Schulrecht Meldung

Lehrer und Schüler kennen das: Am letzten Schultag vor den Ferien fehlen bereits einige Kinder. Sie seien schon in den Skiurlaub gefahren, heißt es. Doch Vorsicht, ein vorzeitiger Start in die Ferien kann eine Ordnungs­widrigkeit sein.

Urlaub darf nicht einfach früher beginnen

In Deutsch­land herrscht Schul­pflicht. Eltern dürfen nicht einfach einige Tage früher in den Urlaub starten, nur weil es besser in die eigene Urlaubs­planung passt oder die Flüge güns­tiger sind. Die Beur­laubung oder Befreiung von der Schul­pflicht ist auf Länder­ebene in Gesetzen und Verordnungen geregelt. Einige Länder gehen sogar explizit auf Fehl­zeiten vor den Ferien ein: „Beur­laubungen unmittel­bar vor oder nach den Ferien sollen nicht genehmigt werden, es sei denn, es handelt sich um einen wichtigen und unaufschieb­baren Ausnahme­fall,“ heißt es in den Berliner Ausführungsvorschriften über Beurlaubung und Befreiung vom Unterricht. In den entsprechenden Brandenburger Verwaltungsvorschriften steht: „Reise- und Urlaubs­termine der Eltern gelten nicht als wichtiger Grund für eine Beur­laubung.“ Wer sich nicht daran hält, begeht eine Ordnungs­widrigkeit. Kommt die Sache heraus, droht im schlimmsten Fall ein Bußgeld. Dessen Höhe hängt vom Bundes­land ab, in Hessen sind es zum Beispiel mindestens 100 Euro.

Ausnahmen nur aus wichtigem Grund wie Hoch­zeit oder Todes­fall

Sicher kann es familiäre Gründe geben, die es erfordern, dass ein Kind ein oder zwei Tage während der Schul­zeit fehlen muss: eine Hoch­zeit zum Beispiel, ein Vorstellungs­gespräch oder ein Todes­fall. Dafür müssen die Eltern aber einen Antrag beim Klassen­lehrer oder Schulleiter stellen. Wo der Antrag zu stellen ist, hängt vom Bundes­land ab. In Berlin beispiels­weise müssen Schulbefreiungen von bis zu drei Tagen beim Lehrer gestellt werden, ab vier Tagen beim Schulleiter. Sofern es sich um eine Ausnahme handelt, wird dem Antrag meist auch statt­gegeben.

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