Schulranzen Meldung

Schwere Schulranzen sind nicht nur unangenehm, sie verbiegen auch kleine Rücken. Ein Training für Schulkinder soll Haltungsschäden vorbeugen. Kinder und Eltern lernen, wie sie Belastungen der Wirbelsäule vermeiden. test stellt das Trainingsprogramm vor und gibt Tipps.

Haltungsschäden vorbeugen

Was wollt Ihr denn in den Schulranzen packen?“, fragt Sporttherapeutin Jana Lother in die Runde. Fünf Jungen und zwei Mädchen sitzen im Kreis, in der Mitte ein leerer Schulranzen. „Stifte“, ruft Max, „das Federmäppchen, Hefte, Pausenbrot, Apfel, Trinkflasche“, schlagen die anderen vor. „Und die Fibel“, meint Richard. Die Fünf- bis Achtjährigen nehmen an einem Schulranzentraining teil, das die Berliner Sportwissenschaftlerin mit einer Kollegin im Auftrag einer Krankenkasse entwickelt hat. Mit dem Training für die Kinder und den Informationen für die Eltern wollen sie Haltungsschäden und orthopädischen Erkrankungen vorbeugen.

Wirbelsäule anfällig für Überlastungen

„Gerade in der Kindheit, wenn die Knochen noch weich und formbar sind, ist die Wirbelsäule anfällig für Überlastungen“, sagt Jana Lother. Damit der Schulranzen nicht zur Last wird, erklärt sie den Erst- und Zweitklässlern, was sie beim Packen, Heben und Tragen beachten sollen. Wenn die Voraussetzungen stimmen, können die Kinder mit dem Ranzen den Rücken sogar trainieren, erfahren die Mütter in einem benachbarten Seminarraum.

Muskeln festigen

Victoria Weickardt informiert sie über die Belastbarkeit von Hals-, Brust- und Lendenwirbeln. So lastet zum Beispiel ein Schulranzen, der mit gebeugtem Rücken angehoben wird, mit einem extrem hohen Druck auf der Lendenwirbelsäule. Die Eltern sollten dar­auf achten, dass die Kinder den Ranzen nicht mit gedrehter oder gebeugter Wirbelsäule heben und tragen, und auch das Gewicht sollte stimmen – nicht mehr als etwa zehn Prozent des Körpergewichts. Für die nötige Stabilität der Wirbelsäule sorgen vor allem kräftige Bauch-, Rücken- und Gesäßmuskeln. Sie werden durch Bewegung gestärkt – durch Spielen, Laufen, Radeln, aber auch durch gezielte Übungen. „Auch die Eltern sollen sich ruhig mehr bewegen und mit den Kindern mal gemeinsam aufs Klettergerüst steigen, auf allen Vieren laufen oder mal die Standwaage ausprobieren“, ermuntert Jana Lother.

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