Welche Schad­stoffe die Chemiker in den Tees entdeckten

Anthrachinon

Herkunft. Als Pestizid ist Anthrachinon nicht zugelassen. Es kommt bei der Papier­produktion zum Einsatz, kann also über Packungen auf Tee übergehen. Seit 2013 soll Anthrachinon nicht mehr für Papiere mit Lebens­mittel­kontakt genutzt werden. Einiges weist darauf hin, dass es auch aus Verbrennungs­prozessen bei der Teetrock­nung herrühren könnte.

Risiko. Im Tier­versuch wirkt es krebs­er­regend. Für den Menschen gilt es als potenziell krebs­er­regend.

Geplanter Grenz­wert. 20 Mikrogramm je Kilogramm getrock­nete Teeblätter (EU-Verordnungs­entwurf, Stand 6/2014).

Test-Befund. Alle Tees waren belastet – mit 6 bis 76 Mikrogramm Anthrachinon je Kilogramm Teeblätter. Im Labor stellten wir in Stich­proben fest, dass etwa ein Drittel des Anthrachinons in den Aufguss übergeht. Pro Liter wären das 0,02 bis 0,25 Mikrogramm.

PAK

Herkunft. Poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK) entstehen durch Verbrennungs­prozesse. Sie sind etwa in Abgasen, einigen Kunststoffen und in Lebens­mitteln wie Geräuchertem und Gegrilltem enthalten.

Risiko. PAK können beim Menschen Krebs erzeugen. Es ist im Alltags­leben unmöglich, ihnen völlig auszuweichen. Die täglich aufgenom­mene Menge sollte aber so nied­rig wie möglich sein.

Grenz­wert. Für PAK in Tee gibt es keinen Grenz­wert.

Test-Befund. Alle Tees waren belastet – mit 20 bis 314 Mikrogramm je Kilogramm Teeblätter. PAK sind sehr schwer wasser­löslich, selbst vom höchst­belasteten Tee landet nur wenig im Aufguss. Eine Tasse des am höchsten belasteten Tees hat weniger PAK als 2 Gramm Räucherschinken enthalten dürfen.

Pyrrolizidinalkaloide

Herkunft. Kommen in Pflanzen wie Kreuzkraut vor, die etwa als Unkraut zwischen Teepflanzen wachsen können.

Risiko. Im Tier­versuch erbgutver­ändernd und krebs­er­regend. Für Menschen potenziell krebs­er­regend. In hoher Dosis akut leberschädigend.

Grenz­wert. Einen Grenz­wert gibt es nicht. Das BfR nennt als maximale Tages­zufuhr 0,007 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht. Für eine 60 Kilogramm schwere Person heißt das: täglich nicht mehr als 0,4 Mikrogramm.

Test-Befund. Der Ceylon-Assam von Kauf­land enthält 522 Mikrogramm je Kilogramm Teeblätter, umge­rechnet etwa 0,9 Mikrogramm je Teebeutel. Das Bundes­institut für Risiko­be­wertung geht davon aus, dass die Stoffe voll­ständig in den Aufguss übergehen können.

Mineral­ölbestand­teile

Herkunft. Können etwa aus Trans­portfahr­zeugen, Maschinen­ölen, Druck­farben und Recycling-Papier auf Lebens­mittel übergehen – vorrangig auf trockene, fett­reiche Produkte und jene mit großer Oberfläche wie Tee.

Risiko. Als besonders kritisch gelten die aromatischen Mineral­ölbestand­teile, die MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons). Sie sind potenziell krebs­er­regend.

Grenz­wert. Wird noch diskutiert, da die abschließende toxikologische Bewertung noch aussteht. Maxime des BfR: Belastungen durch Mineralöle, vor allem durch den Typ MOAH, sollten so gering wie möglich gehalten werden.

Test-Befund. In 15 Tees waren MOAH nach­weisbar – von 0,8 bis 3,1 Milligramm je Kilogramm Teeblätter. Mineralöle sind sehr schlecht wasser­löslich. Selbst im Aufguss der höchst­belasteten Tees waren sie nicht mehr nach­weisbar.

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