Selbstständige Meldung

Viele Selbstständige fühlen sich beim Elterngeld benachteiligt.

Die Elterngeldstelle darf einem Selbstständigen nicht das Elterngeld kürzen, bloß weil er noch verspätete Honorare für Jobs aus der Zeit vor der Geburt erhält (Sozialgericht München, Az. S 30 EG 37/08).

Ein selbstständiger Unternehmensberater aus Bayern hatte für den ersten Lebensmonat seines neugeborenen Kindes im Juli 2007 Elterngeld beantragt. Im selben Monat gingen auf seinem Konto rund 22 000 Euro für eine Beratungstätigkeit aus der Zeit vor der Geburt ein. Die Elterngeldstelle rechnete das Geld an und zahlte nur den Minimal-Betrag von 300 Euro an den Mann aus. Entscheidend sei, wann das Geld überwiesen werde, nicht wann er die Arbeitsleistung erbracht habe, argumentierte die Behörde.

Das Gericht entschied jedoch zugunsten des jungen Vaters. Selbstständige müssten oft lange auf ihr Geld warten. Wenn es auf den Eingang des Honorars ankomme, sei es für sie fast unmöglich, für kurze Zeit Elterngeld zu erhalten.

Die Elterngeldstelle hat gegen das Urteil Rechtsmittel eingelegt.

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