Sicher im Netz einkaufen Special

Schnell, bequem und oft güns­tiger ist der Onlinekauf – und manchmal riskant. Doch Kunden können Reinfälle vermeiden.

Das Internet ist ein Shopping-Paradies. Die Auswahl ist riesig, die Preise oft nied­rig. Und bequem ist das Einkaufen im Internet sowieso: Nur ein paar Klicks und die Angabe der Konto­daten sind nötig – und schon wird die gewünschte Ware ins Haus geliefert. Mehr als 44 Milliarden Euro wurden 2016 in Deutsch­land durch Internet­handel umge­setzt. Prognosen zufolge werden es 2017 mehr als 48 Milliarden Euro sein.

Doch das Internet ist auch ein gigantischer Tummel­platz für Betrüger. Im Jahr 2016 registrierte das Bundes­kriminal­amt (BKA) mehr als 82 000 Fälle von Cyberkriminalität, also Angriffe auf Computer und Daten. Darüber hinaus erfasste es mehr als 253 000 Straftaten, bei denen das Internet Mittel zum Zweck für Kriminelle war. Dazu gehören Betrügereien etwa mit Konto- und Kreditkarten­daten und Waren­kredit­betrug.

Nicht nur begeisterte Onlineshopper stehen im Faden­kreuz von Internet­betrügern. Auch Menschen, die noch nie etwas im Internet bestellt haben, gehören zu ihren Opfern. Mitunter reicht es schon, wenn eine Post­adresse in die Hände von Kriminellen gerät. Dann kann es zu einem Waren­kredit­betrug kommen: Ein Produkt wird unter dem Namen des nichts ahnenden Opfers bestellt und von Betrügern abge­fangen. Was passiert ist, merken die Betroffenen in der Regel erst, wenn sie Post von einer Inkassofirma bekommen.

In solchen Fällen gibt es meist zwei unterschiedliche Opfer­gruppen. Händler werden um ihre Ware geprellt und Kunden haben eine Menge Ärger am Hals.

Selbst wenn sie finanziell nicht für den Schaden aufkommen müssen, bleibt dennoch ihr Name beschädigt. Manchmal auch ihre Kreditwürdig­keit.

Wir haben unsere Leser gefragt, ob sie schon einmal Opfer von Abzocke im Internet oder Daten­miss­brauch wurden. Aus den vielen Zuschriften haben wir sechs Finanztest-Leser ausgewählt, die im Netz Opfer von Betrug oder Betrugs­versuchen wurden. An ihren Fällen zeigen wir typische Maschen.

Wir erklären, worauf Kunden beim virtuellen Einkaufs­bummel achten müssen und welche Zahlungs­mittel mit den meisten Risiken verbunden sind.

Wer trotz aller Vorsichts­maßnahmen Opfer von Internet­abzockern wird, sollte einen kühlen Kopf bewahren und umge­hend die Polizei benach­richtigen. Denn so geschickt die Täter auch vorgehen, die Ermittler sind ihnen mitt­lerweile auf der Spur. Von den ange­zeigten Fällen im Jahr 2016 konnten immerhin 38,7 Prozent aufgeklärt werden. Im Jahr davor waren es lediglich 32,8 Prozent.

Unser Rat

Vorsicht. Seien Sie miss­trauisch, wenn Sie auf extrem güns­tige Angebote etwa für Markenware stoßen oder unver­hofft im Netz persönliche Daten eingeben sollen. Außerdem sollten Sie Ihre Auszüge von Giro­konto und Kreditkarte regel­mäßig auf unbe­rechtigte Abbuchungen kontrollieren. Die können Sie zurück­holen.

Inkasso­schreiben. Erhalten Sie eine Forderung eines Inkassobüros, prüfen Sie, ob sie berechtigt ist.

Onlineshop. Bei der ersten Bestellung checken Sie, ob Inhaber, Stand­ort und Handels­register­eintrag genannt sind. Suchen Sie Kunden­erfahrungen. Ein „Trusted-Shop“-Siegel kann hilf­reich sein. Es gibt auch Fake-Shops, die solche Siegel zu Unrecht tragen. Ein echtes Siegel öffnet sich beim Draufklicken.

Paypal-Betrug. Käufer müssen mit Paypal keine lange Iban eingeben, Verkäufer haben fast sofort ihr Geld. Aber es gibt auch Fallen: Vermeiden Sie etwa Bezahlen über „Geld-für-Freunde“.

Bestellung bei Otto auf falschen Namen

Sicher im Netz einkaufen Special

Florian Pultke erhielt vom Versandhändler Otto plötzlich eine Rechnung. Angeblich hatte er einen Fernseher bestellt.

Finanztest-Leser Florian Pultke aus Vechelde in Nieder­sachsen hat noch nie beim Versandhändler Otto bestellt. Er hat auch kein Kunden­konto. Deshalb staunt er nicht schlecht, als er Anfang Februar 2017 einen Brief von Otto bekommt. Danach habe er im Dezember 2016 in dessen Onlineshop einen LED-Fernseher bestellt. Wert: 489,99 Euro. „Ich soll ihn persönlich entgegen­genommen haben“, so Pultke. Die Adresse, an die der Fernseher gegangen sein soll, ist in Berlin. Doch der Personalreferent hat nie in der Haupt­stadt gewohnt. „Ich ging davon aus, das es sich nur um eine illegale Bestellung auf meinen Namen handeln könne und habe einen Brief an Otto geschrieben.“

Erst Fernseher, dann Laptop

Einige Monate vergehen. Pultke hält die Angelegenheit für erledigt. Doch er bekommt wieder Post, diesmal von einem Inkassounternehmen. Knapp 520 Euro soll er zahlen. Auftrag­geber des Inkasso­dienstes ist Otto. Es geht um einen Warenkauf im Wert von 399 Euro. Dazu kommen Mahn- und Inkasso­gebühren. Pultke fordert die Rechnungs­unterlagen von der Inkassofirma an. Er stellt fest: Noch vor der Bestellung des Fernsehers orderte jemand in seinem Namen einen Laptop bei Otto. Wieder nach Berlin, diesmal aber an eine andere Adresse. Der Zustell­nach­weis vom Paket­dienst liegt ebenfalls bei. Gut leserlich unter­schrieben hat „Florian Pultke“.

Vom Kunden­dienst allein gelassen

Bestellen und nicht bezahlen? „So etwas macht man nicht, so etwas mache ich nicht!“, erklärt der Vechelder Pultke. Er telefoniert viele Male mit dem Otto-Kunden­service. „Was mich wirk­lich verärgert hat, war dieses völlige Unver­ständnis. Niemand konnte mir helfen. Jedes Mal hatte ich einen anderen Ansprech­partner.“ Der 46-Jährige ruft bei der Inkassofirma an und bekommt den Rat, Straf­anzeige bei der Polizei zu erstatten. Das macht er und über­mittelt dem Inkassobüro das Aktenzeichen. „Seitdem habe ich weder vom Inkasso­dienst noch von Otto wieder etwas gehört.“

Stellung­nahme von Otto

Auf Nach­frage von Finanztest erklärt Frank Surholt, Presse­sprecher von Otto: „In diesem Fall scheint etwas schief­gelaufen zu sein. Wir haben Mecha­nismen, die sofort anlaufen, wenn sich ein Kunde meldet, der eine unbe­rechtigte Forderung erhalten hat. Wir sperren dann sofort das Kunden­konto und erstatten Anzeige. Wir haben bei Herrn Pultke nun alle nötigen Schritte einge­leitet, um ihn zu unterstützen. Grund­sätzlich gilt: Wir brauchen die schnelle Rück­meldung durch Betroffene, um schnell Maßnahmen einleiten zu können. Denn auf dem finanziellen Schaden bleiben wir am Ende des Tages sitzen.“

Falsche Abbuchung vom Konto

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Beim Blick auf das Konto seines Vereins stellte Finanztest-Leser Martin Weigelt nicht­autorisierte Last­schriften fest.

Auch Vereine können Opfer von Internet­betrügern werden, so zum Beispiel das Veranstaltungs­zentrum für Sport, Bildung und Kultur „Back­haus Aktiv“ aus Roden­berg. Martin Weigelt, Mitglied im Vorstand des Vereins: „2016 wurden von unserem Vereins­konto zehnmal Beträge zwischen 40 und 45 Euro abge­bucht, insgesamt um die 440 Euro.“ Die Konto­auszüge des Vereins weisen „Facebook Ireland Ltd“ als Empfänger der Last­schriften aus. Das soziale Netz­werk soll die Beträge vom Vereins­konto abge­bucht haben? Das kann sich Weigelt nicht vorstellen: „Wir haben zwar eine Fanseite auf Facebook, aber dort nichts gemacht, was Geld kostet.“

Kein Einzel­fall

Im Internet berichten Privatpersonen und Firmen von ähnlichen Fällen. Jemand gibt sich als Facebook aus und bucht Hunderte Euro vom Konto. Oft ist nicht klar, wie die Täter an die sensiblen Daten ihrer Opfer kommen. Das Vorstands­mitglied des Vereins Back­haus Aktiv sagt: „Vermutlich waren wir selbst schuld. Um Spenden einzuwerben, hatten wir unsere Konto­nummer auf unserer Internetseite angegeben.“ Weigelt lässt das Geld zurück­buchen. Das geht, weil es per Last­schrift einge­zogen wurde (Lastschrift zurückholen). „Uns ist kein Schaden entstanden. Wir haben dennoch Anzeige bei der Polizei erstattet.“ Den Täter konnte sie nicht ermitteln.

2 500 Euro weg

Auch der Sport­ver­ein Vejas aus Hamburg hat seine Konto­daten im Netz veröffent­licht. Der Vorsitzende Johann Crohn sagt: „Per Online­banking kontrollierte ich regel­mäßig die Konto­bewegungen. Dabei fiel mir eine falsche Abbuchung über zirka 2  500 Euro zu unseren Lasten auf.“ Crohn kontaktiert sofort die Bank. Er findet heraus, dass ein Über­weisungs­träger mit den Konto­daten des Vereins und einem fremden Empfänger­konto bei der Bank einge­reicht wurde. Die Unter­schrift auf dem Schein über­prüfte das Institut nicht. Der Betrug fliegt auf. Der Verein bekommt sein Geld zurück. Johann Crohn zieht Konsequenzen: „Ich habe das Konto für manuelle Über­weisungen sperren lassen, was ich nur jedem empfehlen kann, der mit Internet­banking seine Bank­geschäfte erledigen kann.“

Weigelt von Back­haus Aktiv sagt: „Keine Konto­daten auf die Internetseite.“

Identität geklaut, Verträge geschlossen

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Unbe­kannte schlossen Mobil­funk­verträge in ihrem Namen – Friederike Zobel, Modede­signerin aus Berlin. „Ich weiß nicht, woher die meine Daten haben.“

Im Herbst 2015 bemerkt unsere Leserin Friederike Zobel zwei Abbuchungen der Firma Otelo auf ihrem Konto, jeweils knapp 30 Euro im Abstand von einem Monat. Die Berliner Modede­signerin kann sich die Zahlungen nicht erklären. Otelo sagt ihr nichts. Sie recherchiert im Internet: Otelo ist eine Marke des Mobil­funk­riesen Vodafone. Zobel: „Ich habe mit der Firma nichts zu tun. Mein Handy und der Fest­netz­anschluss laufen über einen anderen Anbieter.“

Sie hält die Abbuchungen für Irrläufer und lässt das Geld zurück­buchen. Damit ist die Sache für sie erledigt.

Post vom Inkassounternehmen

Einige Wochen später erhält die Modede­signerin Post. Ein Inkassounternehmen schreibt ihr und macht die Forderungen von Otelo geltend. Außerdem stellt es Inkasso­gebühren in Rechnung. Friederike Zobel erzählt:„Dem Schreiben zufolge hatte ich einen Mobil­funk­vertrag mit Otelo. Darauf beruhten die Abbuchungen von meinem Konto.“ Zobel ruft bei der Hotline an und erfährt, dass sie im August 2015 einen Vertrag mit Otelo geschlossen haben soll. Der Mitarbeiter am Telefon erklärt ihr, dass das auch online passiert sein könne. Doch Zobel war weder jemals auf der Internetseite von Otelo noch in einem Shop des Unter­nehmens. Bei dem Gespräch mit der Hotline muss sie sich legitimieren. „Die wussten sehr viel. Mein Geburts­datum, meine Bank­verbindung, meine Anschrift. Das hat mich wirk­lich erschreckt“, erklärt sie. Wie diese Daten zu Otelo gelangt sind, weiß die 34-Jährige nicht.

Sie wider­spricht den Forderungen schriftlich und vers­endet den Brief als Einschreiben mit Rück­schein, um einen Nach­weis zu erhalten, dass er ange­kommen ist. Danach hat sie Ruhe. Weder Otelo noch das Inkassounternehmen melden sich noch einmal.

Neue Forderung nach einem Jahr

Nach mehr als einem Jahr bekommt Friederike Zobel wieder Post von einer Inkassofirma. „Diesmal wurden mir Kosten für einen Handy­vertrag mit Edeka Mobil in Rechnung gestellt. Außerdem wieder Inkasso­gebühren.“ Auch Edeka Mobil hängt mit Vodafone zusammen. Wieder schickt Zobel einen Wider­spruch ans Inkassounternehmen, wieder hört sie danach nichts mehr. Ihr Fazit: „Meine Daten schwirren irgendwo im Internet herum. Dagegen tun kann ich wohl nichts mehr. Ich warte also auf das nächste Inkasso­schreiben.“

Abschied vom geliebten Konto

Karl Dietz* erging es ähnlich. Im Februar 2017 bucht der Internet­diens­teanbieter Strato AG 54 Euro von seinem Giro­konto bei der Post­bank ab. Dietz: „Telefo­nisch und per E-Mail habe ich die Abbuchung bei der Firma reklamiert. Damit war der Vorgang für mich erledigt.“ Doch die Strato AG zieht ein weiteres Mal Geld ein. Dietz holt die Beträge zurück. „Nun hat sich ein Inkassobüro bei mir gemeldet.“ Dagegen wehrt er sich.

Im April 2017 greift ein weiterer Internet­dienst­leister auf Dietz‘ Konto zu. Die Firma 1&1 bucht knapp 40 Euro ab. Wieder wider­spricht Dietz. Diesmal nur telefo­nisch. Doch 1&1 bucht ein weiteres Mal ab. Von seiner Bank fühlt Dietz sich allein­gelassen: „Meine Nach­fragen wurden nur mit Hinweis auf Last­schrift­wider­spruch beant­wortet.“ Dietz kündigt sein Post­bank-Konto – wehmütig: „Als Schüler habe ich mit einem Post­scheck­konto begonnen. Das ist mehr als 60 Jahre her.“

*Name von der Redak­tion geändert

Onlineshop: Ware nie erhalten

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Stefan Fischer vertraute einer seriös wirkenden Shopseite mit abge­laufenem Trusted-Shops-Siegel. Die bestellte und bezahlte Ware hat er nie erhalten.

Auf Idealo.de sucht Stefan Fischer Anfang Juli 2017 für sich und seine Frau Smartphones. Beide wollen das Modell Apple iPhone SE. Fischer findet den güns­tigsten Preis beim Onlineshop Beelara.de. Fischer: „Der Shop hatte viele Sachen im Angebot. Smartphones, Kameras, Tablets.“ Auch das Impressum klickt er an. Hinter der Webseite steckt eine Firma mit Sitz in der Friedrich­straße in Berlin. „Eine prominente Adresse“, sagt Fischer. Das Impressum ist voll­ständig, alle wichtigen Daten wie die Handels­register­nummer sind da. Der Shop hat das Trusted-Shops-Siegel (Trusted Shops). Alles wirkt seriös.

Beschwerden im Netz

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Händler müssen für das Trusted-Shops-Siegel Vorgaben erfüllen und monatlich Geld bezahlen.

Der 36-Jährige zahlt per Vorkasse und über­weist knapp 580 Euro und wartet auf die Handys. Doch die kommen nicht. Statt­dessen erhält Fischer E-Mails von Beelara.de: Es gebe Liefer­probleme. Er wird miss­trauisch, recherchiert intensiver und stellt fest: Beelara.de lässt nicht nur ihn warten. Bei Facebook etwa beschweren sich Hunderte Kunden.

Von Trusted Shops erfährt der Berliner, dass Beelara.de das Siegel längst nicht mehr nutzen darf. Der Shop war nur kurze Zeit zertifiziert. Bei der Staats­anwalt­schaft Berlin stapeln sich Straf­anzeigen Betroffener. Unter ihnen: Stefan Fischer. Bis heute hat er weder sein Geld zurück noch die Smartphones erhalten. Die Internetseite Beelara.de gibt es nicht mehr.

Betrug bei Ebay Klein­anzeigen

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Matthias Ammon kaufte auf Ebay Klein­anzeigen eine Heizungs­steuerung. Den Kauf­preis zahlte er, doch das Gerät hat er nie erhalten.

Auf Anzeigenplatt­formen im Netz wie Ebay Klein­anzeigen und Quoka tummeln sich neben seriösen Privatverkäufern und Händ­lern auch hin und wieder Betrüger und Abzo­cker. Diese Erfahrung machte auch Matthias Ammon aus Altena. 

Der gelernte Verwaltungs­wirt sucht Ende 2012 auf Ebay Klein­anzeigen einen Heizungs­regler der Schweizer Firma Centra-Therm. Er wird fündig. „Die Anbieterin Katrin G.* verkaufte mehrere Waren aus dem Heizungs­bereich auf dem Portal“, erzählt Ammon. Das weckt sein Vertrauen. Über das Nach­richten­system von Ebay Klein­anzeigen nimmt Ammon Kontakt mit Katrin G. auf. Aber, wie sich später heraus­stellt, nicht sie selbst, sondern eine Dritte, Petra T.*, führt online die Verhand­lungen mit dem Interes­senten Matthias Ammon. Sie werden sich einig. Ammon über­weist den Kauf­preis von 250 Euro auf das Konto von Katrin G. 

Nach zwei Wochen ist die Steuerung noch nicht bei Matthias Ammon ange­kommen. Per E-Mail fordert er den Versand des Geräts. Einige Tage später antwortet Petra T.: „hallo, müsste bald da sein mein freund hats verschickt.“ Doch wieder vergehen zwei Wochen, ohne dass der 61-Jährige etwas bekommt. Per E-Mail setzt Ammon eine letzte Frist. Außerdem über­weist er einen Cent auf das Konto von Katrin G. Im Verwendungs­zweck fordert er die Erstattung des Kauf­preises. Doch den Heizungs­regler bekommt er nicht, die 250 Euro scheinen verloren. Der Verwaltungs­wirt erstattet Straf­anzeige.

Nichte fädelte Geschäft ein

Die Ermitt­lungen der Staats­anwalt­schaft Bonn ergeben: Katrin G. erklärt, mit dem Verkauf der Heizungs­steuerung nichts zu tun gehabt zu haben. Sie stellte ihrer Nichte, Petra T., ihr Konto bei Ebay Klein­anzeigen sowie ihr Bank­konto zur Verfügung. „Die Nichte hatte die Anzeige für ihren Freund ins Netz gestellt“, berichtet Ammon. Den von ihm über­wiesenen Betrag gab Katrin G. ihrer Nichte.

Matthias Ammon erstattet auch Straf­anzeige gegen Petra T. und David B.*, ihren Freund. Gegen die Nichte wird Anklage wegen Betrugs beim Amts­gericht Bonn erhoben. David B. wird wegen anderer Delikte strafrecht­lich verfolgt. Ammon: „Mein Betrug fällt da nicht so ins Gewicht. Deswegen hat die Staats­anwalt­schaft das Verfahren einge­stellt.“

Geld nach einem Jahr zurück

Fast ein Jahr vergeht, bis Ammon den Kauf­preis zurück­erhält. Auf Anordnung des ­Gerichts musste Petra T. die Summe zurück­zahlen. Er ist mit einem blauen Auge davon­gekommen, hat sein Geld wieder. „Mein Schaden sind aber Zeit­aufwand, Vertrauens­verlust und Ausgaben für Porto, Über­weisungen, Wege­kosten“, resümiert er.

*Namen der Redak­tion bekannt

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