Schuldenkrise Meldung

Griechenland hat nur noch bis Dezember Geld. Eine Hilfszahlung legen die Euro-Partner so lange auf Eis, bis Griechenland zugesagte Reformen umsetzt. Das Land soll mit einem Schuldenschnitt gerettet werden. Das heißt, private Gläubiger – wie Banken und Versicherungen – verzichten freiwillig auf 50 Prozent ihrer Forderungen an den griechischen Staat. Details zum Schuldendeal müssen die Partner noch aushandeln.

Noch keine Klarheit für Anleger

Die Euro-Staaten haben einen neuen Rettungsplan für die Währung ausgehandelt. Die Banken verzichten auf die Hälfte ihrer Forderungen gegenüber Griechenland. Diesen freiwilligen Schuldenschnitt bieten die anderen Euro-Staaten Griechenland neben weiteren Milliardenhilfen an, weil es nicht in der Lage ist, seine Schulden komplett zurückzuzahlen. Was das konkret für Anleger mit griechischen Staatspapieren heißt, hängt davon ab, welchen Schuldendeal der griechische Staat und seine Gläubiger im einzelnen aushandelt. Das kann sich noch bis Anfang 2012 hinziehen.

Kreditwirtschaft rechnet mit Tauschangebot

Griechenland wird voraussichtlich Anfang 2012 Privatanlegern und den anderen privaten Investoren – wie Banken, Versicherungen und Pensionsfonds – ein Tauschangebot unterbreiten, teilt die Deutsche Kreditwirtschaft mit. Der griechische Staat bietet dann neue Anleihen an, deren Wert aber um 50 Prozent gegenüber den alten Anleihen reduziert ist. Mit der Annahme würden Anleger auf die Hälfte ihres dem griechischen Staat geliehenen Geldes verzichten. Das Umtauschangebot ist freiwillig. Innerhalb einer dann vorgeschriebenen Frist müssten sich Anleger entscheiden, ob sie das Angebot annehmen oder nicht. Was passiert, wenn Anleger nicht annehmen, ist offen. Denn Gläubiger ist Griechenland – die Erfüllung des Schuldendienstes liegt in der Hand des griechischen Staates.

Sicherheit anderer Anlagen

Anleger und Sparer, die nicht in griechische Anleihen investiert haben, müssen sich um ihr Geld weniger Sorgen machen. Hier lesen Sie, wie andere Anlageformen abgesichert sind:

Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch und andere Einlagen

Bankeinlagen sind sicher. Sie sind durch die Einlagensicherung gedeckt, falls es zu einer Bankenpleite kommen sollte. Dies bedeutet, dass Ihr Geld bis zur Höchstgrenze von 100 000 Euro pro Person und Institut abgesichert ist. Innerhalb der Höchstgrenzen ist ein Verlust nicht möglich. Darüber hinaus gibt es noch die privaten Sicherungssysteme der privaten Banken, der Genossenschaftsbanken, der Sparkassen und der Bausparkassen. Allerdings kann es Wochen dauern, bis die Einlagensicherung das Geld an die Anleger auszahlt.

Rentenfonds

Rentenfonds, die in deutsche Staatspapiere investieren sind am sichersten. Diese Anleger müssen sich keine Sorgen machen. Wer Zweifel hat, sollte bei seiner Bank oder Fondsgesellschaft nachfragen, in welche Papiere der Fonds im Einzelnen investiert. Anleger, die Rentenindexfonds gekauft haben, sollten die Zusammensetzung ihres Index überprüfen. Liegt der Anteil von Staatspapieren der Länder Portugal, Italien, Griechenland und Spanien bei mehr als der Hälfte, ist der Fonds als Sicherheitsbaustein in der jetzigen Situation nicht geeignet. Alle Einzelheiten über Rentenfonds.

Renten- und Lebensversicherungen

Das Geld, das Kunden in Verträge einer Renten- oder Lebensversicherung einzahlen, wird nach besonders strengen Vorschriften angelegt. Das meiste davon, im Branchenschnitt etwa 80 Prozent, steckt in festverzinslichen Wertpapieren, heißt es beim Verband der Versicherungsbranche, GDV. Staatstitel der Länder Portugal, Italien, Griechenland und Spanien sind auch dabei, machen aber nur einen kleinen Anteil aus.
Für den Fall, dass ein Versicherungsunternehmen insolvent wird, springt die Protektor Lebensversicherungs-AG ein. Sie ist die Sicherungseinrichtung für die Lebensversicherer in Deutschland. Anders ist es jedoch bei fondsgebundenen Lebensversicherungen. Das Geld der Kunden fließt hier zum großen Teil in Investmentfonds.

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