Serie Steuererklärung 2010, Teil 3: Spartipps für Anleger

Güns­tiger­prüfung: So zahlen Anleger weniger Steuern

Prüfung. Anleger können prüfen lassen, ob sie mit der Abgeltung­steuer von 25 Prozent oder mit ihrem persönlichen Steu­ersatz weniger für ihre Kapital­einkünfte an das Finanz­amt zahlen. Sie erhalten die güns­tigste Variante, wenn sie auf der Anlage KAP in Zeile 4 mit der Ziffer 1 die Güns­tiger­prüfung beantragen und alle Kapital­erträge auf der Anlage KAP abrechnen. Je weniger verschiedene Kapital­erträge sie haben, desto einfacher ist das.

Mit Abgeltung­steuer. Die Abrechnung beginnt in der linken Spalte der Zeilen 7 bis 14 a mit den Kapital­erträgen, die der Abgeltung­steuer unterliegen. Die Daten finden Anleger in den Steuer­bescheinigungen der Bank oder Fonds­gesell­schaft. Stimmen Angaben nicht, können sie das in der rechten Spalte der Zeilen 7 bis 13 korrigieren.

  • Links in Zeile 7 kommt die Summe aller Kapital­erträge. Anleger mit mehreren Steuer­bescheinigungen addieren die einzelnen Beträge. Darin enthalten sind Zinsen, Dividenden und zum Beispiel die Verkaufs­gewinne für alle seit 2009 gekauften Fonds und Aktien, die von der Bank nicht mit Verlusten verrechnet wurden. Für Gewinne kann auch eine „Ersatz­bemessungs­grund­lage“ auf der Steuer­bescheinigung stehen. Stimmt sie nicht, kann das in den Zeilen 7 und 11 korrigiert werden.
  • In Zeile 8 tragen Anleger die Summe der in Zeile 7 enthaltenen Verkaufs­gewinne ein und
  • in Zeile 9 die darin enthaltenen Gewinne aus Aktien.
  • In Zeile 10 kommen Still­halter­prämien aus Options­geschäften.
  • In Zeile 11 muss die Ersatz­bemessungs­grund­lage für Gewinne stehen, wenn diese in Zeile 7 enthalten ist.
  • In Zeile 12 deklarieren Anleger Verluste aus Wert­papier­verkäufen, für die sie eine Verlust­bescheinigung haben – aber ohne Aktien­verluste.
  • In Zeile 13 folgen die Verluste aus Aktien­verkäufen.

Sparerpausch­betrag. Auch Angaben zum Sparerpausch­betrag sind wichtig.

  • In Zeile 14 muss stehen, in welcher Höhe Zinsen, Dividenden und andere Kapital­erträge im vergangenen Jahr von der Abgeltung­steuer verschont geblieben sind, weil ein Frei­stellungs­auftrag vorlag.
  • In Zeile 14 a will das Finanz­amt wissen in welcher Höhe Zinsen, Dividenden und andere Kapital­erträge, die 2010 durch den Sparerpausch­betrag steuerfrei waren, nicht auf der Anlage KAP erklärt sind. Für die Güns­tiger­prüfung tragen Anleger eine Null ein, weil sie ja alle Kapital­einnahmen beim Finanz­amt angeben müssen.

Ohne Abgeltung­steuer. In die nächsten Zeilen 15 bis 21 kommen Kapital­einnahmen auf Auslands­konten und Zinsen für Einkommensteuererstattungen vom Finanz­amt. Anleger müssen die Einkünfte daraus immer über die Anlage KAP versteuern.

  • In Zeile 15 kommt die Summe aus allen Zinsen, Dividenden, Gewinnen und Verlusten mit Papieren wie Aktien und Fonds, die frühestens 2009 gekauft wurden. Auch in Auslands­fonds ange­sammelte (thesaurierte) Kapital­erträge gehören dazu – selbst wenn die Papiere in Deutsch­land im Depot liegen. Die in Zeile 15 enthaltenen Gewinne und Verluste müssen Anleger aufschlüsseln:
  • In Zeile 16 gehören die Gewinne aus allen Wert­papier­verkäufen und in Zeile 18 die Verluste – jedoch ohne Aktien­verluste.
  • In Zeile 17 tragen Aktionäre die Gewinne und in Zeile 19 die Verluste mit Aktien ein.
  • In Zeile 21 müssen Zinsen für Einkommensteuererstattungen stehen, wenn das Finanz­amt 2010 welche gezahlt hat.

Abzüge. Das Finanz­amt soll außerdem die Steuer­voraus­zahlungen des Jahres 2010 anrechnen:

  • In Zeile 49 trägt jeder die Abgeltung­steuer ein, die auf den Steuer­bescheinigungen steht,
  • in Zeile 50 den Solidaritäts­zuschlag für die Abgeltung­steuer
  • und in Zeile 51 die Kirchen­steuer, wenn diese abge­führt wurde.