Serie Steuererklärung 2010, Teil I

Vordrucke: Diese Formulare brauchen Sie

4

Alle Steuerzahler brauchen den Mantelbogen. Hier fängt die Steuerersparnis an. Diese Kosten drücken die Einkommensteuer:

  • Sonderausgaben wie Kirchensteuern, Unterhalt an den früheren Ehepartner und Spenden (Zeilen 44 bis 59);
  • außergewöhnliche Belastungen wie Krankheitskosten (Zeilen 68 bis 73);
  • Lohn für Handwerker oder Dienstleister wie Reinigungskräfte und Gärtner im Haushalt (Zeilen 74 bis 79).Viele holen zudem mit ihren Versicherungskosten in der Anlage Vorsorgeaufwand Geld zurück. Die neu gestaltete Anlage erklären wir hier.

Lohnsteuerzahler. Arbeitnehmer und Pensionäre rechnen auf der Anlage N ihre auf Steuerkarte bezogenen Löhne und Pensionen ab (Zeilen 5 bis 15). Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen-, Kurzarbeiter- und Elterngeld kommen in die Zeilen 25 bis 28.

Auf der Rückseite bringen Werbungskosten Steuerersparnisse. Arbeitnehmer rechnen zum Beispiel ab: den Weg zur Arbeit, das Arbeitszimmer daheim, Fachbücher oder Fortbildungen. Pensionäre geben Posten wie Honorare für den Steuerberater an (Zeilen 31 bis 79).

Rentner. Für Rentner ist die Anlage R wichtig. Vorn rechnen sie Renten aus gesetzlicher Rentenversicherung, Versorgungswerken und privaten Versicherungsverträgen ab. Hinten machen sie Angaben zu Betriebsrenten und anderen Vorsorgeverträgen. Ersparnisse bringen auf der Anlage R Werbungskosten wie die Honorare für Renten- oder Steuerberater (Zeilen 50 bis 57).

Eltern. Für jedes Kind ist eine Anlage Kind nötig. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge für Kinder, für die Anspruch auf Kindergeld besteht, gehören als Sonderausgaben in die Zeilen 31 bis 37. Sind beide Eltern berufstätig, gehören Betreuungskosten für Kinder bis 14 Jahre in die Zeilen 61 bis 90.

Anleger. Können Anleger Abgeltungsteuer zurückholen, wählen sie in Zeile 4 auf der Anlage KAP die Günstigerprüfung und rechnen ihre Kapitaleinkünfte ab.

Riester-Sparer. Riester-Sparer beantragen auf der Anlage AV den Sonderausgabenabzug für ihre Einzahlungen.

Getrennte Ehepartner. Steuerzahler, die Unterhalt für den getrennt lebenden Ehepartner als Sonderausgaben absetzen wollen, füllen auch die Anlage U aus.

Angehörige. Wer Unterhalt an Angehörige oder Lebensgefährten als außergewöhnliche Belastung abrechnen will, braucht die Anlage Unterhalt.

4

Mehr zum Thema

  • Sonder­ausgaben Rentenzahlung, Spenden und Riester senken Steuerlast

    - Mit einem Potpourri aus Vorsorgeaufwendungen, Kirchen­steuer, Kinder­betreuung, Unterhalt und Spenden lassen sich Steuern sparen. So machen Sie diese Posten geltend.

  • Kinder­betreuung und Steuern So machen Sie steuerlich alles richtig

    - Ob Kita oder Au-pair – Eltern wollen ihren Nach­wuchs in guten Händen wissen. Aufwendungen für die Aufsicht können sie sich teil­weise über die Steuererklärung zurück­holen.

  • Verluste steuerlich nutzen Aus Minus mach Plus – so gelingt die Verlust­verrechnung

    - Finanzielle Einbußen tun weh, können sich aber steuerlich positiv auswirken. Stiftung Warentest erklärt die Verlust­verrechnung und was bei Kapital­verlusten gilt.

4 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 09.02.2011 um 18:04 Uhr
Verheiratet/verpartnert oder "wilde Ehe"

@hanswurst1972: Nach unserer Kenntnis handelt es sich bei dem Feld zum Verwandtschaftsverhältnis um kein Pflichtfeld und bleibt daher bei Unterhaltsleistungen an den Partner, mit dem man weder verheiratet noch (eingetragen) verpartnert ist, leer.
Für Unterhaltsleistungen innerhalb einer "wilden Ehe" gelten für die Absetzbarkeit strengere Voraussetzungen. Unter welchen Voraussetzungen Unterhaltsleistungen als außergewöhnliche Belastungen absetzbar sind, ist beispielsweise ausführlich in unserem Sonderheft Finanztest SPEZIAL Steuern 2011, dargestellt.

Profilbild Stiftung_Warentest am 09.02.2011 um 17:34 Uhr
Bonuszahlungen in Steuererklärung angeben

@Marie-Christin: Bonuszahlungen müssen als erstattete Krankenversicherungs-Beiträge in der Steuererklärung (Anlage Vorsorgeaufwand, Zeile 33) angegeben werden.

Stiftung_Warentest am 09.02.2011 um 17:32 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht.

Stiftung_Warentest am 27.01.2011 um 16:14 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Marie-Christin am 26.01.2011 um 18:29 Uhr
Bonuszahlungen der Krankenkasse

Wir nehmen am Bonusprogramm der Krankenkasse teil. Am Jahresende überweist uns dann die BKK einmal 100 € und einmal 50 € bei Erreichen einer bestimmten Punktezahl zurück. Im letzten Schreiben der BKK wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass diese Zahlungen ans Finanzamt gemeldet werden. Sind diese Beträge unter Punkt: "Erstattung KV-Beiträge" einzutragen? Wie wird damit weiter verfahren?