Ruhe­stand im Ausland: Auch Riester-Rentner dürfen auswandern

Riester-Rentner, die ihren Ruhe­stand im Ausland verbringen möchten, können das seit dem Jahr 2010 tun, ohne dass sie die Förderung zurück­zahlen müssen. Das gilt zumindest, solange sie in ein Land ziehen, das zur Europäischen Union (EU) oder dem europäischen Wirt­schafts­raum (EWR) gehört.

Steuern müssen auch die Auslands-Rentner auf ihre Riester-Rente zahlen. Ob sie das in Deutsch­land oder in ihrer neuen Heimat tun müssen, hängt vom jeweiligen Doppel­besteuerungs­abkommen ab. Meist zahlen die Auswanderer in dem Land, in dem sie wohnen. Gute Ansprech­partner für die Regeln im Einzel­fall sind Anwälte und Steuerberater, die sich auf Auslands­besteuerung spezialisiert haben.

Rentner, die in ein Land außer­halb der EU oder des EWR gehen, nach Amerika, Australien, Asien, Afrika oder auch nur in die Schweiz, zahlen keine Steuern. Im Gegen­zug will Deutsch­land aber die komplette Förderung aus Zulagen und Steuer­vorteilen zurück. Ihr Anbieter zweigt von jeder Auszahlung 15 Prozent für die Zulagen­stelle ab, bis die Förderung zurück­gezahlt ist.

Wohn-Riester-Rentner im Ausland

Ist die Riester-Förderung in ein Eigenheim geflossen, dürfen die Rentner das Haus verkaufen, wenn sie das Geld in ein neues Eigenheim in der EU investieren. Wie ihr Wohn­förderkonto dann besteuert wird, hängt ebenfalls vom Doppel­besteuerungs­abkommen ab. Sie können nach einem Verkauf das geförderte Vermögen aber auch in einen anderen Riester-Vertrag stecken und sich eine Rente auszahlen lassen.

Verwenden sie das Geld dagegen, um sich außer­halb der EU ein Haus zu kaufen, müssen sie das Wohn­förderkonto in ihrer Einkommensteuererklärung in Deutsch­land auf einen Schlag versteuern. Die staatliche Förderung, die sie über die Jahre erhalten haben, können sie aber anders als bei den Spar­verträgen ohne Abzüge behalten.

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