Werden auch Sie im Internet wochen­lang über mehrere Seiten hinweg von Werbung verfolgt? Das liegt an den Cookies, kleinen Text­dateien, die der Browser auf Ihrem Rechner ablegt. Hier erklären wir, was Cookies können – und wie sie sich ausschalten lassen.

Cookies sind praktisch – und problematisch: Sie speichern etwa beim Onlinekauf den Inhalt Ihres Warenkorbes, damit er sich beim Weitershoppen nicht leert. Sie verraten aber auch viel über Sie: Die Betreiber der von Ihnen besuchten Webseiten (und oft auch deren Geschäfts­partner) erfahren, wofür Sie sich interes­sieren. Hier erklären wir, wie Cookies funk­tionieren und wie sie sich in den Browsern Chrome, Edge, Firefox und Safari löschen lassen.

Was Sie schon immer über Cookies wissen wollten

Die Werbung, die Sie im Internet sehen, ist meist individuell auf Sie zuge­schnitten. Während der eine Urlaubs­angebote präsentiert bekommt, erscheint bei dem anderen eine Anzeige für Baby­nahrung – je nachdem, auf welchen Webseiten er sich zuvor getummelt hat. Auskunft darüber geben, Sie ahnen es: Cookies.

Wie funk­tionieren Cookies?

Beim Besuch einer Webseite speichert der Browser den Umstand des Besuchs als Text­datei (Cookie). Besucht der Nutzer dieselbe Webseite später wieder, dann sendet der Browser (zum Beispiel Chrome, Firefox, Edge oder Safari) die Text­datei zurück an die Webseite. Diese liest die im Cookie gespeicherten Angaben aus und weiß dann zum Beispiel, dass immer noch eine Hose, ein Hemd und ein Gürtel im Warenkorb liegen. Mit Hilfe von Cookies kann also im weitesten Sinne ein Nutzer wieder­erkannt werden – etwa wenn die ID mit einem Nutzer­konto verknüpft ist, das Zahlungs­daten und damit Klar­namen umfasst. Zumindest aber als derjenige, in dessen Browser das fragliche Cookie abge­legt wurde. Absender dieser kleinen Texte sind die Betreiber der Webseite (First-Party-Cookie) oder ihre Geschäfts­partner (Third-Party-Cookie).

Was können First-Party-Cookies?

Cookies ermöglichen es zum Beispiel, beim Online­einkauf den Warenkorb zu füllen, ohne sich auf jeder Unterseite eines Händ­lers neu als ein und derselbe Kunde anmelden zu müssen. Schon einmal gesuchte Begriffe ergänzt der Browser oft schon nach Eingabe weniger Buch­staben. Das ist komfortabel. Mit Hilfe anderer Cookies analysieren Webseiten­betreiber das Surf­verhalten von Internetnutzern und optimieren ihre Website. So erkennen sie etwa, ob die Besucher ihrer Seite immer wieder an derselben Stelle abspringen, weil die Benutzerführung unlogisch ist. Wieder andere Cookies helfen Werbetreibenden zu erkennen, welche Webseiten über­haupt besucht wurden, und so die Werbung auf die vermuteten Interessen der Besucher abstimmen – also personalisieren – zu können.

Was machen Third-Party-Cookies?

First-Party-Cookies sind nur für die Webseiten­betreiber selbst abruf­bar. Wer aber etwa das Surf­verhalten seiner Nutzer darüber hinaus verfolgen will, muss mit anderen Dienst­leistern koope­rieren. Oft ist das Google Analytics. Auf ihrer Website binden die Anbieter dafür ein sogenanntes Third-Party-Cookie des jeweiligen Dienst­leisters ein. Das geschieht auf unzäh­ligen Webseiten. So kann der Dienst­leister zum Beispiel das Surf­verhalten der Nutzer über viele besuchte Webseiten hinweg dokumentieren und den Webseiten­betreibern zur Verfügung stellen. Die wissen nun etwas mehr etwa über ihre Besucher: Was schaut sich der Nutzer anderswo im Internet an? Welche Angebote interes­sieren ihn besonders? Mit diesen Erkennt­nissen optimieren Webseiten­betreiber ihren Internet­auftritt. Dazu reichen ihnen pseudonyme oder sogar anonyme Auswertungen.

Pseudonym und anonym

Von einer pseudonymen Auswertung spricht man, wenn das konkrete Identifikations­merkmal (etwa der Name) durch einen Code (Buch­staben- oder Zahlen­folge) ersetzt wird. Werden Daten anonymisiert ausgewertet, können sie keiner bestimmten Person mehr zuge­ordnet werden können.

Wie funk­tioniert Profiling?

Unbe­merkt, geradezu heimtü­ckisch wirkt die Surf­analyse durch Profilbildner. Sie ergänzen das aus unseren Such­anfragen etwa über Google oder eben aus Cookies gewonnene Wissen über Interessen (markentreu oder preisbewusst?) oder Kauf­verhalten (abwägend oder impulsiv?) mit Angaben zu den verwendeten Geräten (Apple- oder Wind­ows-Rechner?) und Wohn­ort (gehobene Lage oder Arme-Leute-Viertel?). Das teil­weise mehrere hundert Details umfassende Wissen entscheidet womöglich über die Bonität bei der Kredit­vergabe oder die Bezahl­möglich­keiten beim Onlineshopping. Wer Pech hat, zahlt dann auf Vorkasse statt auf Rechnung oder muss einen höheren Kreditzins berappen als andere. Cookies leisten einen, wenn auch kleinen Beitrag zum Wissen der Profilbildner.

Wie lange bleiben Cookies auf dem Rechner?

Webseiten­anbieter und Werbefirmen versehen die Cookies mit einem Verfalls­datum. Sogenannte Session Cookies werden auto­matisch gelöscht, nachdem der Nutzer die Internetsit­zung – also zum Beispiel den Einkauf oder das Bank­geschäft – beendet und den Browser schließt. Andere Cookies sind so programmiert, dass sie jahre­lang im Browser gespeichert bleiben – es sei denn, man löscht sie.

Welcher Umgang mit Cookies empfiehlt sich?

Notwendige Cookies. Es ist nicht ratsam, von vorn­herein alle Cookies zu blockieren. Denn wichtige Funk­tionalitäten von Webseiten hängen davon ab, dass Cookies gesetzt werden können. Das liegt daran, dass der Browser ohne Cookies ziemlich vergess­lich ist. Er kann sich zum Beispiel nicht merken, ob man einge­loggt ist – beim sozialen Netz­werk, im Onlineshop oder beim E-Mail-Dienst.

Cookies für Marketing­zwecke. Alle anderen Cookies sind für Ihr Surf­erlebnis in der Regel irrelevant – Sie können sie also von vorn­herein ablehnen oder am Ende der Internet-“Session“ löschen. Seriöse Firmen geben in ihren Daten­schutz­erklärungen Hinweise auf die Nutzung von Cookies und auch Anleitungen, wie man sie blockieren oder löschen kann.

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Schutz vor Tracking – so machen Sie Verfolgern das Leben schwer

Cookies galten lange Zeit als Dreh- und Angel­punkt bei der Personalisierung von Werbung. Heute ergänzen ausgefeiltere Techniken Cookies oder ersetzen sie sogar. Das läuft unter dem Schlag­wort „Digi­taler Finger­abdruck“: Wie beim richtigen Finger­abdruck fügen sich verschiedene Merkmale zu einem unver­wechsel­baren Bild zusammen: etwa der verwendete Browser, dessen Versions­stand, die Frage, ob eine „Do-not-track“-Aufforderung gesendet wird, oder der Zustand der Batterie von Smartphone, Tablet oder Notebook. Voll­kommen anonym zu surfen ist im Alltag also nicht leicht. Immerhin können Sie Verfolgern jedweder Art das Leben schwer machen indem Sie, sofern vom jeweiligen Browser angeboten, das Folgende tun:

  • Tracking­einstel­lungenanpassen. Sie sperren bestimmte Arten von Cookies oder pauschal alle und lassen sie so erst gar nicht auf ihren Rechner. Eine Option wäre, die Cookies der besuchten Website anzu­nehmen – das ermöglicht Ihnen etwa komfort­ables Einkaufen –, die von Werbe­part­nern („Dritt­anbieter-Cookies“) aber auszusperren.
  • InPri­vate-Browsen. Dabei surfen Sie mit besonders geringen Daten­spuren. Der Modus nennt sich auch Inkognitomodus. So können Personen, die den gleichen Rechner nutzen, Ihre Aktivitäten nicht sehen. Das ist etwa in einem Internetcafé zu empfehlen. Der anonyme Modus eines Browsers macht Surfer aber nicht voll­ständig „unsicht­bar“.
  • Do-not-track-Aufforderungsenden. Das signalisiert besuchten Websites, dass Besucher nicht verfolgt („getrackt“) werden wollen. Allerdings ignorieren viele Seiten­betreiber den Wunsch nach Privatheit, etliche verfeinern damit sogar den digitalen Finger­abdruck um das Merkmal „Dieser Nutzer sendet eine Do-not-track-Aufforderung“. Deshalb ist diese Funk­tion umstritten: Politiker wollen sie beibehalten, die Firma Apple bietet sie wegen des eher kontraproduktiven Nutzens im aktuellen Safari-Browser gar nicht mehr an.
  • Cookies löschen. Besuchen Sie wieder­holt dieselbe Website, löschen aber jedes Mal die entsprechenden Cookies, hält der Web-Server Sie immer wieder für einen neuen Besucher.
    Nachteil: Registrierte Nutzer eines Online­angebots müssen sich bei jedem Aufruf der Seite neu registrieren, der Warenkorb beim Onlineshoppen wird nicht gespeichert.
    Vorteil: So vermeiden Surfer zum Beispiel, dass Reiseportale ihnen bei jedem Seiten­aufruf höhere Angebots­preise zeigen – weil sie davon ausgehen, dass mit ihrem großen Interesse auch eine größere Zahlungs­bereitschaft einhergeht.

Noch privater mit Tracking-Blockern und Antitra­cking-Browsern

Die aktuellen Versionen der im Folgenden von uns vorgestellten Browser bieten viele Optionen, die die Privatsphäre schützen. Noch privater surfen Nutzer mit speziellen Tracking-Blockern. Das sind von Dritt­anbietern programmierte Browser-Erweiterungen, auch Add-ons oder Plug-ins genannt. Nicht alle sind wirk­lich hilf­reich, die besten aber schon, wie unser Test von Tracking-Blockern ergab. Zu den Tipps für mehr Privatsphäre beim Surfen gehören unter anderem speziell auf Daten­schutz ausgerichtete Browser wie Cliqz und Firefox Klar, die es auch für Smartphones und Tablets gibt.

Schont Nerven, aber hilft Verfolgern

Viele Nutzer nervt der Cookie-Hinweis beim ersten Aufruf einer Website. Gerade daten­schutz­bewusste Menschen klicken sich oft durch diverse Einstel­lungen – das bremst sie beim Surfen aus. Die neue Browser-Erweiterung „I don‘t care about cookies“ (Deutsch: Cookies sind mir egal) will Abhilfe schaffen. Das für die Internet-Browser Chrome, Edge, Firefox und Opera erhältliche Programm blendet den Cookie-Hinweis in vielen Fällen aus. Doch die Bequemlich­keit geht auf Kosten der Privatsphäre: Die Cookie-Hinweise bleiben nur deshalb aus, weil das Tool im Hintergrund alle Cookies erlaubt und dem Tracking Tür und Tor öffnet: Wer etwa die Fußball-Website kicker.de besucht und das Programm nutzt, gestattet mehr als 450 Firmen, Daten zu sammeln. Wer ohne das Tool surft, kann das Tracking über die Cookie-Einstel­lungen von kicker.de auf zwei Firmen beschränken.

Smartphone und Tablet nicht vergessen

Immer öfter surfen wir mit mobilen Geräten. Das registriert auch die Stiftung Warentest, deren Websites inzwischen in etwa jedem zweiten Fall von einem Smartphone oder Tablet abge­rufen werden. Diese mobilen Begleiter können viel über uns verraten, wie einer unserer Redak­teure im Selbstversuch ermittelte. Unsere zehn Tipps für mehr Privatsphäre im Netz gelten für Smartphone & Co genauso wie für Notebook und PC.

Im Folgenden zeigen wir, was die vier am weitesten verbreiteten Browser in puncto Daten­schutz­einstel­lungen zu bieten haben. Diese Einstel­lungen sind ein Muss, wenn Ihnen an Ihrer Privatsphäre liegt. Viele weitere Infos bietet unser Ratgeber Spurlos im Internet: Tracking verhindern, Daten schützen, anonym surfen, VPN nutzen.

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Diese Schutz­funk­tionen bietet Apple Safari

Den Safari-Browser integriert Apple in seinem Betriebs­system MacOS, bietet ihn aber auch für mobile Geräte mit den Betriebs­systemen iOS und iPad-OS im App-Store an. Nutzer können unter anderem:

  • gespeicherte Cookies, Pass­wörter und mehr löschen,
  • einstellen, welche Arten von Cookies über­haupt gespeichert werden dürfen,
  • mit besonders geringen Daten­spuren surfen und suchen (InPri­vate-Browsen). Dafür integriert der Safari-Browser die Such­maschine DuckDuckGo).

Der Safari-Browser integriert darüber hinaus weitere Sicher­heits­funk­tionen wie den Schutz vor betrügerischen Websites und solchen mit Schadsoftware sowie eine Pass­wort­verwaltung, die mehr­fach genutzte Pass­wörter markiert. Ebenso soll er „Fingerprinting“ abwehren, bei dem etwa Werbetreibende versuchen, die von den Nutzern verwendeten Geräte auch ohne Cookies wieder­zuerkennen. Ohne explizite Erlaubnis durch die Nutzer verhindert der Safari-Browser das Verfolgen der Nutzer etwa durch „Gefällt-mir“-Buttons, Buttons zum Teilen und Widgets zum Kommentieren in sozialen Medien und Auto­play. Detaillierte Erklärungen und Anleitungen finden sich auf der Apple-Website.

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Diese Schutz­funk­tionen bietet Google Chrome

Den Chrome-Browser bietet Google für Desktop-Rechner, Notebooks, Smartphones und Tablets mit populären Betriebs­systemen an. Er beruht in der aktuellen Version auf Chromium, einer freien Software (Open-Source-Software), die auch Basis des aktuellen Edge-Browsers von Microsoft ist. Der große Unterschied: Chrome integriert Google-Dienste wie die Suche mit der gleichnamigen Such­maschine. Nutzer können unter anderem:

  • gespeicherte Cookies, Pass­wörter und mehr löschen,
  • einstellen, welche Arten von Cookies über­haupt gespeichert werden dürfen,
  • Internet­servern auto­matisch eine Do-not-Track-Aufforderung senden und
  • mit besonders geringen Daten­spuren surfen (Neues Inkognito-Fenster).

Der Chrome-Browser integriert darüber hinaus weitere Sicher­heits­funk­tionen wie Safe Browsing (sicheres Surfen), indem es Nutzer beim Surfen davor warnt, gefähr­liche Websites zu öffnen oder gefähr­liche Dateien aus dem Web herunter­zuladen. Detaillierte Erklärungen und Anleitungen bietet der Google-Support.

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Diese Schutz­funk­tionen bietet Microsoft Edge

Den Edge-Browser integriert Microsoft in seinem Betriebs­system Wind­ows (lauf­fähig ab Version 7), bietet ihn aber auch für Apple-Rechner mit MacOS und für mobile Geräte mit Android und iOS an. Der Edge-Browser beruht in der aktuellen Version auf Chromium, einer Open-Source-Software, die auch im Google-Browser Chrome läuft. Der Unterschied: Edge hat keine Google-Dienste integriert. Nutzer können unter anderem:

  • gespeicherte Cookies, Pass­wörter und mehr löschen,
  • einstellen, welche Arten von Cookies über­haupt gespeichert werden dürfen,
  • Internet­servern auto­matisch eine Do-not-Track-Aufforderung senden und
  • mit besonders geringen Daten­spuren surfen (InPri­vate-Browsen).

Der Edge-Browser integriert darüber hinaus weitere Sicher­heits­funk­tionen wie etwa den Schutz vor betrügerischen Websites und solchen mit Schadsoftware. Detaillierte Erklärungen und Anleitungen stellt der Microsoft-Support bereit.

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Diese Schutz­funk­tionen bietet Mozilla Firefox

Den Firefox-Browser stellt die Mozilla-Foundation auf nicht­kommerzieller Basis für praktisch alle Betriebs­systeme einschließ­lich Linux zur Verfügung. Der Firefox-Browser ist freie Software, sein Quell­code öffent­lich einsehbar. Nutzer können unter anderem:

  • gespeicherte Cookies, Pass­wörter und mehr löschen,
  • einstellen, welche Arten von Cookies über­haupt gespeichert werden dürfen,
  • Internet­servern auto­matisch eine Do-not-Track-Aufforderung senden und
  • mit besonders geringen Daten­spuren surfen (Neues privates Fenster).

Der Firefox-Browser integriert darüber hinaus weitere Sicher­heits­funk­tionen wie den Schutz vor betrügerischen Websites und solchen mit Schadsoftware. Ebenso soll er „Fingerprinting“ abwehren, bei dem etwa Werbetreibende versuchen, die von den Nutzern verwendeten Geräte auch ohne Cookies wieder­zuerkennen. Er entfernt auch auto­matisch seiten­über­greifende Tracking-Daten, um etwa verfolgende Werbung zu unterbinden, und blockiert das Verfolgen der Nutzer durch soziale Netz­werke. Erklärungen dazu finden sich auf der Website der Mozilla-Foundation.

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