Die SDV Vermögensverwaltung GmbH aus Rosenheim kassiert weiter überschuldete Menschen ab. Dabei hat das Oberlandesgericht München die von der SDV versprochene "Hilfe bei negativem Vermögen" schon 1998 als "unbedeutend und ohne nennenswerten Geldwert" eingestuft. Kunden würden durch die hohen Gebühren, welche die SDV für banale Leistungen verlange, "schlichtweg ausgebeutet" (Az. 6 U 5601/98, rechtskräftig). Die SDV änderte daraufhin unwesentlich ihre Leistungsbeschreibung. Gegen dieses neue wettbewerbswidrige Angebot ging der Verbraucherschutzverein in Berlin (VSV) vor. Eine effektive Schuldenregulierung bedarf einer Rechtsberatung, argumentiert der VSV. Eine solche Rechtsberatung wird von der SDV aber gar nicht erbracht. Vielmehr muss der Kunde den von der SDV empfohlenen Rechtsanwalt zusätzlich bezahlen. Vor Gericht erhielt der VSV Recht. Die SDV habe ihre Praxis, für banale Leistungen hohe Gebühren zu nehmen, nicht geändert.

Der Vertrag der SDV verstoße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, urteilte das Landgericht Traunstein. Die SDV wirke entgegen den Erwartungen ihrer Kunden gar nicht bei der außergerichtlichen Schuldensanierung mit. Vielmehr kassiere sie "letztlich für nichts, was man einem Dritten übertragen muss, wenn man bereits Schulden hat", urteilten die Richter (AZ. 2 0 4756/99, nicht rechtskräftig).

TiPP: Wenden Sie sich gleich an eine gemeinnützige Schuldnerberatungsstelle oder an einen Rechtsanwalt, wenn Sie überschuldet sind. Zahlen Sie kein Geld für überflüssige Leistungen selbst ernannter Schuldenregulierer, die keine Rechtsberatung erteilen dürfen.

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