Selbstverschuldete Krankheiten Meldung

Ärzte protestieren dagegen, dass sie seit dem 1. Juli 2008 selbstverschuldete Krankheiten von Patienten der Krankenkasse melden müssen. Es geht beispielsweise um eine durch Piercing geschwollene Zunge, um ein entzündetes Tattoo oder die Folgen misslungener Schönheitsoperationen.

Das Gesetz zur Pflegereform regelt, dass die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung solcher Erkrankungen nicht mehr allein tragen. Die Patienten sollen sich beteiligen.

Die Mediziner sehen durch die Meldepflicht das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient in Gefahr. Ärzte würden zur „Gesundheitspolizei“, kritisiert Michael Rauscher vom Hartmannbund. Von einem „Angriff auf die Schweige­pflicht und das verfassungsrechtlich geschützte Patientengeheimnis“ spricht Cornelia Goesmann, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer. Sie befürchtet, dass Patienten aus Angst vor Petze nicht mehr zum Arzt gehen. Der „ohnehin bescheidene Spareffekt“ könnte sich ins Gegenteil verkehren.

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