Senioren-Unfallversicherung Test

Der Name ist Programm: Senioren-Unfallversicherungen sind speziell für die „Generation 50 plus“ konzipiert. Sie funktionieren wie jede andere Unfallversicherung, bieten aber einige Extras: Einkauf, Putzen, Mahlzeiten-Bringdienst - Hilfen im Alltag, die etwa nach einem schweren Sturz durchaus Sinn machen können. Einige Seniorentarife leisten sogar bei jedem Oberschenkel­hals­bruch und bei Unfällen durch Schlaganfall oder Herzinfarkt. Das ist bei normalen Unfallversicherungen nicht der Fall. Die Spezial-Angebote kommen gut an, sind aber oft teuer. Finanztest sagt, für wen sich eine Senioren-Unfallversicherung lohnt, welche Leistungen wichtig sind und gibt Tipps zum Thema.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Senioren-Unfallversicherung

Altverträge meist günstiger

Wie bei einer normalen Unfallversicherung auch zahlen die Versicherer Senioren bei den Spezialtarifen einen größeren Geldbetrag oder eine monatliche Rente, falls sie durch einen Unfall eine dauerhaften Gesundheitsschaden erleiden. Darüber hinaus bieten die Spezialtarife oft Hilfeleistungen im Haushalt oder Pflegeleistungen in den ersten sechs Monaten nach dem Unfall. Da diese Extras auch extra kosten, empfiehlt Finanztest: Wer bereits eine gute herkömmliche Unfallpolice besitzt und keinen Wert auf vom Versicherer organisierte Hilfeleistungen legt, sollte den bestehenden Unfallschutz so lange wie möglich behalten. Der Kunde zahlt hier deutlich weniger als bei den Seniorentarifen und erhält im Ernstfall bereits bei geringer Invalidität eine Leistung. Einziges Problem: Nur 23 von 62 Gesellschaften führen Unfallpolicen unbegrenzt zu Normalkonditionen fort. Die meisten erhöhen die Beiträge ab einer bestimmten Altersgrenze oder kündigen den Vertrag. Hinzu kommt: Neukunden über 75 bleibt oft nur der Senioren-Tarif. Sie erhalten keine normale Unfallversicherung mehr, oder nur zu schlechten Konditionen.

Hilfeleistungen für zu Hause

Das zentrale Problem vieler älterer Menschen: Sie haben niemanden, der sich nach einem Unfall um sie kümmern kann. Für sie kann eine Senioren-Unfallversicherung mit Hilfeleistungen wie Kochen, Putzen und Einkaufen sinnvoll sein. Die Hilfe gibt es unabhängig davon, ob der Unfall zu einer Invalidität führt oder nicht. Und das ist wichtig. Oft brauchen Betroffene nur ein paar Wochen Unterstützung - so lange etwa bis ein Beinbruch geheilt ist. Ansonsten bleibt vielen nur der Weg ins Heim. Denn die wenigsten können Hilfen wie Essen auf Rädern oder eine Haushaltshilfe über mehrere Wochen aus eigener Tasche bezahlen. Und die Gesetzliche Pflegeversicherung springt erst ein, wenn jemand mehr als ein halbes Jahr lang im Alltag ständige Unterstützung braucht.

Weitere erhebliche Leistungen

Ein weiterer Vorteil von Seniorentarifen: Vor allem leistungsstarke Angebote (Testkompass) bieten wichtige, auf ältere Kunden zugeschnittene Sonderkonditionen. Beispiel Oberschenkelhalsbruch: In der Regel gelten Verletzungen nur dann als Unfall, wenn sie durch ein plötzlich von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis zu einer dauerhaften Gesundheits­schädigung führen. Wer ohne äußere Ursache stürzt und sich den Ober­schenkel­hals bricht, erhält meist nichts. Anders bei besonders leistungs­starken Seniorentarifen. Hier leistet der Versicherer unabhängig von der Unfalldefinition auch bei Oberschenkelhalsbruch in voller Höhe. Mitversichert sind auch Unfälle durch Schlaganfall oder Herzinfarkt. Bei der Bemessung der Invalidität fallen Vorerkrankungen so wenig wie möglich ins Gewicht. Und: Es gibt kein festgelegtes, vom Alter des Kunden abhängiges Vertragsende. Allerdings kann der Versicherer den Vertrag jedes Jahr ordentlich kündigen.

Umfassende finanzielle Absicherung

Natürlich muss auch bei der Senioren-Unfallversicherung das Geld stimmen. Das heißt: Ab einer Invalidität von 50 Prozent sollte die monatliche Rente 1 000 Euro, die Kapitalzahlung 50 000 Euro Minimum betragen. Am besten sind Angebote, die Kapitalzahlung und Rente kombinieren. Das heißt, der Versicherer zahlt bereits bei geringer Gesundheitsbeeinträchtigung einen einmaligen Betrag, der mit dem Grad der Invalidität steigt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent sollte er zudem eine lebenslange monatliche Rente zahlen. Weniger sinnvoll sind reine Rentenzahlungen. Je älter das Unfallopfer, desto kürzer ist voraussichtlich der Leistungszeitraum. Hinzu kommt: Oft ist die Anerkennung des Invaliditätsgrads das Problem. Haben Erkrankungen zu dem unfallbedingten Gesundheitsschaden erheblich beigetragen, zieht der Versicherer dies von der festgestellten Invalidität wieder ab. Sinkt der Grad der Invalidität dadurch unter 50 Prozent, erhält der Kunde keine Rente.

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