Serie Energie sparen, Teil 3: Ökostrom Meldung

Strom aus erneuerbaren Energien ist nicht immer teurer als herkömmlicher Strom. Ein kleiner Aufpreis lohnt sich aber auch, wenn er in den Bau umweltschonender Anlagen fließt.

Herkunft des Stroms

Der Strom im Tarif Teldafax 1508 stammt zu 61 Prozent aus fossilen und zu 13 Prozent aus erneuerbaren Energien. 26 Prozent sind Atomstrom. Das steht auf der Rechnung. Eine Berliner Familie bezahlt für den Tarif von Teldafax ohne Bonus und Vorauskasse bei einem Verbrauch von rund 4 400 Kilowattstunden (kWh) nur etwa 830 Euro im Jahr. Günstiger geht es kaum. Doch das Wissen um die Herstellung des Stroms lässt Stromkunden über einen Wechsel zu einem „sauberen“ Lieferanten nachdenken. Seit Ende 2005 muss ein Energieversorger auf der Rechnung erläutern, woher er seinen Strom bezieht. Er muss den Anteil an Atomkraft und fossilen Energieträgern wie Erdgas, Erdöl und Kohle sowie den Anteil an erneuerbaren Energien wie Wind- und Wasserkraft, Sonnen- und Bioenergie nennen. Er hat die Pflicht, die Menge Atommüll und den Ausstoß an Kohlendioxid zu beziffern.

Kein physikalischer Unterschied

Beim Tarif Teldafax 1508 fallen 519 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde an, der radioaktive Abfall ist mit 0,0007 Gramm pro Kilowattstunde beziffert. Nach einem Wechsel zu Ökostrom kommt kein anderer Strom aus der Steckdose als bisher. Physikalisch ist Ökostrom nicht von herkömmlichem Strom zu unterscheiden. Alle Stromerzeuger speisen ihren Strom in das Stromnetz, das alle Kunden gleichermaßen beliefert. Doch je mehr die Nachfrage nach Ökostrom steigt und damit der Bau von Ökostromkraftwerken angekurbelt wird, desto sauberer wird der Strom im gesamten Netz produziert.

Ökostrom muss nicht teurer sein

Nur etwa 5 Prozent der Privathaushalte haben sich bisher für einen Ökostromtarif entschieden. Wohl deshalb, weil viele denken, er sei zu teuer. Das Öko-Institut Freiburg empfiehlt in einer EcoTopTen-Liste auf seiner Internetseite ( www.oeko.de) Ökostrom von hoher Qualität, der nicht zu teuer ist (siehe Tabelle: Bundesweite Anbieter von Ökostrom). In diese Übersicht gelangen nur Tarife von Anbietern, die den Neubau umweltfreundlicher Kraftwerke fördern und strenge Selbstverpflichtungen eingehen.
Zwei Preisbeispiele: Eine Familie aus dem sächsischen Leipzig mit einem Jahresverbrauch von rund 4  400 Kilowattstunden bekommt konventionellen Strom ab 902 Euro von den Stadtwerken Schwäbisch Hall, Tarif Premium Extra Privat. Strom mit ökologischem Zusatznutzen aus der EcoTopTen-Liste könnte sie schon ab 877 Euro von Trianel Energie im Tarif HalloNatur! beziehen. Eine Berliner Familie kann normalen Strom schon für 830 Euro im Jahr bekommen. Etwas Engagement für die Umwelt durch die Wahl eines Ökostromtarifs würde sie monatlich nur 4,75 Euro mehr kosten.

Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom

Umweltschonend erzeugten Strom bieten mittlerweile fast alle Stromerzeuger an. Doch weil es für Ökostrom keine einheitliche Definition gibt, kann jeder Anbieter seine eigenen Kriterien zugrunde legen. Ein Verbraucher, der bei einem Tarifrechner im Internet als Suchkriterium „Nur Ökostromtarife“ anklickt, bekommt eine lange Liste von Angeboten. Der Teufel steckt im Detail. Viele Unternehmen, die Ökostrom anbieten, setzen mit anderen Tarifen auf konventionellen Kohle- oder Atomstrom. Ihren grünen Strom beziehen sie aus Anlagen, die schon lange bestehen, und investieren nicht in den Bau neuer Ökostromanlagen. Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Stromverbrauch liegt derzeit bei rund 15 Prozent. Das wurde zu großen Teilen durch die staatliche Einspeisevergütung für ökologisch produzierten Strom erreicht, die das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) regelt. Verbraucher, die umweltfreundliche Stromerzeugung fördern und die konventionelle zurückdrängen wollen, sollten Ökostrom von einem Anbieter kaufen, der in den Aus- und Neubau umweltfreundlicher Anlagen investiert.

Serie Energie sparen

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