Eine Frau kaufte in Berlin ein Grund­stück mit Haus für rund 260 000 Euro. Weil das Gebäude mit Haus­schwamm befallen war, verklagte sie den Verkäufer auf Schaden­ersatz von insgesamt mehr als 630 000 Euro für die Sanierungen. Das Land- und das Kammerge­richt gaben der Klägerin Recht. Der Bundes­gerichts­hof stellte nun aber klar, dass auch der Verkäufer geschützt werden muss, wenn die Schaden­ersatz­forderung unver­hält­nismäßig hoch ausfällt (BGH, Az. V ZR 275/12). Bei der Frage, was unver­hält­nismäßig ist, kommt es, so die Richter, auf die Umstände des Einzel­falls an. Ein Anhalts­punkt könne sein, dass die Kosten für die Schaden­beseitigung höher sind als der Wert der Immobilie ohne Mangel. Mangelfrei hat das Objekt mitt­lerweile einen Markt­wert von mindestens 600 000 Euro. Der BGH hob das Urteil des Kammer­gerichts auf und wies es an dieses zur erneuten Verhand­lung zurück.

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