Serie Energie sparen, Teil 6: Sparsame Autos Meldung

Autokäufer können unter einer Vielzahl von Antriebsarten wählen. Doch welche ist die günstigste? Ziehen die Spritpreise wieder an, sind gasbetriebene Autos attraktiv. Auch Dieselautos fahren sich oft günstiger als klassische Benziner. test.de sagt, wie Autofahrer in Zeiten hoher Energiepreise kostengünstig ans Ziel kommen.

Günstig mit Autogas

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„Tanken für die Hälfte“, verspricht die Werbung für Autogas. Für sich genommen stimmt das in Zeiten hoher Benzinpreise auch. Autogas, auch bekannt als LPG (Liquified Petroleum Gas) kostete im Jahr 2008 im Schnitt 72 Cent pro Liter. Wahrscheinlich bleibt Gas auch in Zukunft so günstig. Autogas soll wie Erdgas bis 2018 steuerlich begünstigt werden. Der „halbe Preis“ täuscht trotzdem. Da der Heizwert von Autogas geringer ist, benötigt ein Auto mehr davon. Zudem kostet die Umrüstung auf Autogas einige Tausend Euro und die Reichweite im Gasbetrieb fällt bei manchen Fabrikaten spärlich aus. Dennoch können Fahrer auf lange Sicht damit sparen.

Umrüstung bei Spritfressern

Der ADAC hat berechnet, dass sich die Umrüstung eines Chrysler Voyager 2.4 nach rund 53 000 gefahrenen Kilometern amortisiert. Grundlage der Rechnung ist ein Benzinpreis von 1,30 Euro und ein Autogaspreis von 73 Cent. Als Faustregel gilt: Bei Spritfressern lohnt die Umrüstung am ehesten – und der Wagen sollte möglichst neu sein. Ob die Rechnungen des ADAC aufgehen, hängt neben den Spritpreisen sehr vom Tankverhalten ab. Muss der Fahrer häufig Sprit statt Autogas tanken, braucht es länger, bis er dauerhaft günstiger fährt. Zwar gibt es hierzulande etwa 4 000 Zapfstationen für Autogas. Sie sind aber nicht alle ständig geöffnet und zentral gelegen. Zudem beruht die ADAC-Rechnung auf der Annahme, dass die Preise für Gas und Sprit weiter so auseinanderklaffen wie Mitte 2008. Anfang 2009 waren Benzin und Super günstiger, die Differenz war kleiner.

Wer sparen will, hat Auswahl

Also soll es nun Autogas sein oder nicht? Oder wie wäre es mit einem Wagen, der statt Sprit Erdgas tanken kann? Dann gibt es noch die „Hybriden“ – Autos, die neben dem Verbrennungsmotor einen Elektromotor unter der Haube haben. Oder lieber ein Diesel? Oder ein Benziner? Autofahrer, die Wert auf Wirtschaftlichkeit legen, haben Auswahl. In den neuen Antriebsarten steckt Sparpotenzial – aber nicht für jeden. Wer womit am besten fährt, ist eine knifflige Frage. Viele Faktoren spielen eine Rolle. So kommt es drauf an,

  • wie viel jemand mit dem Wagen fährt,
  • ob es meist über Land geht oder der Wagen vornehmlich in der Stadt unterwegs ist,
  • wie sich die Preise von Benzin und Diesel im Vergleich zu Gaskraftstoff entwickeln,
  • wie hoch die Mehrkosten für den alternativen Antrieb sind
  • und ob ein Fahrer ausreichend Tankmöglichkeiten hat.

Fahren mit Erdgas

Auch ein Erdgasauto kann beim Sparen ­helfen. Wagen, die für den Erdgasbetrieb ab Werk vorbereitet sind, bieten zum Beispiel Citroën, Fiat, Ford, Mercedes, Opel und VW. Wer eines dieser Autos nachrüsten will, muss je nach Fabrikat einige Tausend Euro investieren. Er sollte auch prüfen, ob der Umbau die Herstellergarantie verändert.

Erdgasfahrzeuge fahren mit CNG (Compressed Natural Gas) oder LNG (Liquified Natural Gas), Autogas (LPG) vertragen sie nicht. Das Tankstellennetz für Erdgas ist mit etwa 1 000 Zapfstellen hierzulande recht dünn. Doch die Autos können auch mit herkömmlichem Sprit fahren.

Durchaus konkurrenzfähig

Die Kosten von Erdgasautos sind durchaus konkurrenzfähig. Das zeigt ein Vergleich des ADAC (siehe „Unser Rat“). Ein auf Erdgas umgerüsteter Citroën Berlingo schlägt seine Modellzwillinge, die mit Diesel oder Benzin unterwegs sind – und zwar unabhängig von der Jahresfahrleistung. Berücksichtigt hat der ADAC in den Berechnungen die Anschaffungskosten und alle Kosten über einen Zeitraum von vier Jahren. Er ging davon aus, dass Diesel 1,27 Euro, Normal- und Superbenzin 1,30 Euro und Erdgas 0,98 Euro kostet. Aktuell ist herkömmlicher Sprit günstiger. Das trübt die Bilanz zulasten der Erdgasautos. Doch das Bild sieht anders aus, wenn Erdgasfahrer vom örtlichen Gasversorger mit Zuschüssen und Tankgutscheinen bedacht werden. Wer hier wie viel bietet, steht unter www.erdgasfahren.de (Rubrik „Wirtschaftlichkeit“).

Diesel oder Benziner

Fahrer, die dem Gasantrieb nichts abgewinnen können, weil zum Beispiel keine Tankstelle in ihrer Nähe ist, haben nach wie vor die Wahl zwischen Diesel und Benzin. An der alten Regel, dass Vielfahrer auf Diesel setzen sollten, ist immer noch etwas dran. Selbst für Wenigfahrer lohnt sich das oft. Generalisieren darf man den Vorteil aber nicht. Zwar ist Dieselkraftstoff fast immer günstiger als Benzin oder Super. Doch auf der anderen Seite stehen höhere Anschaffungskosten, eine höhere Kfz-Steuer, häufig höhere Kosten für die Versicherung und mitunter ein erhöhter Wartungsaufwand.

Diesel auf lange Sicht günstiger

Bei manchen Modellen ist tatsächlich die Benzinvariante günstiger – auch für Vielfahrer. Viel häufiger aber ist für jeden Fahrertyp der Diesel wirtschaftlicher. Einen Anhaltspunkt bieten kostenlose ADAC-Listen, in denen der Verkehrsklub für 1 300 Modelle berechnet hat, bei welchen Jahreslaufleistungen der Diesel den Benziner schlägt (siehe „Unser Rat“). Klare Tendenz: Oft sind Diesel auf lange Sicht günstiger – vorausgesetzt, die Annahmen des ADAC gelten. Diesmal lag in den Musterrechnungen der Dieselpreis bei 1,16 Euro, der Normalbenzinpreis bei 1,35 Euro und der Preis für Super bei 1,37 Euro.

Fahren mit Strom

Experimentierfreudige Fahrer kommen auch mit einem Hybridauto voran. Darin arbeitet neben einem Verbrennungs- ein Elektromotor, der während der Fahrt geladen wird. Nachrüstbar ist die Technik nicht. Serienmäßig gibt es sie von wenigen Firmen wie Toyota oder Honda. Hybridautos haben gute Verbrauchswerte. Das hat die Organisation Dekra ermittelt. Sie hat jeweils einen Ford Focus mit Benzin, Diesel und Erdgas und einen Toyota Prius mit Hybridantrieb antreten lassen: Am wenigsten verbrauchte bei identischen Bedingungen der Hybridwagen, etwas mehr schluckte der Erdgas-Focus gefolgt vom Diesel und dem Benziner. Anschaffungs- und laufende Kosten bei einer Jahresfahrleistung von 15 000 Kilometern mit eingerechnet, lag der Hybridwagen aber hinten. Vorne lag bei dieser Rechnung nun der Diesel vor dem Erdgasauto und dem Benziner. Nur wer viel im Stadtverkehr unterwegs ist, kann die Stärken des Hybriden offenbar ausspielen und mit anderen Modellen gleichziehen.

Serie Energie sparen

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