Schule Meldung

An vielen Schulen Alltag: Daddeln im Unter­richt.

Immer wieder gibt es Ärger über den Gebrauch von Mobiltelefonen an Schulen. Jetzt entschied das Berliner Verwaltungs­gericht: In besonderen Fällen darf ein Lehrer einem Schüler das Handy wegnehmen – wenn es sein muss, auch für mehrere Tage. Grund­rechte würden dadurch nicht verletzt.

Unter­richt durch Handy gestört

Rund 70 Prozent der 10- bis 11-jährigen Kinder in Deutsch­land besitzen ein Mobiltelefon, bei Jugend­lichen im Alter von 16 bis 17 liegt der Anteil bei 97 Prozent. Viele von ihnen nehmen ihr Handy mit in die Schule – und das kann zu Konflikten führen, die sogar vor Gericht verhandelt werden. So ein Fall ereignete sich 2015 an einer Sekundarschule: Ein 16-Jähriger störte an einem Freitag so massiv den Unter­richt, dass der Lehrer sein Handy einkassierte – und auch auf Nach­fragen des Schülers nicht rausrückte.

Schüler sieht seine Ehre verletzt

Über das Wochen­ende blieb das Gerät in der Schule einge­schlossen. Am Montag konnte die Mutter es im Schulsekretariat abholen. Der Schüler und seine Eltern verklagten darauf­hin die Schule. Sie argumentieren, die Verwahrung des Handys sei rechts­widrig. Der Schüler sei in seiner Ehre verletzt und gedemütigt worden.

Gericht: Wegnahme kein Eingriff in Grund­rechte

Die 3. Kammer des Verwaltungs­gerichts wies die Klage als unzu­lässig zurück. (Az. VG 3 K 797.15, nicht rechts­kräftig). „Die Wegnahme des Mobiltelefons über das Wochen­ende ist kein schwerwiegender Grund­rechts­eingriff. Auch die plötzliche Nicht­erreich­barkeit des Schülers stellt keine unzu­mutbare Beein­trächtigung seiner Grund­rechte dar“, heiß es in der Begründung. Ein unzu­lässiger Eingriff in das Erziehungs­recht der Eltern liege ebenfalls nicht vor. Mitt­lerweile hat der Schüler die Schule gewechselt.

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