Schweizer Vermögensverwalter Meldung

Kassieren Vermögensverwalter in der Schweiz von Banken oder Fondsgesellschaften Geld, weil sie ihnen Anleger vermittelt haben, müssen sie diesen Vorteil an die Kunden weitergeben. Das hat das Schweizer Bundesgericht in einem Grundsatzurteil entschieden (Az. 4C.432/2005). Es geht dabei um Provisionen, Rabatte oder Gebühren.

Behalten dürfen die Schweizer Vermögensverwalter nur Provisionszahlungen, auf die Anleger ausdrücklich verzichtet haben. Rechtsgültig ist der Verzicht nur dann, wenn der Anleger „vollständig und wahrheitsgetreu“ über die Provisionen informiert wurde. Allgemeine Ausführungen im Vermögensverwaltungsvertrag reichen nicht aus.

Der Anspruch der Anleger auf Rückzahlung von zu Unrecht einbehaltenen Gebühren verjährt erst nach zehn Jahren.

Betroffene Anleger sollten in ihrem Vermögensverwaltungs-vertrag nachsehen, was dort über die Rückvergütung steht. Steht dort nichts oder nur etwas sehr Allgemeines zu den Zahlungen, sollten sie schriftlich beim Vermögensverwalter oder der Depotbank nachfragen, ob und in welcher Höhe Rückvergütungen geflossen sind.

„Die seriösen Vermögensverwalter und Banken werden sich nicht trauen zu lügen“, sagt Rechtsanwalt David Brunner. „Sie würden sich anson­sten wegen Veruntreuung strafbar machen.“

Sollten beide nicht reagieren, bleibt als letzter Ausweg eine Anzeige.

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