Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) hat den Vorstand der mediantis AG aufgefordert, bei der Hauptversammlung am 24. Juli über die Auflösung des Unternehmens abstimmen zu lassen. Die mediantis AG (WKN 528520) vertreibt Bücher und andere Medien übers Internet. Nach Ansicht der SdK ist es zweifelhaft, ob das Geschäftsmodell der Firma jemals aufgeht und profitabel wird.

Die SdK verweist auf den guten Kassenstand bei mediantis: In der Kasse waren nach Unternehmensangaben am 31. März 2001 noch 15,3 Millionen Euro. An der Börse war mediantis hingegen zuletzt nur noch mit etwa 8 Millionen Euro bewertet. Wenn die Firma aufgelöst und der so genannte Liquidationserlös verteilt würde ­ so das Kalkül der Schutzgemeinschaft ­, bekämen die Aktionäre also mehr, als wenn sie ihre Anteile an der Börse verkauften. Die SdK behauptet, dass selbst die Vorstände und Aufsichtsräte der mediantis AG kein Vertrauen mehr in ihr Unternehmen setzten. Für diese These spreche, dass sie ihre Aktienbestände nach Ablauf der Sperrfrist sukzessive reduziert hätten.

Die mediantis AG hält die Darstellung für unsauber. Nach Angaben von Sprecherin Julia Hofmann hielten Vorstand und Aufsichtsrat beim Börsengang insgesamt 46 Prozent am Kapital des Unternehmens. Mittlerweile sind es nur noch 32 Prozent. Von den 14 Prozent Differenz sei ein großer Teil bei Familienmitgliedern gelandet, sagt Julia Hofmann. Auch die Geschäftszahlen zeigten einen klaren Trend zur Profitabilität. So sei der Umsatz im ersten Quartal 2001 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 35 Prozent gestiegen. Für das gesamte Geschäftsjahr 2001 erwartet die mediantis AG sogar eine Umsatzsteigerung von 50 Prozent. Der Verlust soll von 12,8 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf 7,7 Millionen Euro in diesem Jahr sinken.

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