Schulranzen im Test

So haben wir getestet

Schulranzen im Test Testergebnisse für 22 Schulranzen 02/2019

Inhalt

Im Test: Im Test: 22 Schulranzen für Schüler ab der ersten Klasse. Wir wählten häufig gekaufte Modelle aus, wenn möglich Ranzen, die damit werben, die Ansprüche der DIN-Norm für Schulranzen zu erfüllen. Wir kauf­ten sie im September und Oktober 2018. Den Ranzen McNeill Ergo Primero Champ (DIN) entnahmen wir einem Waren­lager des Anbieters, kauf­ten ihn später im Handel und prüften ihn auf Über­einstimmung. Die Preise erfragten wir von den Anbietern im November und Dezember 2018.

Täglicher Gebrauch: 50 %

Drei Experten beur­teilten die Anpassungs­möglich­keiten und ergono­mischen Trageeigenschaften mit stan­dardisierten Dummys und sieben Kindern im Alter von fünf bis acht Jahren. Die Prüfungen erfolgten mit Brust- und Hüftgurten, wenn diese im Liefer­umfang enthalten waren. Das Auf- und Absetzen der Ranzen wurde in Form einer teilnehmenden Beob­achtung an den Kindern durch die Experten für jeden Ranzen ausprobiert.

Dazu gehörte die Messung der funk­tionellen Länge des gepols­terten Bereichs der Tragegurte an einem Dummy, der dem Körperbau eines sechs­jährigen Kindes entspricht. Im Weiteren beur­teilten sie auch mit sogenannten Schulterdummys den Gurt­verlauf, die Güte der Pols­terung und dessen Material­eigenschaften im Hals und Nacken­bereich.

Zur Beur­teilung der Inter­aktions­fläche Rücken-Ranzen maßen sie mittels eines Druck­verteilungs­systems die Drücke und Druck­spitzen. Die drei Experten beur­teilten auch die Eigendynamik der von Kindern getragenen Ranzen beim Gehen, die von den Fixier­möglich­keiten durch Brust-, Hüft- und Schulter­entlastungs­gurte bestimmt werden.

In einer anthropome­trischen Unter­suchung suchten und bewerteten sie die für das Kind nutz­baren Einstel­lungen der Rückenlänge, die sich aus dem Maß der vertikalen Distanz vom untersten Kontakt­punkt der Rückenfläche zum oberen Ansatz des Trage­riemens ergibt. Außerdem wurde der Bereich des nutz­baren Hüftgurt­umfangs gemessen und beur­teilt.

Am anthropome­trischen Beispiel der unteren Greifhöhe des fünften weiblichen Perzentils für das Alter sechs Jahre beur­teilten sie das Tragen des Ranzens am Griff.

Die Beur­teilung von Verschließen, Packen und Verstauen basierte auf der sinn­voll nutz­baren Innen­aufteilung: der Zugäng­lich­keit des Haupt­fachs, der Leicht­gängig­keit des Deckel­verschlusses, der Deckel­verstauung am Tisch­bein im geöff­neten Zustand, der Trennung von Verpflegung und Lern­mitteln, sowie der Zugäng­lich­keit und Größe der Außentaschen an Front und Seite. Für das Packen wurde eine Stan­dard­beladung mit Schnell­heftern, Ring­ordnern, Schulbüchern und Atlas, Federtasche, Utensilien­rolle, Brotdose und Halb­liter-Trink­flasche gewählt.

Ferner beur­teilten die Experten die Stand­festig­keit mit insgesamt 4 kg Beladung mittels einer Kraft­mess­dose im Zugversuch, die Form­stabilität unter Schaum­stoff­würfelfüllung mittels Material­prüf­maschine und Prüf­stempel bei 200 N Belastung sowie einem Vorschub von 90 mm/min und die Verarbeitung des Ranzens sowie scharfe Ecken und Kanten.

Optische Warn­wirkung: 20 %

Die Tester ermittelten und bewerteten den prozentualen Flächen­anteil aller retroreflektierenden und hell leuchtenden Materialien in Anlehnung der DIN 58124:2010–09, sowie des Entwurfs zu ihrer Über­arbeitung vom März 2018. Sie berück­sichtigten auch Warn­farben, die die über­arbeitete Version erst­mals erlaubt.* Die Warn­wirkung bei Tages­licht durch die fluoreszierenden Flächen prüften sie nach künst­licher Alterung durch Xenonlicht. Dazu maßen sie Farbort und Leucht­dichte­faktor. Für die Warn­wirkung in der Dunkelheit über­prüften und bewerteten sie die retroreflektierende Wirkung.

Material­eigenschaften: 25 %

Zur Prüfung der Halt­barkeit befüllten wir jeden Ranzen mit einer definierten Beladung von zirka drei Kilogramm. Danach kam er für 24 Minuten in eine mit Teppichboden ausgelegte Fall­trommel. Schäden des Inhalts wurden nach sechs Minuten, Schäden am Ranzen zum Schluss der Prüfung ausgewertet. Schnallen unterzogen wir einer Prüfung auf Tritt­festig­keit – dafür wurde ein Gewicht von vier Kilogramm aus 20 Zenti­meter Höhe auf die Schnallen fallengelassen.

In einem Temperatur- und Feuchtig­keits­test wurden die Ranzen 24 Stunden lang bei 40 Grad Celsius und 80 Prozent relativer Luft­feuchtig­keit gelagert. Wir bewerteten Veränderungen im Vergleich zum Neuzustand. Im Anschluss wurden die Schultergurte fünf Mal bei 40 Grad Celsius im Pflegeleicht­programm gewaschen. Auch hier bewerteten wir Veränderungen im Vergleich zum Neuzustand.

Zur Prüfung der Wasser­dicht­heit simulierten wir einen Land­regen mit hoher Wasser­menge. Dazu ließen wir die Ranzen zehn Minuten lang mit zehn Liter Wasser pro Quadrat­meter und Minute beregnen. Danach ermittelten wir, wie viel Wasser ins Innere einge­drungen war. Außerdem stellten wir den Ranzen in einen Behälter, der einen Zenti­meter hoch mit Wasser gefüllt war, und prüften nach zehn Minuten, ob Wasser in den Innenraum eindringt. Drei Experten beur­teilten auch die Reinigungs­möglich­keiten des Ranzens.

Schad­stoffe: 5 %

An Teilen, die Körperkontakt haben können (einschließ­lich der Griffe), prüften wir, ob sie allergisierende Farb­mittel in Anlehnung an DIN EN 14362, Weichmacher (Phthalate) mittels GC/MS Gaschromato­graphie mit massenselektiver Detektion, Organozinn­verbindungen mittels GC/MS, poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK) in Anlehnung an die GS-Spezifikation AfPS GS 2014:01 PAK, Nonylphenol und Nonylphenoleth­oxylate mittels LC/MS Flüssig­keit­schromato­graphie mit Massenspetroskopie enthalten. In allen Fällen waren die gefundenen Werte unpro­blematisch.

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertungen haben wir einge­setzt: Lautete die Note für die optische Warn­wirkung mangelhaft, konnte das test-Qualitäts­urteil nicht besser sein. Bei ausreichender Warn­wirkung wurde es um eine halbe Note abge­wertet. Für die optische Warn­wirkung hieß es ausreichend oder mangelhaft, wenn sie bei Tages­licht oder in der Dunkelheit ausreichend oder mangelhaft war. War die Wasser­dicht­heit mangelhaft, konnten die Material­eigenschaften höchs­tens eine Note besser sein.

*Text korrigiert an 4.2.2019

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28 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Leser1712 am 21.02.2021 um 00:00 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

grunersa am 10.06.2020 um 10:23 Uhr
Verbesserung Trageeigensch. Touch2 durch Hüftgurt?

Liebes Test-Team,
Haben sie für den Touch2 von Step by Step auch mit dem nachrüstbaren Hüftgurt getestet?
Wie wichtig ist die Verstellbarkeit der Rückenlänge? Bzw. erwarten Sie, dass der Touch2 auch für ein eher großes Kind noch in der 4. Klasse passt? Jetzt mit nicht ganz 6 passt er...
Meiner Tochter gefällt der Touch2 Pegasus Dream DIN deutlich besser als der 2 in 1 (Pegasus ist größer, mehr Glitter). Dadurch werde ich keine objektive Aussage bekommen, welcher Schulranzen bequemer ist. Zudem ist die DIN Version des Pegasus Dream 2 in 1 von Step by Step scheinbar vergriffen.
Vielen Dank und viele Grüße
Sibylle

Profilbild Stiftung_Warentest am 02.04.2020 um 16:31 Uhr
Schadstoffuntersuchung

@Peppapig: Nein, auf phosphororganische Verbindungen wurde nicht untersucht, siehe dazu unter "So haben wir getestet". (BT/MK)

Peppapig am 31.03.2020 um 12:30 Uhr
Nochmal Schadstoffbelastung

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Wurde auch auf phosphororganische Verbindungen untersucht? Und welche Grenzwerte bzw. Abwertu gsgrenzen wurden festgesetzt?
Vielen Dank im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen
Sandra L.

Profilbild Stiftung_Warentest am 11.03.2020 um 18:09 Uhr
Testergebnisse bei Step by Step

@Peppapig: In unserem Test waren bei den beiden bewerteten Schulranzen von Step by Step keine Schadstoffbelastungen nachweisbar. Die unterschiedlichen Ergebnissen der Schadstofffunde bei Stiftung Warentest und Ökotest können mehrere Ursachen haben. Nach einem Vergleich der hier untersuchten Modelle, wird offensichtlich, dass es sich hier um unterschiedliche Produkte handelt. Die Bezeichnungen sind zwar ähnlich, aber im Detail gibt es doch Unterschiede. Die Stiftung Warentest hat das Modell Step by Step 2 in 1 Pegasus Dream (DIN) und Wild Cat untersucht. Bei Ökotest war der Ranzen Step by Step Touch 2 DIN „Pegasus Dream“ im Test.
Wir haben die Prüfmodelle im September und Oktober 2018 eingekauft, Ökotest im November 2018 bis Januar 2019. Es kann durchaus sein, dass das Sortiment der Schulranzen im Laufe der Zeit variiert. Beim Vergleich des Designs sind zudem äußerliche Unterschiede feststellbar.
Bei der Schadstoffprüfung haben wir nach fast den gleichen Schadstoffen geahndet, beispielsweise auch nach dem Weichmacher DPHP, eine Belastung war in unserem Test nicht nachweisbar. Detaillierte Informationen zu unserem Prüfumfang finden Sie unter „So haben wir getestet“ und hier unter "Schadstoffe".
Zu den einzelnen Untersuchungsergebnissen von Ökotest können wir Ihnen keine Einschätzung geben, am besten fragen Sie direkt dort nach. (spl)