Schweinegrippe Meldung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die EU warnen vor einer weltweiten Grippe-Epidemie und empfehlen, auf Reisen in Regionen mit Schweinegrippe-Fällen zu verzichten. Erste Reiseveranstalter haben Flüge nach Mexiko-Stadt gestoppt und bieten kostenlose Umbuchungen an. Wer eine Reise ins Krisengebiet absagt, hat gute Chancen, nichts bezahlen zu müssen. test.de informiert.

[Update 29.04.]

Audio
Audio abspielenLautstärke einstellen

Das Auswärtige Amt rät derzeit von „nicht unbedingt erforderlichen Reisen nach Mexiko dringend ab“. Die meisten großen Reiseveranstalter und Fluggesellschaften haben reagiert und bieten ihren Kunden an, ihre Mexiko-Reisen kostenlos umzubuchen oder zu stornieren. test.de nennt Einzelheiten in der Tabelle Reaktionen der Reiseveranstalter.

Informationen vom Auswärtigen Amt

Das Auswärtige Amt hat noch keine ausdrückliche Warnung ausgesprochen. Die Beamten dort informieren über die Situation und überlassen Reisenden selbst die Entscheidung. Wie groß die Gefahr einer Erkrankung tatsächlich ist und wie gefährlich das Virus für Westeuropäer ist, lässt sich kaum zuverlässig abschätzen. Nach Medienberichten haben die mexikanischen Behörden allerdings zum Teil erhebliche Einschränkungen für den Betrieb öffentlicher Einrichtungen und den Verkehr angeordnet. Weltweit herrscht Besorgnis. Wer mit Grippesymptomen etwa an Flughäfen angetroffen wird, läuft Gefahr, auch gegen seinen Willen in Quarantäne zu kommen. Reisen und Fernreisen können die Ausbreitung einer Seuche erheblich beschleunigen.

Geld zurück bei höherer Gewalt

Erste Reiseanbieter haben bereits reagiert und haben die Regionen mit Schweinegrippe Erkrankungen und vor allem Mexiko-Stadt von sämtlichen Reiseplänen gestrichen. Ob Reisende von sich aus Reisen stornieren können, ohne für die Reise zumindest teilweise zahlen zu müssen, ist unklar. Juristische Voraussetzung ist ein Fall von „höherer Gewalt“. Gemeint sind nicht vorhersehbare Ereignisse - wie etwa die Grippewelle in Mexiko. Kostenfrei kündigen dürfen Reisekunden, wenn die Reise vermutlich wesentlich erschwert, erheblich beeinträchtigt oder zu einem unzumutbaren Sicherheitsrisiko wird. Aus Sicht von test.de gilt: Zumindest Reisen in die unmittelbar betroffenen Regionen in Mexiko dürfen Reisende stornieren und können den Reisepreis oder ihre Anzahlung vollständig zurückverlangen. Allerdings: Die Reiseveranstalter orientieren sich vor allem an den Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes. Eine solche liegt bisher nicht vor.

Kein Fall für die Versicherung

Klar ist allerdings: Die Reiserücktrittskosten-Versicherung hilft nur, wenn die Reise wegen einer Erkrankung des Reisenden selbst oder ähnlicher Umstände ausfallen muss. Für Reisen, die aus anderen als den im Versicherungsvertrag beschriebenen Gründen ausfällt, ist sie nicht zuständig.

Grippe vor Gericht

Wenn der Reiseveranstalter sich nach Aufforderung endgültig weigert, den Reisepreis wegen höherer Gewalt zu erstatten, bleibt nur der Weg zum Gericht. Die Richter entscheiden jeweils im Einzelfall unter Berücksichtigung aller Umstände. Besonders zu beachten: Menschen mit Grippesymptomen sind zu allererst zum Rücktritt berechtigt, ohne Kosten tragen zu müssen. Grund: Sie laufen Gefahr, in Mexiko oder auf Flughäfen als mögliche Ansteckungsherde aus dem Verkehr gezogen zu werden. Betroffene mit Reiserücktrittskostenversicherung sollten sich sicherheitshalber trotzdem sofort auch mit Attest bei der Versicherung melden.

Reisepreis mindern

Soweit Urlauber trotz der aktuellen Situation nach Mexiko reisen und dort wegen der Grippeepidemie mit erheblichen Einschränkungen leben müssen, können sie den Reisepreis mindern. Wiederum gilt: Wenn der Reiseanbieter die Minderung nicht akzeptiert, bleibt nur ein Rechtsstreit.

Dieser Artikel ist hilfreich. 150 Nutzer finden das hilfreich.