Schulranzen im Test Test

Wie Tag und Nacht: Unterschiedliche Sicht­barkeit zweier Schulranzen im Test.

Kinder haben keine Knautschzone. Damit sie auf dem Schulweg gut zu sehen sind, müssen ihre Ranzen grell leuchten. Das schaffen nur 8 der 22 Schulranzen im Test der Stiftung Warentest. Zwischen 119 bis 259 Euro kostet so ein Ranzen-Set mit Sport- und Federtasche und oft noch weiterem Zubehör. Scout, Ergobag, McNeill und Step by Step sind mit mehreren Ranzen im Test vertreten. Zwölf Modelle bekommen wegen schlechter Warn­wirkung das test-Qualitäts­urteil Mangelhaft.

Kompletten Artikel freischalten

TestSchulranzen im Test07.02.2019
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 8 Seiten).

Im Straßenverkehr: Sicher nur nach Norm

Sie erzählen Geschichten, albern herum, spielen Klingel­streiche – auf dem Schulweg knüpfen Kinder soziale Kontakte und lernen nebenbei, sich allein zurecht­zufinden. Da wird der Straßenverkehr schon mal zur Neben­sache. Gerade Schul­anfänger schätzen Gefahren nicht richtig ein, laufen plötzlich auf die Straße. Wo Kinder unacht­sam sind, müssen andere auf sie aufmerk­sam werden. Ein Schulranzen, der gut sicht­bar ist, verschafft im Ernst­fall wert­volle Zeit: Mit jeder Sekunde mehr, die ein Auto­fahrer bei Tempo 50 benötigt, um eine Gefahr zu erkennen, rollt das Auto etwa 14 Meter weiter.

Das bietet der Schulranzen-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Bewertungen der Stiftung Warentest für 22 Schulranzen, unter anderem von DerDieDas, Scout und Ergobag. Bewertet haben wir vor allem, wie sich die Ranzen im täglichen Gebrauch bewähren, aber auch wie robust das Material ist und wie gut die optische Warn­wirkung. Außerdem haben wir die Schulranzen einer Schad­stoff­prüfung unterzogen. Acht Ranzen in unserem Vergleich schneiden gut ab. Die beiden Testsieger schrammen mit 1,7 knapp an der Note Sehr gut vorbei.

Kauf­beratung und Tipps. Wir sagen, worauf Eltern achten sollten, wenn Sie einen Schulranzen kaufen. Sie erfahren, welche Schulranzen eine gute Warn­wirkung haben – und woran Eltern dies erkennen können. Und wir zeigen, wie es aussieht, wenn ein Ranzen gut sitzt.

Interview. Die Psycho­login Jessica West­man erklärt, warum es besser ist, die Kinder nicht mit dem Auto in die Schule zu bringen, sondern den Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahr­rad zurück­legen zu lassen.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf den Testbe­richt aus test 2/2019.

Grelle Farben werden schnell gesehen

Mindestens 20 Prozent der Vorder- und Seiten­flächen eines Schulranzens sollten aus fluoreszierenden Signalfarben bestehen. So sieht es die Sicher­heits­norm zur Prüfung von Schulranzen vor. Sie ist kein Gesetz, aber ein von Anbietern und Verbraucherschützern gemein­sam ausgehandelter Maßstab für gute Qualität. Bis vor einigen Monaten erlaubte die Norm nur gelbe und orange Signalflächen. Diese Farben leuchten tags­über besonders grell und das menschliche Auge nimmt sie schneller wahr als andere. Das ließ Anbietern von Schulranzen aber wenig Spielraum im Design. Seit Oktober gilt eine über­arbeitete Version der Norm unter anderem auch neongrün und pink erlaubt. Im Test haben wir sie bereits berück­sichtigt.*

Gute und schlechte Ranzen haben oft dieselben Namen

Viele Anbieter verkaufen Ranzen einer Modell­reihe mit unterschiedlichen Designs. Wir fanden zu fast allen sicheren Ranzen unsichere Geschwistermodelle ohne die erforderlichen Warn­flächen. Das Problem: Eltern können sichere und unsichere Modelle schnell verwechseln. Die Ranzen haben oft dieselben Namen und fast identische Preise. Ausgestattet mit retroreflektierenden Streifen, verzichten sie aber auf leuchtende Signalfarben. Am Tag kann der Auto­fahrer sie schlechter erkennen als ihre normgerechten „Zwillinge“. Das erhöht das Unfall­risiko – das test-Qualitäts­urteil lautet daher Mangelhaft.

Bunt­stifte, Filz­stifte und Tinten­patronen im Test

In den Ranzen gehört natürlich ein Federmäpp­chen mit Lineal, Radier­gummi und Spitzer – aber auch Füller und Stiften. Die Stiftung Warentest hat jüngst auch Buntstift- und Fasermaler-Sets sowie Tintenpatronen auf Schadstoffe untersucht. Die Ergeb­nisse sind alarmierend.

Rückenlänge anpassen

Neben der Sicherheit sollen Ranzen bequem sein. Keine leichte Aufgabe, schließ­lich sind Erst­klässler unterschiedlich groß und wachsen schnell. Gute Ranzen wachsen mit. Verstell­bare Trage­riemen haben alle. Auch die Rückenlänge lässt sich meist einstellen. Besonders einfach funk­tioniert das am Step by Step 2in1: Im Haupt­fach befindet sich ein Griff, zum Heraus­ziehen und Drehen, bis die Länge passt. Nicht verstell­bar sind die Rücken­teile von Lego und Scooli. Der Scooli eignet sich nicht für die Kleinen unter den Erst­kläss­lern: Auf deren Rücken hängt der Ranzen über dem Gesäß.

Ranzen richtig tragen

Schulranzen im Test Test

Richtig (links). Ranzen sitzt ober­halb des Pos. Falsch (rechts). Ranzen hängt über dem Gesäß.

Kürzen. Stellen Sie Tragegurte und Rückenlänge so ein, dass der Ranzen nicht über das Gesäß reicht.
Entlasten. Kaufen Sie einen Ranzen mit Hüftgurt. Der verteilt das Gewicht und entlastet die Wirbelsäule.
Abstand halten. Schultergurte und Trage­riemen sollten nicht zu eng am Hals liegen. Sonst können sie scheuern.
Heben. Schüler sollten Ranzen stets auf beiden Schultern tragen. Der Tragegriff ist nur zum Anheben gedacht.
Packen. Verstauen Sie schwere Bücher im Fach nah am Körper. Das macht das Tragen einfacher.

Keine Haltungs­schäden zu befürchten

Manche Eltern befürchten, schwere Ranzen könnten Verspannungen und Haltungs­schäden auslösen. Manche Ranzen-Sets wiegen mit allem Zubehör leer rund zwei Kilo und mehr. Dazu kommen die Schulmaterialien. Doch Experten entwarnen: Das Gewicht wirkt zu kurz auf den Rücken, um dauer­hafte Schäden zu verursachen. Gut sind Hüftgurte, die die meisten Anbieter mitlieferten. Sie nehmen das Gewicht auf und entlasten die Wirbelsäule.

Tipps für den Schulranzen-Kauf

Anprobe. Probieren Sie mit dem Kind verschiedene Ranzen an, mal mit dünnem T-Shirt, mal mit dicker Jacke. Sitzt der Ranzen stets gut? Ragt er nicht über die Schultern hinaus? Lässt er sich leicht verstellen? Hat das Kind genügend Bewegungs­freiheit – auch mit dem Kopf?

Katzen­augen­effekt. Achten Sie darauf, dass der Ranzen am Tag und in der Nacht gut zu sehen ist. Retroreflektierende Flächen mit dem Katzen­augen­effekt erstrahlen im Dunkeln, wenn Auto­scheinwerfer sie anleuchten.

Signalwirkung. Große orangefarbige oder gelbe Flächen leuchten am Tag und in der Dämmerung, wenn Autos ohne Licht fahren. Nur damit ist der Ranzen rundum sicher. Fragen Sie im Geschäft ausdrück­lich nach Modellen, die die Schulranzennorm komplett einhalten.

Deckel. Er sollte stabil sein mit leicht­gängigem Verschluss, sich weit öffnen lassen und möglichst nicht von allein zuklappen.

Steh­vermögen. Leer oder voll­gepackt – der Ranzen darf nicht kippen. Nehmen Sie ein paar Unterlagen zum Ausprobieren mit.

Seiten­taschen. Sie sollten gut schließen und genügend Platz bieten für Trink­flasche und Brotdose.

Rückenform. Der Ranzenrü­cken soll körpergerecht und gut gepols­tert, aber nicht zu hart sein, das Polster an mehreren Stellen am Rücken anliegen.

Schultergurte. Sie sollten mindestens vier Zenti­meter breit und gut gepols­tert sein.

Riemen. Sind sie zu lang, kann das Kind darüber stolpern, wenn es den Ranzen am Griff trägt. Praktisch ist es, wenn die Riemen sich oben an den Gurten einhaken lassen.

Tragegriff. Achten Sie darauf, dass er weit genug, gut und griffig gepols­tert ist. Er sollte nicht am Hals scheuern. Am besten sitzt er oben auf dem Deckel.

Nutzer­kommentare, die vor dem 30.01.2019 gepostet wurden, beziehen sich auf eine ältere Unter­suchung.

*Absatz korrigiert am 4.2.2019

Jetzt freischalten

TestSchulranzen im Test07.02.2019
3,00 €
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 8 Seiten).

Wie möchten Sie bezahlen?

  • Unser Tipp
    test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7,00 € pro Monat oder 50,00 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben

  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen
  • Diesen Artikel per Handy kaufen
  • Gutschein einlösen
Preise inkl. MwSt.
  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur rund 6 Prozent ihrer Erträge als öffentlichen Zuschuss.

Dieser Artikel ist hilfreich. 3720 Nutzer finden das hilfreich.