So haben wir getestet

Im Test: Im Test: 22 Schulranzen für Schüler ab der ersten Klasse. Wir wählten häufig gekaufte Modelle aus, wenn möglich Ranzen, die damit werben, die Ansprüche der DIN-Norm für Schulranzen zu erfüllen. Wir kauf­ten sie im September und Oktober 2018. Den Ranzen McNeill Ergo Primero Champ (DIN) entnahmen wir einem Waren­lager des Anbieters, kauf­ten ihn später im Handel und prüften ihn auf Über­einstimmung. Die Preise erfragten wir von den Anbietern im November und Dezember 2018.

Täglicher Gebrauch: 50 %

Drei Experten beur­teilten die Anpassungs­möglich­keiten und ergono­mischen Trageeigenschaften mit stan­dardisierten Dummys und sieben Kindern im Alter von fünf bis acht Jahren. Die Prüfungen erfolgten mit Brust- und Hüftgurten, wenn diese im Liefer­umfang enthalten waren. Das Auf- und Absetzen der Ranzen wurde in Form einer teilnehmenden Beob­achtung an den Kindern durch die Experten für jeden Ranzen ausprobiert.

Dazu gehörte die Messung der funk­tionellen Länge des gepols­terten Bereichs der Tragegurte an einem Dummy, der dem Körperbau eines sechs­jährigen Kindes entspricht. Im Weiteren beur­teilten sie auch mit sogenannten Schulterdummys den Gurt­verlauf, die Güte der Pols­terung und dessen Material­eigenschaften im Hals und Nacken­bereich.

Zur Beur­teilung der Inter­aktions­fläche Rücken-Ranzen maßen sie mittels eines Druck­verteilungs­systems die Drücke und Druck­spitzen. Die drei Experten beur­teilten auch die Eigendynamik der von Kindern getragenen Ranzen beim Gehen, die von den Fixier­möglich­keiten durch Brust-, Hüft- und Schulter­entlastungs­gurte bestimmt werden.

In einer anthropome­trischen Unter­suchung suchten und bewerteten sie die für das Kind nutz­baren Einstel­lungen der Rückenlänge, die sich aus dem Maß der vertikalen Distanz vom untersten Kontakt­punkt der Rückenfläche zum oberen Ansatz des Trage­riemens ergibt. Außerdem wurde der Bereich des nutz­baren Hüftgurt­umfangs gemessen und beur­teilt.

Am anthropome­trischen Beispiel der unteren Greifhöhe des fünften weiblichen Perzentils für das Alter sechs Jahre beur­teilten sie das Tragen des Ranzens am Griff.

Die Beur­teilung von Verschließen, Packen und Verstauen basierte auf der sinn­voll nutz­baren Innen­aufteilung: der Zugäng­lich­keit des Haupt­fachs, der Leicht­gängig­keit des Deckel­verschlusses, der Deckel­verstauung am Tisch­bein im geöff­neten Zustand, der Trennung von Verpflegung und Lern­mitteln, sowie der Zugäng­lich­keit und Größe der Außentaschen an Front und Seite. Für das Packen wurde eine Stan­dard­beladung mit Schnell­heftern, Ring­ordnern, Schulbüchern und Atlas, Federtasche, Utensilien­rolle, Brotdose und Halb­liter-Trink­flasche gewählt.

Ferner beur­teilten die Experten die Stand­festig­keit mit insgesamt 4 kg Beladung mittels einer Kraft­mess­dose im Zugversuch, die Form­stabilität unter Schaum­stoff­würfelfüllung mittels Material­prüf­maschine und Prüf­stempel bei 200 N Belastung sowie einem Vorschub von 90 mm/min und die Verarbeitung des Ranzens sowie scharfe Ecken und Kanten.

Optische Warn­wirkung: 20 %

Die Tester ermittelten und bewerteten den prozentualen Flächen­anteil aller retroreflektierenden und hell leuchtenden Materialien in Anlehnung der DIN 58124:2010–09, sowie des Entwurfs zu ihrer Über­arbeitung vom März 2018. Sie berück­sichtigten auch Warn­farben, die die über­arbeitete Version erst­mals erlaubt.* Die Warn­wirkung bei Tages­licht durch die fluoreszierenden Flächen prüften sie nach künst­licher Alterung durch Xenonlicht. Dazu maßen sie Farbort und Leucht­dichte­faktor. Für die Warn­wirkung in der Dunkelheit über­prüften und bewerteten sie die retroreflektierende Wirkung.

Material­eigenschaften: 25 %

Zur Prüfung der Halt­barkeit befüllten wir jeden Ranzen mit einer definierten Beladung von zirka drei Kilogramm. Danach kam er für 24 Minuten in eine mit Teppichboden ausgelegte Fall­trommel. Schäden des Inhalts wurden nach sechs Minuten, Schäden am Ranzen zum Schluss der Prüfung ausgewertet. Schnallen unterzogen wir einer Prüfung auf Tritt­festig­keit – dafür wurde ein Gewicht von vier Kilogramm aus 20 Zenti­meter Höhe auf die Schnallen fallengelassen.

In einem Temperatur- und Feuchtig­keits­test wurden die Ranzen 24 Stunden lang bei 40 Grad Celsius und 80 Prozent relativer Luft­feuchtig­keit gelagert. Wir bewerteten Veränderungen im Vergleich zum Neuzustand. Im Anschluss wurden die Schultergurte fünf Mal bei 40 Grad Celsius im Pflegeleicht­programm gewaschen. Auch hier bewerteten wir Veränderungen im Vergleich zum Neuzustand.

Zur Prüfung der Wasser­dicht­heit simulierten wir einen Land­regen mit hoher Wasser­menge. Dazu ließen wir die Ranzen zehn Minuten lang mit zehn Liter Wasser pro Quadrat­meter und Minute beregnen. Danach ermittelten wir, wie viel Wasser ins Innere einge­drungen war. Außerdem stellten wir den Ranzen in einen Behälter, der einen Zenti­meter hoch mit Wasser gefüllt war, und prüften nach zehn Minuten, ob Wasser in den Innenraum eindringt. Drei Experten beur­teilten auch die Reinigungs­möglich­keiten des Ranzens.

Schad­stoffe: 5 %

An Teilen, die Körperkontakt haben können (einschließ­lich der Griffe), prüften wir, ob sie allergisierende Farb­mittel in Anlehnung an DIN EN 14362, Weichmacher (Phthalate) mittels GC/MS Gaschromato­graphie mit massenselektiver Detektion, Organozinn­verbindungen mittels GC/MS, poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK) in Anlehnung an die GS-Spezifikation AfPS GS 2014:01 PAK, Nonylphenol und Nonylphenoleth­oxylate mittels LC/MS Flüssig­keit­schromato­graphie mit Massenspetroskopie enthalten. In allen Fällen waren die gefundenen Werte unpro­blematisch.

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertungen haben wir einge­setzt: Lautete die Note für die optische Warn­wirkung mangelhaft, konnte das test-Qualitäts­urteil nicht besser sein. Bei ausreichender Warn­wirkung wurde es um eine halbe Note abge­wertet. Für die optische Warn­wirkung hieß es ausreichend oder mangelhaft, wenn sie bei Tages­licht oder in der Dunkelheit ausreichend oder mangelhaft war. War die Wasser­dicht­heit mangelhaft, konnten die Material­eigenschaften höchs­tens eine Note besser sein.

*Text korrigiert an 4.2.2019

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TestSchulranzen im Test07.02.2019
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