So finden Sparer die passende Zinsanlage

Sparer, die sich nur für kurze Zeit festlegen wollen, haben Auswahl.

Tagesgeldkonto. Tagesgeld ist dem Sparbuch ähnlich, aber oft besser verzinst. Über Tagesgeld können Sparer jederzeit uneingeschränkt verfügen. Der Zins kann sich täglich ändern.

Sparbuch. Das Sparbuch ist wegen mickriger Zinsen meist uninteressant. Eine Ausnahme: Die BMW-Bank bietet für ihr Online-Sparkonto derzeit 3 Prozent. Aber auch der Sparbuchzins kann sich jederzeit ändern.

Festgeld. Bei Festgeld wird für eine bestimmte Zeit ein Zins garantiert. Er kann seitens der Bank nicht verändert werden. Steigen die Zinsen während der Laufzeit, profitiert der Sparer von zwischenzeitlichen Zinserhöhungen allerdings nicht. Festgeld muss meist vor Laufzeitende gekündigt werden, sonst verlängert es sich automatisch.

Einjähriger Sparbrief. Auch beim Sparbrief wird das Geld fest verzinst. Der Sparbetrag wird nach der Laufzeit aber nicht automatisch weiter angelegt.

Bundesschatzbrief und Alternativen. Bundesschatzbriefe haben eine laufzeitabhängige Zinstreppe. Sparer können sie bei der Bundeswertpapierverwaltung in Bad Homburg kaufen, ohne Gebühren für Verwahrung oder späteren Verkauf. Ähnlich konstruierte Bankprodukte bieten derzeit aber oft mehr Rendite (siehe „Bankprodukte schlagen Bundesschatzbriefe“). Es lohnt sich auch, bei den regionalen Sparkassen oder Volksbanken nachzufragen. Wir haben ihre Angebote nicht erfasst.

Bundesschatzbriefe sind für Langfristsparer gedacht (Typ A läuft sechs, Typ B sieben Jahre), doch beide kommen auch als Kurzfristanlage infrage. Denn man kann sie bereits nach einem Jahr zurückgeben. Und zwar bis zu 5 000 Euro innerhalb von 30 Tagen. Auch bei den Bankprodukten kommen Sparer meist nach einem Jahr an ihr Geld. Sie müssen aber rechtzeitig kündigen.

Beim Bundesschatzbrief und vielen Bankprodukten ist es während der Laufzeit möglich, auch ohne Kündigung über Teilbeträge zu verfügen. Anleger dürfen aber bei einigen Banken durch die Teilentnahme den Mindestanlagebetrag nicht unterschreiten.

Beim Bundesschatzbrief Typ A wird der Zinsertrag jährlich ausgezahlt. Aber was soll ein Anleger, der 1 000 Euro angelegt hat, nach einem Jahr mit 12,50 Euro anfangen? Wesentlich bequemer ist deshalb Typ B. Er sammelt die Zinsen und verzinst sie im nächsten Jahr mit. Nach sieben Jahren wird die gesamte Zinssumme auf einmal ausgezahlt. Kommt der Sparer durch diesen Batzen Zinsen dann über den Freibetrag, muss er Steuern zahlen.

Interessanter sind meist die Bankprodukte. Auch wenn sie die Zinsen ansammeln und mitverzinsen, schreiben sie diese dem Sparer jedes Jahr gut. Die jährlichen Zinserträge bleiben für Kleinsparer dann meist steuerfrei. Anleger sollten bei der Bank in jedem Fall vorher nachfragen, wie die Zinsen versteuert werden müssen.

Rendite ausrechnen

Wenn eine Bank wie die BHW mit „bis zu 5 Prozent Zinsen pro Jahr“ für ihr Produkt mit Zinstreppe wirbt, heißt das noch nichts. Die Rendite ist entscheidend. Nennt die Bank sie nicht, hilft eine Faustformel: Die Zinssätze addieren und durch die Anlagejahre dividieren. Summiert man die Nominalzinssätze des BHW-Bank-Angebots, kommt man auf 19,75 Prozentpunkte. Geteilt durch sechs Jahre ergibt das 3,29 Prozent pro Jahr, was in diesem Fall sogar genau der Rendite entspricht.

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