Auszahlung der Riester-Verträge: Wie hoch wird meine Rente?

Renten­versicherungen mit oder ohne Fonds, Bank- oder Fonds­sparpläne – je nach Vertrags­typ funk­tioniert die Auszahlung der Riester-Rente ein wenig anders. Die wichtigsten Regeln sind aber gleich: Jeder Anbieter muss dafür sorgen, dass zu Auszahlungs­beginn jedem Kunden mindestens alle seine Einzahlungen und Zulagen zur Verfügung stehen. Alle Kunden bekommen ab dem 85. Lebens­jahr aus ihrem Rest­vermögen eine lebens­lange Rente.

Klassische Renten­versicherung

Die klassische Renten­versicherung ist das einzige Riester-Produkt, bei dem die Mindest­höhe der lebens­lang garan­tierten monatlichen Rente schon bei Vertrags­schluss fest­steht. Diese Rente bekäme der Kunde nur dann nicht, wenn er weniger einzahlt, als bei Vertrags­schluss geplant und wenn Über­schüsse vom Versicherer die Lücke nicht wett­machen. Die Mindest­rente ergibt sich aus den Eigenbeiträgen, die Sparer einge­zahlt haben, ihren Zulagen, der Höhe des Garan­tiezinses (bei Neuverträgen derzeit 1,75 Prozent) und den Kosten, die der Versicherer verlangt. Oft fällt die tatsäch­liche Auszahlung durch Über­schüsse höher aus. Wie viel höher, erfahren Rentner zum Auszahlungs­beginn. Der Aufschlag hängt sehr davon ab, wie gut das Unternehmen gewirt­schaftet hat.

Fonds­policen

Weniger Anhalts­punkte, wie hoch die Rente später sein wird, haben Sparer mit einer fonds­gebundenen Riester-Renten­versicherung. Denn dort gibt es meist keine garan­tierte Mindest­verzinsung der Spar­beträge. Die meisten Unternehmen rechnen lediglich aus, welche Rente am Ende der Lauf­zeit heraus­käme, wenn nur die vereinbarten Beiträge und Zulagen ohne Erträge zur Verfügung stünden und geben auch nur dafür eine Zusage. Wie viel Rentner dann wirk­lich bekommen, erfahren sie erst zu Beginn der Auszahl­phase. Der Versicherer schichtet am Ende der Spar­phase das Fonds­vermögen in sichere Anlagen um. Der Kunden bekommt dann eine Rente wie aus einer klassischen Renten­versicherung. Ihre Höhe ergibt sich vor allem aus dem beim Verkauf der Fonds­anteile erzielten Erlöse.

Bank­sparpläne

Sparer mit einem Riester-Bank­sparplan wissen immerhin, dass ihre Auszahlung höher ausfällt als die gesetzliche Mindest­leistung aus Beiträgen und Zulagen. Denn verzinst wird ihr Sparplan auf jeden Fall. Wie viel Vermögen für die Auszahlung letzt­endlich vorhanden ist, hängt neben den Einzahlungen, den Zulagen und der Lauf­zeit vor allem von der allgemeinen Zins­entwick­lung ab. An sie sind die Zinsen der Bank­sparpläne gekoppelt. Bank­kunden bekommen ihre Auszahlungen entweder zunächst aus einem Bank­entnahme­plan und ab ihrem 85. Geburts­tag aus einer Renten­versicherung. In diesem Fall wird vom Riester-Vermögen gleich ein Teil für die Rest­verrentung ab 85 Jahren beiseitegelegt. Sie können aber auch zu Beginn der Auszahl­phase mit ihrem Riester-Kapital zu einem Versicherer wechseln und sich dort eine Sofortrente auszahlen lassen. Ein Vorteil des Entnahme­plans ist, dass im Todes­fall das Rest­vermögen auto­matisch an die Erben fällt. Bei einer Versicherung ist das Geld für die Erben oft verloren.

Fonds­sparpläne

  • Die drei großen Riester-Fonds­sparplan-Anbieter Union Investment, DWS und Deka organisieren die Auszahlung auch zunächst über Entnahme­pläne. Die Höhe der Auszahlung hängt vor allem von den Renditen ab, die ihre Fonds über die Jahre erzielt haben.
  • Vom Riester-Vermögen wird ein Teil für die Rest­verrentung ab 85 Jahren zur Seite gelegt. Die Summe, die übrig bleibt, wird durch die Monate bis zum Alter von 85 Jahren geteilt. Das Ergebnis ist die garan­tierte Mindest­rate. So viel muss die Fonds­gesell­schaft mindestens auszahlen und auch die Rente des Renten­versicherers darf später diese Summe nicht unter­schreiten.
  • Meist wird die tatsäch­liche Auszahlung aber höher ausfallen, da die Fondsanbieter mit dem nicht ausgezahlten Rest­kapital weiterhin Gewinne erzielen. Die Auszahlungen können deshalb variieren. Auch Fonds­kunden können am Ende der Spar­phase zu einem Versicherer wechseln. Das Riester-Vermögen ist für Erben dann aber meist verloren.

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