Allgemeine Informationen

Typ H1N1

Das Virus, das derzeit für Unruhe sorgt, ist eine neu entstandene Variante des Influenza A-Virus vom Subtyps H1N1. Er weist Teile der Erbinformation von Schwein, Mensch und Vogel auf. Dieser Erreger wird nicht direkt vom Schwein auf den Menschen, sondern von Mensch zu Mensch übertragen. Daher ist die Bezeichnung Schweinegrippe eigentlich irreführend. Experten sprechen deshalb auch meist von Neuer Grippe.

Spanien: Erster Krankheitsfall

Den ersten Krankheitsfall in Europa gab es in Spanien. Dort wiesen Ärzte bei einem aus Mexiko zurückgekehrten Studenten das mutierte Schweinegrippevirus nach. Mittlerweile tritt das Virus fast weltweit auf. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Infizierten und es gibt erste Todesfälle. Antivirale Medikamente wie Tamiflu, die zur Behandlung von Virusgrippen eingesetzt werden scheinen auch bei der Behandlung der Schweinegrippe zu wirken. Kommt es zur Pandemie, wird die Bevölkerung frühzeitig über Verhaltensmaßnahmen informiert, die im Krisenfall zum tragen kommen. Mittlerweile gibt es auch Impfstoffe gegen die Schweinegrippe.
Tipp: test.de informiert in einer Meldung ausführlich zur Impfung gegen die Schweinegrippe.

Hygiene wichtig

Die Infektion wird - wie bei einer normalen Influenza auch - über Tröpfchen, etwa beim Anhusten, Niesen oder auch durch Händeschütteln übertragen. Die Viren können dadurch auf die Schleimhäute der Atemwege von Kontaktpersonen oder in deren Augen gelangen. Die Übertragung kann auch über Oberflächen erfolgen, die mit virushaltigen Sekreten verunreinigt sind, wenn sie angefasst werden. Dann gelangen die Viren über die Hand in Mund, Nase oder Augen. Einfache Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges und gründliches Händewaschen oder das Vermeiden von engen sozialen Kontakten können das Infektionsrisiko verringern.
Hinweis: test.de gibt Tipps zur Hygiene.

Symptome

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung (Inkubationszeit) ist ähnlich der bei einer saisonalen Grippe. Sie beträgt etwa ein bis vier Tage. Auch die Symptome der Schweinegrippe sind ähnlich denen einer saisonalen Grippeerkrankung: Plötzlich einsetzendes Fieber, trockener Husten, Atembeschwerden, Halsschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl (Frösteln, Mattigkeit) sowie Muskel-, Glieder- und Kopfschmerzen. Betroffene sollten unbedingt den Arzt aufsuchen, insbesondere, wenn sie an Atembeschwerden leiden. Im Unterschied zur saisonalen Grippe litt ein größerer Teil der bisher Erkrankten zusätzlich oder ausschließlich an Erbrechen und Durchfall. Auch fehlte bei einem Teil der Erkrankten das Fieber. Das RKI geht davon aus, dass Patienten bereits am Tag vor Symptombeginn Schweinegrippeviren ausscheiden und damit andere anstecken können. Insgesamt seien Erkrankte eine Woche ansteckend.
Wichtig: Zur Behandlung der Schweinegrippe haben sich die sogenannten Neuramidasehemmer Tamiflu und Relenza als wirksam erwiesen. Antivirale Medikamente wie Tamiflu sollte aber niemand auf eigene Faust einnehmen. Die Behandlung des ohnehin verschreibungspflichtigen Mittels gehört unter ärztliche Aufsicht. Wie jedes Medikament besitzen auch diese Mittel Nebenwirkungen. Zudem können sich durch unsachgemäßen Gebrauch, etwa eine Unterdosierung, die Entstehung von resistenten Viren bilden.

Risikogruppen

Erhebliche Unterschiede zur saisonalen Influenza gibt es bei den Risikogruppen. So besteht vor allem für Schwangere, Kinder und Jugendliche sowie junge Erwachsene (insbesondere mit Grunderkrankungen) das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, wenn sie sich mit der Schweinegrippe infizieren.

Kein Verzicht auf Schweinefleisch

Die amerikanische Seuchenschutzbehörde CDC geht davon aus, dass Schweineinfluenza-Viren nicht durch Lebensmittel übertragen werden. Zudem würde Erhitzen des Fleisches auf 72 Grad Celsius die Viren sicher abtöten. Auch dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist bislang kein Fall bekannt, nach dem sich ein ein Mensch durch Lebensmittel mit der Schweinegrippe infiziert hat. Das BfR weist generell darauf hin, dass Verbraucher bei der Zubereitung von Fleisch auf Hygiene achten sollten. Zudem schütze das Erhitzen von Fleisch auf mindestens 70 Grad Celsius (länger als zwei Minuten) nicht nur vor Virenerkrankungen, sondern auch vor Bakterieninfektionen wie zum Beispiel Salmonellen und Listerien.

Hotline vom Bundesgesundheitsministerium

Das Bundesministerium für Gesundheit hat eine kostenlose Hotline zum Thema Schweinegrippe eingerichtet: 0 30/ 3 46 46 51 00. Die Hotline ist montags bis freitags von 8–18 Uhr erreichbar. Weiterführende Informationen zum Thema, zur Schweinegrippeimpfung und Links zu den einzelnen Bundesländern gibt es unter: www.neuegrippe.bund.de

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