Serie Energie sparen, Teil 10: Haushaltsgeräte Meldung

Energiefresser verbannen, neue stromsparende Haushaltsgeräte anschaffen, alte Glühbirnen durch Energiesparlampen ersetzen: Das spart eine Menge Geld in der Haushaltskasse.

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Eine Abwrackprämie gibts für Haushaltsgeräte bisher nicht. Doch bei Kühlschränken, Waschmaschinen oder Trocknern lohnt sich ein Tausch von Alt in Neu oft sogar ohne Prämie. Der Käufer schont die Umwelt und holt den Anschaffungspreis durch den geringeren Verbrauch des modernen Geräts über die Jahre wieder herein.

Eine 15 Jahre alte Waschmaschine verbraucht pro Waschgang 1 bis 1,5 Kilowattstunden Strom. Ein neues Gerät begnügt sich mit 0,5 bis 0,8 Kilowattstunden. Beim Wasserverbrauch dasselbe: Maschinen des Baujahrs 1994 schlucken bei einer Vollwäsche über 100 Liter Wasser. Waschautomaten des Testjahrgangs 2008 sparen die Hälfte des Trinkwassers.

Ein Beispiel: Die neue Waschmaschine vom Typ Siemens WM12E340 kostet in der Anschaffung rund 590 Euro. Wer drei 40-Grad-Trommeln pro Woche wäscht und die Maschine danach jeweils eine Stunde im Stand-By-Modus stehenlässt, verbraucht rund 101 Kilowattstunden Strom im Jahr und etwa 9 000 Liter Wasser.

Kostet die Kilowattstunde 20 Cent, betragen die jährlichen Stromkosten 20,20 Euro. Trinkwasser kostet zum Beispiel in Berlin aktuell 2,18 pro 1 000 Liter, das ergibt jährliche Wasserkosten von 19,50 Euro. Strom und Wasser für diese Waschmaschine in Berlin kosten 39,70 Euro pro Jahr.

Diesen Betrag spart der Neukäufer gegenüber einer 15 Jahre alten Maschine Jahr für Jahr, denn sie würde etwa doppelt so viel verbrauchen. Bei konstanten Energiepreisen entlastet der Kunde seine Haushaltskasse in 15 Jahren um 595,50 Euro. Das ist der Neupreis des Beispielautomaten.

Große Unterschiede bei Neugeräten

Natürlich unterscheiden sich auch die neuen Waschmaschinen in ihrem Stromhunger. Der Frontlader Hanseatic Öko Plus 2200 mit dem test-Qualitätsurteil „Gut“ aus dem Otto-Katalog für rund 600 Euro braucht für einen Waschgang 0,53 Kilowattstunden. Der ebenso mit „Gut“ beurteilte Toplader AEG-Electrolux Lavamat 47230 ist mit 0,7 Kilowattstunden Höchstverbraucher im Testfeld. Er kostet etwa 700 Euro in der Anschaffung. Der aktuelle Test ist unter  www.test.de/waschmaschinen zu finden.

Rechnet man nur die Kosten für den Stromverbrauch auf 15 Jahre hoch, so zahlt der Käufer der Hanseatic-Maschine 252 Euro, wenn er genauso so häufig wäscht wie der Berliner Beispielhaushalt. Der Kunde mit der AEG-Electrolux zahlt 331 Euro und damit 79 Euro mehr.

Stromverbrauch und Verbrauchskosten von 23 Waschmaschinen, die unsere Schwesterzeitschrift test in den Jahren 2007 und 2008 mit Qualitätsurteil untersucht hat, sind kostenlos unter  www.test.de/spargeraete abrufbar.

Stromsparendes Waschen ist auch nicht schwer. Einfach den Temperaturregler herunterdrehen. Eine 40-Grad-Wäsche benötigt im Schnitt ein Drittel weniger Strom als die Wäsche mit 60 Grad Celsius.

Kleine Kühlschränke sind genügsamer

Auch bei Kühl- und Gefrierschränken gilt: Neue Geräte ziehen weniger Strom als alte.

Die Tests von Kühlschränken der Jahrgänge 2007 und 2008 zeigten aber auch bei Neugeräten gravierende Verbrauchsunterschiede. Entscheidend für den Energiebedarf ist die Größe von Kühlschrank und Gefrierfach. Je kleiner das Gerät, desto sparsamer.

Bei einem Kilowattstundenpreis von 20 Cent und einer Betriebsdauer von 15 Jahren betragen die Stromkosten für den sparsamsten Kühlschrank 228 Euro. Der gefräßigste verbraucht Strom im Wert von 735 Euro. Mehr dazu steht im Internet unter  www.test.de/spargeraete.

Großer Bildschirm braucht viel Strom

Bei Flachbildfernsehern mit LCD- oder Plasmabildschirm wollen viele Kunden möglichst große Monitore. Die fressen meist aber mehr Strom als der kleine alte Röhrenfernseher. Die Kinoatmosphäre im Wohnzimmer erhöht den Stromverbrauch.

Die wenigste Energie von allen Geräten im Test verbraucht der Samsung-Fernseher LE19R86BD mit der Bildschirmdiagonale von 49 Zentimetern. Allerdings ist der Stromsparer in seinen sonstigen Eigenschaften nur Durchschnitt und hat gerade mal das Qualitätsurteil „ausreichend“ erhalten. Größter Stromfresser von den 88 untersuchten TV-Geräten ist der Panasonic TH-42PZ70E mit dem Megaschirm von 106 Zentimetern diagonal.

Laufen die beiden Fernseher vier Stunden pro Tag und stehen 20 Stunden im Bereitschaftsdienst, dann fallen für den Samsung-Apparat in zwölf Jahren 163 Euro Stromkosten an, wenn die Kilowattstunde 20 Cent kostet. Der Besitzer des großen Panasonic hat 1 565 Euro für Energiekosten hinzublättern. Alle Geräte sind unter  www.test.de/fernseher zu finden.

Neue Lampe spart 177 Euro

Besonders leicht lässt sich Strom mit neuen Lampen sparen. Bis zu 86 Prozent weniger Strom verbraucht eine Energiesparlampe im Vergleich zu einer herkömmlichen Glühbirne. In zehn Jahren bleiben durch den Austausch einer einzigen Birne 177 Euro mehr in der Haushaltskasse.

Dieser Einspareffekt ist Spitze und lässt sich beim Umstieg erzielen, wenn eine Energiesparlampe von 20 oder 21 Watt eine vergleichbar helle alte Glühlampe ersetzt. Erreicht hat die Ersparnis die Philips-Lampe G 120 Soft white.

Vorsicht bei Halogenlampen

Aufpassen müssen Verbraucher bei Halogenlampen für den 230-Volt-Betrieb. Sie sind entweder mit Schraubsockel versehen und passen in jede herkömmliche Fassung oder sie besitzen Stift- oder Stecksockel, etwa G9 und GU10. Diese Modelle setzen die passende Designerlampe voraus.

Viele G9 und GU10-Stecksockel-Lampen haben im Check der Zeitschrift test 2/2009 ein „mangelhaft“ wegen ihres verheerend hohen Energieverbrauchs eingefangen. Anstatt Strom einzusparen, verbrauchen sie deutlich mehr als eine vergleichbar helle Glühlampe.

Schlusslicht im Test ist die Halogenlampe von Nice Price. Sie ist günstig und kostet nur 1,37 Euro, verbraucht aber das Anderthalbfache einer herkömmlichen Glühlampe – die ist häufig billiger zu haben.

Besser sind die kleinen 12-Volt-Lämpchen, die in Lampen mit Trafo glimmen, zum Beispiel in den Größen G4 und GU5.3. Im Schnitt verbrauchen sie 30 Prozent weniger Energie als eine Glühlampe.

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