Securenta AG Meldung

Noch mal gutgegangen: Michael Kaiser erhielt 14 800 Euro zurück, die er in eine Beteiligung der Securenta eingezahlt hatte.

Etwa 100 000 Anleger, die ihr Geld in riskante Beteiligungsangebote des Finanzkonzerns Göttinger Gruppe investiert haben, müssen um ihr Geld fürchten. Seit einiger Zeit werden immer wieder Fälle bekannt, in denen der Konzern seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt.

Gerichtsvollzieher, die Schadenersatzzahlungen eintreiben sollen, werden zum Beispiel nicht in das Gebäude des Konzerns in Göttingen gelassen. Die Firma zahle immer erst dann, wenn der Gerichtstermin für den Offenbarungseid kurz vor der Tür stehe, berichtet der Göttinger Rechtsanwalt Jürgen Machunsky.

So war es auch im Fall von Michael Kaiser aus Berlin (siehe Finanztest 9/06: Falschberatung). Erst kurz vor dem Termin zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung erstattete der Konzern Kaiser den vollen Schaden. „Misslich ist nur, dass Rückzahlungen vermutlich aus den monatlich neu ein­gehenden Sparraten anderer Anleger gezahlt werden“, sagt Machunsky. Er und viele seiner Kollegen glauben, dass der Konzern kurz vor der Zahlungsunfähigkeit steht.

Die Volksbank Göttingen hat das Geschäftskonto der zur Göttinger Gruppe gehörenden Securenta AG im Juli gekündigt. Nach zwei Pfändungen, die Anwälte für ihre Mandanten vorgenommen hatten, sei auf dem Konto kein Guthaben für über 430 weitere Pfändungen mehr gewesen, begründet die Bank diesen Schritt.

Offenbar mangelt es dem Konzern an flüssigem Geld. Einem Anwalt aus Berlin teilte der Konzern mit, dass man kurzfristig Immobilien verkaufen wolle, um zahlen zu können.

  • Die Göttinger Gruppe steht seit 1994 auf ­unserer Warnliste.

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