Serie Klauseln verstehen, Teil 2

Policen im Nach­lass

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Die Kranken­versicherung erlischt mit dem Tod des Versicherten, Auto- und Hausrat­versicherung gehen auf den Erben über.

Inhalt

Art der Versicherung

Was passiert mit dem Vertrag?

Was müssen Erben beachten?

Private Haft­pflicht­versicherung

Versicherung erlischt. Bei Familien­versicherung besteht sie bis zur Fälligkeit des nächsten Beitrags fort.

Haft­pflicht­versicherer über den Tod informieren. Bei Familien­versicherung besteht kein außer­ordentliches Kündigungs­recht. Bezahlt der über­lebende Ehegatte den nächsten Beitrag, wird er Versicherungs­nehmer.

Hausrat­versicherung

Versicherung erlischt zwei Monate nach dem Tod des Versicherungs­nehmers. Wohnt ein Erbe weiter in der Wohnung oder über­nimmt er sie unver­ändert binnen zwei Monaten, tritt er in den Vertrag ein.

Hausrat­versicherer über den Tod informieren. Bis zu zwei Monate nach dem Tod ist der Hausrat noch versichert. Bei Beendigung des Vertrags wird der Jahres­beitrag anteilig zurück­erstattet. Geht der Vertrag auf einen Erben über, kann dieser nicht außer­ordentlich kündigen.

Kfz-Versicherung (Haft­pflicht und Kasko)

Versicherung läuft weiter, solange ein Erbe das versicherte Fahr­zeug behält.

Kfz-Versicherer über den Tod informieren. Beiträge werden an den neuen Versicherungs­nehmer angepasst. Wenn der Erbe den Wagen ummeldet, kann er die Versicherung wechseln.

Wohn­gebäude­versicherung

Versicherung besteht bis zur Fälligkeit des nächsten Beitrags fort.

Wohn­gebäude­versicherer über den Tod informieren. Der Erbe hat ab Eintrag ins Grund­buch einen Monat lang ein außer­ordentliches Kündigungs­recht.

Rechts­schutz­versicherung

Versicherung besteht nur bis zur Fälligkeit des nächsten Beitrags fort, wenn sie sich auf eine Sache – etwa ein Auto oder eine Miet­wohnung – bezieht.

Rechts­schutz­versicherer über den Tod informieren. Bei Zahlung des nächsten fälligen Beitrags tritt der Erbe an die Stelle des früheren Versicherungs­nehmers in den Vertrag ein. Zahlt der Erbe den Beitrag jedoch nicht, erlischt der Vertrag auto­matisch.

Unfall­versicherung

Versicherung endet mit Tod des Versicherungs­nehmers, wenn nur er die versicherte Person ist.

Hatte der Versicherungs­nehmer eine Kinder­versicherung abge­schlossen, wird die Versicherung bis zur Voll­jährigkeit der Kinder für diese beitrags­frei weitergeführt. Der gesetzliche Vertreter der Kinder wird neuer Versicherungs­nehmer.

Unfall­versicherer über den Tod informieren. War der Tod des Versicherten die Folge eines Unfalls und wurde eine Todes­fall­leistung vereinbart, muss der Tod inner­halb von 48 Stunden dem Versicherer gemeldet werden. Das Unternehmen muss die Möglich­keit bekommen, bei Bedarf eine Obduktion durch­zuführen.

Berufs­unfähigkeits­versicherung

Endet mit dem Tod des Versicherungs­nehmers.

Berufs­unfähigkeits­versicherer über den Tod informieren.

Private Kranken­versicherung

Endet mit dem Tod des Versicherungs­nehmers.

Kranken­versicherer über den Tod informieren.

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