hat immer recht“: Beschwerden sollen stets überprüft werden. Fremdkörper müssen so rasch wie möglich entdeckt werden. Viele Betroffene haben eine lange Krankheitsgeschichte mit unklaren Beschwerden hinter sich. Im vergangenen Jahr wurde an der Universitätsklinik Bonn das Institut für Patientensicherheit eröffnet, hierzulande die erste Institution dieser Art. Dort werden Fehlerursachen im Gesundheitswesen und Vermeidungsstrategien wissenschaftlich untersucht.

Tipp: Empfehlungen und Infos zur Patientensicherheit finden Sie unter www.aktionsbuendnis-patientensicherheit.de.

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