Sharing Economy Meldung

Alles teil­bar. Wohnung, Fahr­rad, Auto, Gartengeräte.

Wie stehen Verbraucher zur Ökonomie des Teilens? Der Verbraucherzentrale Bundes­verband hat nachgefragt. Ergebnis der Umfrage: Je nach Lebens­bereich schwankt die Bereitschaft, Dinge und Dienst­leistungen zu teilen – und: die Menschen legen Wert auf Sicherheit.

Dinge verleihen

Teilen statt besitzen, mit diesem Slogan wirbt die Sharing Economy für ihr Geschäfts­modell, bei dem Produkte von vielen genutzt werden. Neun von zehn Verbrauchern sind bereit, Dinge aus ihrem Besitz zu verleihen – 79 Prozent aber nur im Bekann­tenkreis. Das ergab eine bundes­weite Befragung, die der Verbraucherzentrale Bundes­verband (vzbv) mit TNS Emnid durch­geführt hat. Werk­zeug, Autos und Gartengeräte würden die Befragten am ehesten mit anderen teilen.

Verbraucherrechte wahren

Die Menschen legen Wert auf Sicherheit, wenn sie an der Teil­wirt­schaft teilnehmen: 69 Prozent ist der Schutz ihrer Daten sehr wichtig, 60 Prozent eine Garantie, die bezahlte Leistung zu erhalten. „Die Sharing Economy bietet neue Möglich­keiten für Verbraucher“, sagt vzbv-Vorstand Klaus Müller, „doch mit den Chancen wachsen auch die Risiken. Der Erfolg neuer Angebote darf nicht durch Abstriche bei Verbraucherrechten oder Daten­schutz erkauft werden.“

Mobilität vorn

Laut der Umfrage hat die Sharing Economy vor allem bei der Mobilität viel Potenzial: Die meisten Befragten können sich vorstellen, Mitfahr­gelegenheiten (72 Prozent) zu nutzen, aber auch Bikesharing (66 Prozent) und Cars­haring (62 Prozent). Weniger Interesse besteht am „Teilen“ von Wohnungen (40 Prozent) und an Crowdfunding (Schwarm­finanzierung, 23 Prozent). Insgesamt sprechen Sharing-Angebote eher die jüngere Generation als Ältere an.

Tipp: Aktuell hat die Stiftung Warentest Carsharing-Angebote getestet. Mit dem Thema Crowdfunding beschäftigt sich das Special Wer im Internet wofür Geld einsammelt.

Lieber gewerb­lich

62 Prozent der Verbraucher würden eher bei einem Unternehmen als bei einer Privatperson leihen oder mieten. Als Gründe nennen sie vor allem Sicherheit und Versicherungs­schutz. Privat­anbieter unterliegen nicht denselben Pflichten wie gewerb­liche Anbieter. Wichtig sei, dass die Grenze klar gezogen wird und auch Privat­anbieter verpflichtet werden, grund­legende Schutz­stan­dards einzuhalten. Da seien die Vermitt­lungs­platt­formen gefragt. Sie sollten zum Beispiel Versicherungen gegen Unfälle anbieten.

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