Schwarzbeeren Quacksalberei

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„Sensationelles Bio-'Putzmittel' für die Adern entdeckt!“, tönt die Werbung. „Quacksalberei“, sagen Pharmaexperten.

Werbung. „Schwarz-Beere: das perfekte Bioputzmittel für die Adern“ gegen Kalk und Plaques, vorbeugend für Infarkt, Schlaganfall, Demenz oder Tinnitus. Solche Schlagzeilen riefen Professor Dr. Martin Schulz vom Pharmakologischen Institut der Uni Frankfurt am Main auf den Plan.

Quacksalberei. In einer Veröffentlichung der Pharmazeutischen Zeitung schrieb er, dass folgende Werbeaussagen „Indizien für Quacksalberei“ sind: Behauptung fehlender Nebenwirkungen bei gleichzeitiger Erfolgsgarantie, exotische Herkunft, Überlegenheit des Mittels über Präparate der Schulmedizin, „Wirksamkeitsbelege“ ausländischer Experten, Perso­nenkult um Behandler oder Entdecker. Das Produkt wird wie ein Arzneimittel beworben, doch die „Patienteninformation“ zielt auf den angeblichen „Ausgleich von Mängeln in der Ernährung“.

Wissenschaft. In der Pharmazie gelten Schwarzbeeren als Synonym für Heidelbeeren (Myrtilli fruc­tus). In Tierexperimenten wurden für die isolierten Substanzen bestimmte Effekte beobachtet. Jedoch ist die Übertragung auf den kranken Menschen unzulässig. Klinische Studien liegen nach den Recherchen nicht vor oder sind nicht publiziert. Die zitierten „Experten“ aus Cambridge, Paris, Boston sind in den Verzeichnissen der jeweiligen Forschungseinrichtungen und in international anerkannten Publikationen nicht auszumachen.

Preis. Eine 25-tägige Nahrungsergänzung mit zirka 200 Milligramm Schwarzbeerpulver und vier Schwarzbeer-Kapseln täglich kostet übrigens etwa 40 Euro.

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