Schulranzen Test

Für kleine ABC-Schützen ist er etwas ganz Besonderes: der erste Ranzen. Er lässt Jungen und Mädchen gleichsam wachsen, erhebt seine Träger aus der Vorschulzeit und macht sie – für alle sichtbar – zu Schülern. Schick soll der Ranzen sein, praktisch, kindgerecht und weithin sichtbar: morgens, abends und am Tag. Hier liegt der Schwachpunkt vieler Ranzen: Sie fallen nicht genug auf. Die Stiftung Warentest hat 18 Modelle getestet. Fast alle sind teuer, aber nur vier sind gut. test.de gibt Tipps zum Ranzenkauf und sagt, welche Ranzen ihr Geld wert sind.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Schulranzen

Leuchtfarbe und Reflektoren

Sehen und gesehen werden: Das ist im Straßenverkehr lebenswichtig. Vor allem für Kinder. Bei der Einschulung mit fünf, sechs oder sieben Jahren fehlt den Kindern noch der Überblick. Gesehen werden zählt deshalb doppelt. Ein guter Schulranzen hilft dabei. Mit leuchtenden Farben und reflektierenden Streifen. Aber Ranzen ist nicht gleich Ranzen. Das Foto oben verdeutlicht das: Rechts im Bild ein guter Ranzen nach der Schulranzennorm. Seine leuchtenden Farben sind am Tage und in der Dämmerung weit zu sehen. Nicht so beim Ranzen links: Hier leuchten die Farben nicht. Für alle Ranzen gilt: Wenn es dunkel wird, braucht es neben Leuchtfarben noch Reflektorstreifen. Sie werfen das Licht von Autoscheinwerfern zurück. Das Kind fällt auf.

Ranzennorm bringt Sicherheit

Dunkle Ranzen sind kein Einzelfall. 18 Ranzen für Grundschüler hat die Stiftung Warentest geprüft. Jeder zweite ist mangelhaft, weil er die Norm für Schulranzen nicht erfüllt. Die DIN-Norm 58124 gibt präzise vor, wie ein guter Ranzen auszusehen hat. Mindestens 20 Prozent Leuchtfarbe vorn und an den Seiten. Erlaubt sind die Signalfarben orange-rot und gelb. Vorbild ist die Leuchtfarbe der Feuerwehr. In der Dämmerung und bei Dunkelheit müssen die Ranzen außerdem Licht reflektieren. Dafür gibt es Reflektorstreifen wie auf den Warnwesten von Bauarbeitern und Polizisten. Mindestens 10 Prozent der Ranzenfläche muss Licht reflektieren. Neun Schulranzen im Test erfüllen die Vorgaben der Norm. Optische Warnwirkung: sehr gut.

21 kleine Tester

Schulranzen: Die Hälfte bleibt sitzen

Allein mit der Optik ist es aber nicht getan. Ein guter Ranzen muss auch passen, muss sich angenehm tragen und im harten Alltag bestehen. Das testeten 21 Schüler und Schülerinnen über mehrere Wochen. Welcher Ranzen sitzt gut? Wo passen alle Hefte rein? Ist Platz für die Trinkflasche? Klappt der Deckel gut auf und steht der Ranzen von allein? Die Kinder beurteilten den täglichen Gebrauch. Eltern halfen dabei. Zusätzlich untersuchten Experten das Material der Schulranzen im Labor: Sind die Ranzen robust und regendicht?

Scout ist Klassenbester

Testsieger sind die Ranzen von Scout. Die beiden Klassenbesten heißen Scout Easy II und Scout Maxi. Sie kosten jeweils rund 110 Euro. Der Scout Maxi ist schmal und rucksackähnlich geschnitten, der Scout Easy erinnert dagegen an den klassischen Tornister in Kastenform, wenn auch mit abgerundeten Ecken. Beide Modelle sitzen gut. Der Maxi gefiel den Schülern noch einen Tick besser. Nachteil: Er hat keine Seitentaschen. Die Trinkflasche muss deshalb in den Innenraum. Ebenso beim Easy I – dem dritten guten Ranzen von Scout. Er ähnelt dem Klassenprimus Easy II, nur ohne Seitentaschen. Die sind beim Easy II vorhanden, aber etwas klein. Eine 0,4-Liter Trinkflasche passt gerade so hinein. Die Seitentasche lässt sich nun aber nicht mehr verschließen.

Der Kuschelhase bleibt trocken

Innen im Ranzen sind Trinkflaschen nicht optimal aufgehoben. Ist der Verschluss nur locker zugedreht, können Bücher und Hefte nass werden. Coppenrath löst das Problem beim Spiegelburg Felix mit zwei großen Seitentaschen. Platz genug für die Trinkflasche. Der Ranzen ist schlicht, fest und stabil. Preis: etwa 90 Euro. Gute Wahl für alle Fans von Felix, dem kleinen Kuschelhasen. Ganz so bequem wie die Ranzen von Scout sitzt der Spiegelburg Felix allerdings nicht. Das Rückenteil ist stark gewölbt und liegt nicht optimal am Körper an. Dafür bleibt der Kuschelhase trocken. Bei offener Trinkflasche und bei Regen. Der Ranzen ist wasserdicht – wie die Scout-Modelle auch. Punktabzug dagegen für den Timeless von School-Tool. Hier reicht ein kräftiger Regenschauer und die Hefte sind nass. Materialeigenschaften: nur ausreichend.

Herlitz Race macht das Rennen beim Preis

Billig, wasserdicht und leicht ist der Herlitz Race für 50 Euro. Ein Ranzen im klassischen Kastenformat. Sitzt gut und ist sicher. Nachteil: Der Herlitz Race kippt leichter um als andere Ranzen. Außerdem entdeckten die Chemiker der Stiftung Warentest kritische Weichmacher im Griff. Weichmacher können Krebs auslösen. Der Anbieter Herlitz hat versprochen, in Zukunft nur noch Griffe ohne Weichmacher einzusetzen. Gut so, denn beim Preis macht der Herlitz Race das Rennen: Billigster annehmbarer Ranzen im Test. Qualitätsurteil insgesamt: befriedigend.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2806 Nutzer finden das hilfreich.