Unser Rat

Wenn Sie sich selbstständig machen wollen und noch nicht genau wissen, wie das geht, ist ein Basiskurs für Existenzgründer unerlässlich für Sie.

Anbieter. Basiskurse für Existenzgründer ­finden Sie über die Veranstaltungsprogramme der Volkshochschulen, der Handwerkskammern sowie der Industrie- und Handelskammern (IHK) und beim Arbeitsamt. Die Programme bekommen Sie direkt bei den Institutionen. Oft veröffentlichen die regionalen Medien Angebote weiterer privater Bildungsträger, zum Beispiel von Unternehmensberatungen. Außerdem können Sie Kurse im Internet abrufen. Mit dem Suchwort „Existenzgründung“ kommen Sie in Weiterbildungsdatenbanken wie zum Beispiel der Kurs-Datenbank der Bundesanstalt für Arbeit unter www.arbeitsamt.de ans Ziel.

Die Qualität des Kurses hängt nicht davon ab, welche Art von Anbieter Sie wählen, ob Sie ein Seminar bei einer Volkshochschule, der Handwerkskammer, der IHK oder einem privaten Anbieter besuchen. Unser Test hat gezeigt, dass es bei allen gute und weniger gute Veranstaltungen gibt.

Kursangebote eingrenzen

Dauer. Ein Basiskurs sollte mindestens drei Tage oder 20 Unterrichtsstunden (je 45 Minuten) dauern, damit ein ausreichendes Problembewusstsein für die Anforderungen an eine erfolgreiche Existenzgründung geschaffen und grundlegendes Wissen vermittelt werden kann. Mehrwöchige Kurse vermitteln die wichtigen Themen tendenziell tiefgrün­diger als die kurzen.

Preis. Die Qualität hängt nicht davon ab, ob der Kurs etwas kostet. Kostenpflichtige kurze Gründerkurse kosten bis 100 Euro, lange Kurse bis zu 1 500 Euro.

Teilnehmerzahl. Wichtig ist, wie viele Teilnehmer der Anbieter in einen Kurs aufnimmt. Optimal sind zirka 10 Teilnehmer. Mehr als 15 sollten es nicht sein. Sonst können individuelle Fragen kaum berücksichtigt werden.

Vergleich. Für eine inhaltliche Vorauswahl sollten Sie die Seminarprogramme verschiedener Anbieter vergleichen. Fragen Sie nach den Schwerpunktthemen, ob neben dem theoretischen Stoff auch die Gründungssituationen und -ideen der Teilnehmer berücksichtigt werden und ob bestimmte Inhalte (zum Beispiel Marktanalyse) für die Entwicklung eines Geschäftsplans behandelt werden.

Pluspunkte sammelt ein Anbieter, wenn die Teilnehmer ein vollständiges Unterrichtsskript bekommen oder es kaufen können. Das ist aufgrund der Fülle der Informationen eine wichtige Hilfestellung für den Existenzgründungsprozess.

Dozenten. Fragen Sie den Anbieter, ob ein oder mehrere Dozenten durch das Seminar führen. Sind es mehrere, ist es gut, wenn durch einen Kursleiter oder in anderer Form der rote Faden im Seminar sichergestellt ist. Die Qualifikation des Dozenten sollte den jeweils behandelten Themen entsprechen.

Seien Sie vorsichtig, wenn die Dozenten ausschließlich ein bestimmtes Unternehmen (zum Beispiel eine Bank oder Versicherung) oder eine bestimmte Branche vertreten.

Nächster Schritt. Wenn Sie nach dem Basiskurs eine Selbstständigkeit immer noch ernsthaft in Betracht ziehen und eine Gründungsidee haben, sollten Sie grundsätzlich eine Beratung in Anspruch nehmen.

Für Fortgeschrittene

Spezialkurse. Sie wissen im Großen und Ganzen schon über eine Existenzgründung Bescheid und haben nur noch Fragen zu ganz begrenzten Themen? Dann ist es sinnvoller, einen themenspezifischen Kurs für Existenzgründer zu besuchen, zum Beispiel zur Buchhaltung, zu Steuern oder zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten.

Die Auswahl können Sie nach denselben Kriterien treffen wie oben. Die Anbieter sind dieselben. Auch in dieser Phase ist eine individuelle Existenzgründungsberatung sinnvoll.

Existenzgründerberatung

Eine individuelle Beratung vor einer Existenzgründung ist immer zu empfehlen. Darin geht es vorrangig darum, die Geschäftsidee oder die Umsetzung konkreter Punkte zu prüfen.

Dafür kommen verschiedene Berater und Institutionen infrage: Industrie- und Handels­kammern, Handwerkskammern, Beratungs­stel­len speziell für Frauen in der Existenzgründung, Beratungsstellen für innovations- und technologieorientierte Gründer, Beratungsstellen an Hochschulen und Universitäten, Beratungsstellen der öffentlichen Hand und der freien Wirtschaft, zentrale Anlaufstellen für Existenzgründer in einem bestimmten Bundesland, einer Region oder einer Stadt, Unternehmensberater, Berater von Investi­tions- und Bürgschaftsbanken sowie der Deutschen Ausgleichsbank (DtA).

Weitere Informationen zur Beratung gibt es beim Bundeswirtschaftministerium und unter www.gruendungskatalog.de.

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