Serie Energie sparen: Teil 1: Haushalt Meldung

Kaum ein Haushalt bleibt von steigenden Strompreisen verschont. Zeit umzudenken: Mit wenig Aufwand kann jeder die Kosten um mehr als 100 Euro pro Jahr senken. Das geht etwa mit energiesparenden Haushaltsgeräten. Finanztest zeigt in einer neuen Serie, wie Haushalte ihre Energiekosten drücken können. Der erste Teil: Strom im Haushalt sparen.

Sieben Großkraftwerke können in Deutschland vom Netz gehen, wenn jeder Haushalt konsequent Energie spart. Der Aufwand ist gar nicht so hoch. Stromsparen lohnt sich vor allem bei Haushaltsgeräten: Waschmaschine, Elektroherd, Geschirrspüler, Wäschetrockner sowie Kühl- und Gefrierschränke verbrauchen über zwei Drittel des Haushaltsstroms. Die Kühl- und Gefriergeräte haben mit 29 Prozent den größten Anteil.

Beim Kauf aufs Energielabel achten

Serie Energie sparen: Teil 1: Haushalt Meldung

Das EU-Energielabel macht Angaben über den Energie- und Wasserverbrauch von Kühl- und Gefriergeräten, Waschmaschinen und anderen Haushaltsgeräten.

Das EU-Energielabel macht Angaben über den Energie- und Wasserverbrauch von Kühl- und Gefriergeräten, Waschmaschinen und anderen Haushaltsgeräten.

Verbraucher erkennen energiesparende Haushaltsgeräte an dem bunten Aufkleber mit Angaben zum Strom- und Wasserverbrauch, dem EU-Energielabel (siehe Grafik). Es informiert auch über Eigenschaften wie die Innengröße des Kühlschranks, die Füllmenge einer Waschmaschine, die Reinigungs- und Trockenwirkung.

Veralterte Kennzeichnung

Der technische Fortschritt hat das Kennzeichen aber eingeholt. Seit seiner Einführung 1998 weist es sieben Energieverbrauchsstufen von A bis G aus. Mittlerweile werden aber kaum noch Geräte schlechter als Stufe B verkauft. Bei Kühl- und Gefriergeräten ist Stufe A inzwischen in A, A+ und A++ unterteilt. Käufer sollten bei Geräten derselben Effizienzklasse die Zahlen zum Stromverbrauch vergleichen.

Mit effiziente Neugeräte sparen

Ein „A+“-Kühlschrank von Miele (K2329 S) verbraucht am Tag zum Beispiel etwa 0,18 Kilowattstunden Strom pro 100 Liter. Ein vergleichbarer Kühlschrank von Neckermann (Zanker ZKR 1516) braucht dagegen 0,27 Kilowattstunden. Im Jahr ist das ein Unterschied von gut 10 Euro. Wer ein sparsames Haushaltsgerät kauft, spart im Vergleich zu einem neuen, nicht so effizienten Neugerät in zehn Jahren rund 100 bis 150 Euro Strom- und Wasserkosten. In der Tabelle hat test.de das für einen Kühlschrank dargestellt.

Angaben in den Gerätepapieren

Entscheidungshilfe beim Kauf gibt die Stiftung Warentest mit ihren Infodokumenten. Sie enthalten jeweils deutlich mehr als 100 sparsame Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler und Waschmaschinen. Bei Geräten, für die das EU-Energielabel nicht vorgeschrieben ist, hilft ein Blick in die mitgelieferten Unterlagen. Ob es lohnt, ein funktionierendes Altgerät auszutauschen, hängt vom Stromverbrauch des alten Geräts ab. Angaben dazu liefern die Gerätepapiere, sonst hilft ein Strommessgerät (siehe Unser Rat). Bei kaputten Haushaltsgeräten geht es um Reparatur oder Neukauf. Der Kauf eines stromsparenden Neugeräts kann sich insbesondere bei Kühl- und Gefriergeräten auszahlen, die älter als fünf Jahre sind .

Energiesparlampen und Standby

Nur rund 8 Prozent ihres Stroms verbrauchen die deutschen Haushalte für die Beleuchtung. Doch dieser Anteil lässt sich besonders leicht und stark reduzieren.

Die Glühbirne ist technisch überholt – die meiste Energie geht als Wärme verloren. Viel besser ist die Energiesparlampe. Sie verbraucht 80 Prozent weniger Strom und leuchtet mindestens 10-mal länger. Der höhere Anschaffungspreis ist nach etwa 1 000 Betriebsstunden ausgeglichen – bei einer täglichen Brenndauer von vier Stunden oft nach weniger als einem Jahr. Nach 10 000 Betriebsstunden hat der Austausch eine Ersparnis zwischen 49 und 177 Euro Stromkosten gebracht.

Viel Strom im Standby

Überraschend viel Strom verbraucht der Bereitschaftsdienst von Haushaltsgeräten, der Standbybetrieb. Ein Vierpersonenhaushalt verschwendet dafür rund 500 Kilowattstunden im Jahr. Das sind etwa 100 Euro (Strompreis 20 Cent/kWh). 70 Euro davon können Verbraucher sparen, wenn sie HiFi-Anlage, PC mit Monitor und Drucker sowie Fernseher, Video- und DVD-Recorder konsequent ausschalten. Die Strompreise sind in den vergangenen drei Jahren im Durchschnitt um knapp 16 Prozent gestiegen. Die Ersparnis durch Stromsparen kann das ausgleichen.

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