Serie Rentner und Pensionäre, Teil 2: So prüfen Sie Ihre Steuerpflicht

Interview: Erste Ergebnisse

Stephanie Hagelüken, Pressesprecherin im Finanzministerium Nordrhein-Westfalen, über die erste Auswertung einer Probe von rund zwei Millionen gesetzlichen Renten.

Was wurde in NRW untersucht?

Wir haben rund zwei Millionen gesetzliche Renten, die Bürger in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2005 von der damaligen Bundesversicherungsanstalt für Angestellte erhalten haben, ausgewertet. Eine Frage war, wie viele der betroffenen Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen.

Wie fiel das Ergebnis aus?

Die Testdaten zeigen, dass zirka 56 Prozent der Rentner in Nordrhein-Westfalen wahrscheinlich nicht beim Finanzamt erfasst sind.

15 Prozent davon müssten aber eine Steuererklärung abgeben, weil sie 2005 durch das Alterseinkünftegesetz steuerpflichtig geworden sind. Davon gehen wir derzeit aufgrund der erhaltenen Testdaten aus.

Die Zahl der Steuerpflichtigen kann noch steigen, wenn die Finanzämter die Daten über alle gesetzlichen, betrieblichen, privaten Renten und Pensionen erhalten.

Die meisten Rentner und Pensionäre geben aber zu Recht keine Steuererklärung ab.

Was ist noch aufgefallen?

Manchmal haben Rentner zu wenig oder zu viel Steuern gezahlt. Von einigen hat das Finanzamt zum Beispiel zu viel Geld erhalten, weil sie auch ihre steuerfreien Zuschüsse zur Krankenversicherung als Rente erklärt haben.

Wann beginnen die ersten richtigen Kontrollen?

Zum Jahresende 2009 erhält die Finanzverwaltung alle Daten. Die Auswertung wird Anfang 2010 beginnen. Die ersten Briefe werden dann frühestens Ende März an Rentner und Pensionäre verschickt.

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