Es muss nicht immer Schampus sein, wenn Silvester die Korken knallen. Prickelndes Vergnügen bieten auch italienischer Prosecco, spanischer Cava oder ein süffiger deutscher Sekt. Was aber sind die Unterschiede?

Was im Glas so hübsch perlt und am Gaumen so anregend prickelt, stellen die Meister des Fachs auf unterschiedliche Weise her.

Sekt. Die Bezeichnung Sekt wurde Anfang des 19. Jahrhunderts im Traditionslokal Lutter & Wegner in Berlin geprägt. Sekt ist ein Schaumwein, für seine Herstellung ist die zweite Gärung des Grundweins wichtig: Sie dauert mehrere Monate und wird durch den Zusatz von Gärhefe und Zucker beziehungsweise Traubenmost eingeleitet. Dabei wird der Zucker in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt, dann wird der verbliebene Hefetrub entfernt und die Geschmacksrich­tung – brut oder extratrocken, trocken, mild ­– mithilfe einer Zuckerlösung eingestellt.

Champagner. Während bei einfachen Schaumweinen die zweite Gärung in Stahltanks erfolgt, wird für edlere Sorten die aufwendige Flaschengärung angewendet. Diese Méthode Champenoise ist beim renommiertesten Schaumwein der Welt, beim Champagner, Pflicht. Die Flaschen lagern zunächst liegend, auf der Hefe entfaltet sich das Aroma, der Alkoholgehalt steigt. Schließlich werden die Flaschen mit dem Hals nach unten in ein Rüttelpult gestellt. Durch vorsichtiges regelmäßiges Rütteln oft über Jahre hinweg sammelt sich der Hefetrub im Flaschenhals. Er wird zum Schluss entfernt, die Flasche aufgefüllt und verkorkt. Champagner stammt immer aus der Champagne. Schaumweine aus anderen französischen Gebieten heißen Cremant.

Cava und Prosecco. Die Champagnervariante aus Spanien heißt Cava. Prosecco wiederum stammt aus Italien. Prosecco, eine Rebsorte Venetiens, hat bei uns als prickelnder Spumante oder Frizzante Karriere gemacht. Vino Spumante ist der italienische Begriff für Schaumwein. Der weniger stark prickelnde Frizzante ist dagegen gewissermaßen ein Perlwein.

Perlwein. Perlweine werden meistens unter Zugabe von Kohlensäure nur in einer einzigen Gärung hergestellt. Sie enthalten weniger Kohlensäure als ein Schaumwein und dürfen nicht den üblichen pilzförmigen Sektverschluss tragen. Der Grund: Bei Sekt, Champagner, Cava und Cremant mischt das Finanzamt mit. Die typische zweite Schaumweingärung macht in Deutschland die Sektsteuer fällig: etwa ein Euro pro 0,75-Liter-Flasche.

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