Selbstständige Meldung

Rürup-Rente – Vorsorge für Selbstständige mit viel bürokratischem Aufwand. 261 Angebote wurden bisher zertifiziert. Ein Teil davon erst nach Nachbesserungen der Anbieter.

Anbieter der staatlich geförderten Rürup-Rente haben mit ihren Kunden Verträge abgeschlossen, die gar nicht die Voraussetzungen für die staatliche Förderung erfüllen. Etliche mussten deshalb nachbessern und haben ihren Kunden neue Bedingungen zugeschickt. Diese müssen sie mit ihrer Unterschrift bis zum 30. Juni 2011 bestätigen.

Unterschreiben die Kunden nicht, verlieren sie die steuerliche Förderung – auch rückwirkend. Rürup-Kunden können einen Teil der Beiträge von der Steuer absetzen. So will der Staat vor allem die Altersvorsorge von Selbstständigen fördern.

Der Versicherer Europa musste zum Beispiel sechs Bedingungen nachbessern. Was im Einzelnen geändert wurde, erfahren die Kunden jedoch nicht. Gegenübergestellt werden nur die „Bedingungstitel“; die Kunden müssen selbst zwischen alten und neuen Bedingungen vergleichen.

In manchen Verträgen war zum Beispiel im Fall der Berufsunfähigkeit auch eine Einmalleistung vorgesehen, erlaubt ist aber nur eine Rente.

Die Verstöße gegen die Förderregeln fielen erst spät auf. Erst seit 2010 dürfen Versicherer und Fondsgesellschaften nur noch Verträge anbieten, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (zuständig bis Mitte 2010) oder vom Bundeszentralamt für Steuern ein Zertifikat bekommen haben. Wenn sich im Zertifizierungsverfahren herausstellte, dass die Fördervoraussetzungen nicht erfüllt waren, mussten die Anbieter nachbessern.

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